Osnabrück Die Wörthstraße in Osnabrück ist eine Fahrradstraße, aber kaum einer merkt‘s
Auf Fahrradstraßen sollten Fahrräder das Tempo bestimmen, so der Anspruch. Dass die Realität anders aussieht, beschrieb ein Anwohner der Wörthstraße in Osnabrück. Er fragte nach Geschwindigkeitskontrollen und Anwohnerparken.
Auf den seit 2023 eingerichteten Fahrradstraßen in Osnabrück können sich Radfahrer nicht immer so sicher fühlen, wie es eigentlich geplant ist. Auch auf der Wörthstraße im Stadtteil Schölerberg beklagen Anwohner zu viel Autoverkehr – und vor allem rücksichtslose Fahrer. Außerdem gebe es zu viele Fremdparker.
Die Wörthstraße ist eine Fahrradstraße, die von der Meller bis zur Sutthauser Straße führt und dabei die Iburger Straße quert. Für Autofahrer ist sie freigegeben, allerdings als Einbahnstraße. Der Anwohner, der die Anfrage zur Wörthstraße beim Bürgerforum für Nahne, Fledder und Schölerberg einreichte, schilderte problematischen Abkürzungsverkehr in großem Stil, auch durch Lkw.
Viele Autofahrer würden offensichtlich nicht realisieren, dass sie auf einer Fahrradstraße unterwegs seien. Im Dezember habe es einen Unfall mit zwei schrottreifen Fahrzeugen gegeben, zum Glück ohne Personenschaden, so der Anwohner. Er selbst sei erst vor 14 Tagen in der östlichen Verlängerung der Wörthstraße, dem Stahlwerksweg, an der Kreuzung mit der Hannoverschen Straße durch ein linksabbiegendes Fahrzeug angefahren worden und ins Krankenhaus gekommen.
Auch die Parksituation führe zu Konflikten, so der Anwohner. Die Parkplätze seien für schräges Einparken gekennzeichnet. Zu lange Autos, Transporter oder Kleinlaster ragen aber stellenweise bis zu 50 Zentimeter in die relativ enge Fahrbahn, kontrolliert werde nicht. Damit ist ein Vorbeifahren von Pkw an Radfahrern oft nicht möglich, ohne dass Radfahrer sich abgedrängt fühlen. Außerdem gebe es zu wenig Parkmöglichkeiten. Er regte ein Parken nur für Anwohner an.
Olaf Knüppe vom Fachbereich Geodaten und Verkehrsanlagen antwortete, dass ein Anwohnerparken zurzeit nicht geprüft werden – andere Straßen in der Stadt hätten derzeit Priorität. Er könne sich aber vorstellen, dass eine Ausweisung der Straße nur für Anlieger möglich wäre. Auch soll die Markierung als Radfahrstraße demnächst deutlicher werden.
Weitere Teilnehmer des Bürgerforums sprachen die Ampeln an, die auf beiden Einmündungen der Wörthstraße in die Kreuzung zur Iburger Straße speziell für Radfahrer aufgestellt sind und teils für Verwirrung sorgen. Sie zeigen wohl Rotlicht und Gelb, geben aber kein grünes Licht. „Das versteht man nicht“, merkte eine Zuhörerin an. Vor diesen Ampeln gibt es einen Aufstellbereich für Radfahrer – der werde aber oft von Autofahrern als Parkmöglichkeit genutzt, ergänzte ein anderer Zuhörer.