Osnabrück VfL Osnabrück: Keine Topleistung gegen Verl - aber ein entscheidender Joker
Der VfL Osnabrück zeigte beim 2:1-Sieg gegen den SC Verl keine überragende Leistung. Aber in den entscheidenden Momenten zeigte er seine Wucht und Coolness - und siegte schließlich dank Joker Bernd Riesselmann. Die Einzelkritik zum Spiel.
#22 Bernd Riesselmann (ab 88.): Nur rund sieben Minuten stand er auf dem Rasen, aber ihm gehörte die spielentscheidende Szene: Lauerte beim letzten Verler Verzweiflungsangriff an der Mittellinie, nahm Prögers Befreiungsschlag auf und blieb vor SCV-Keeper Schulze eiskalt, umkurvte ihn und schob ein. Sein erstes Tor im VfL-Trikot an der Bremer Brücke - und was für ein wichtiges!
#21 Lukas Jonsson: Am 0:1 trifft den Schweden keine Schuld - er bekam den Ball von Müller unglücklich durch die Beine. Parierte stark im Eins gegen Eins gegen Wörner (52.). Ansonsten war der Torwart über die vollen 90 Minuten im Grunde gar nicht gefordert - bis zur 87. Minute, als er einen recht harmlosen Schuss von Besio nur nach vorne abklatschen ließ und Glück hatte, dass Wiemann für ihn rettete. Insgesamt dennoch eine gute Leistung.
#3 Frederik Christensen (bis 88.): Der linke Flügelläufer versuchte immer wieder, mit Läufen aus der Tiefe für Durchbrüche zu sorgen, wurde aber von den Kollegen zu selten gefunden. Schlug kurz nach der Halbzeit eine tolle Flanke auf den kurzen Pfosten, die Landsmann Jacobsen zum 1:1 verwertete. Hielt den offensivstarken Mhamdi insgesamt sehr gut in Schach und spielte damit eine gute Partie.
#15 Bjarke Jacobsen: Der Sechser hatte mit den spielfreudigen und wendigen Verlern gelegentlich seine Probleme, wirkte grundsätzlich aber dennoch stabilisierend im VfL-Mittelfeld. Lief beim 1:1 perfekt ein und vollendete mit aller Wucht zu seinem fünften Saisontor. Auch danach bei Standards gefährlich- notfalls auch mit Risiko für die eigene Gesundheit. Den unbedingten Willen konnte man ihm ansehen, auch wenn defensiv das Positionsspiel nicht immer passte.
#10 Kai Pröger (ab 72.): Sorgte als Einwechselspieler für Schwung mit zwei Abschlüssen, von denen einer zu zentral geriet und der andere rechts vorbeiging. Dennoch ein guter Jokerauftritt, gekrönt von der (etwas unfreiwilligen) Vorarbeit zum 2:1.
#4 Yigit Karademir: Kam nach seiner Gelbsperre zurück ins Team. Löste eine knifflige Aufgabe in der Anfangsphase gut, als er eine Bogenlampe Richtung Strafraum mit der Brust annahm und den Ball sicher weitergab. Auch mit Gegnerdruck zunächst sicher mit dem Ball am Fuß - allerdings fehlte ihm irgendwann der Mut, nach vorne zu spielen. Nahm dann lieber den Rückpass auf Jonsson, wodurch der VfL des Öfteren den Ball verlor und selbst wieder verteidigen musste. Sein Fehler eröffnete Wörners Großchance (52.), danach wurde er auch in Abwehraktionen etwas unsicherer.
#11 Robin Meißner (bis 88.): Hatte in der ersten Hälfte zwei starke Aktionen mit Ballbehauptungen und klugen diagonalen Pässen. Hätte dazu nach 24 Minuten treffen können, als er volley allerdings zu zentral abzog. In der zweiten Hälfte lange gar nicht zu sehen, bis zu seinem scharfen Distanzschuss in der 68. Minute, der zur Ecke geblockt wurde. Auch ohne Tore ist er wichtig, es fehlen aktuell aber die Highlightszenen.
#18 Lars Kehl (bis 61.): Dem Kreativspieler ist seine Prellung weiter durchaus anzumerken. Hatte zwar immer mal wieder einen guten Pass und eine clevere Bewegung im Angebot, aber so richtig spritzig und zielstrebig wirkte er in der ersten Hälfte nicht. Einen guten Standard trat er - Wiemann verpasste seinen Freistoß aber knapp am zweiten Pfosten (41.). Leitete den Ausgleich mit einem simplen Pass auf Christensen ein.
#24 Jannik Müller: Der Abwehrchef hatte Wörner in der ersten Hälfte voll im Griff. Beim 0:1 versuchte er zu retten, was nicht mehr zu retten war und legte den Ball per Grätsche am Ende selbst ins Tor. In der Strafraumverteidigung nach der Hereinnahme von Arweiler auf Verler Seite nicht ganz so sicher wie gewohnt. In der 82. Minute hatte er dann mal wieder eine starke Szene, als er Arweiler abkochte, der nach einem Traumpass von Taz schon fast durch zu sein schien.
#25 Niklas Wiemann: Nach ein, zwei missglückten langen Bällen spielte er einen tollen Pass auf Meißner vor der ersten guten Chance des Spiels (24.). Ähnlich wie Müller zeigte er teilweise ungewohnte Schwächen in der Verteidigung des eigenen Strafraums. Rettete für Jonsson nach dessen Fehler und blockte den Abschluss von Mesanovic. Insgesamt etwas unauffällig, aber ordentlich.
#26 Fridolin Wagner: Ist oft “Mister Zuverlässig” in der Mittelfeldzentrale des VfL - beim 0:1 patzte er aber schwer, als er den pressenden Verler zu spät erkannte und dann hektisch einen Fehlpass in Taz’ Füße spielte. Probierte seinen Fehler wieder gut zu machen, sein Fernschuss in der 36. Minute ging aber deutlich drüber. Gegen den Ball kam er gegen Waidner, Taz und Co. des Öfteren zu spät in die Duelle - so sah er auch nach 66 Minuten seine elfte Gelbe Karte. Holte trotzdem aber auch einige zweite Bälle.
#29 David Kopacz (bis 72.): Sein Steilpass auf Christensen in der 11. Minute geriet etwas zu weit, es hätte eine gute Chance werden können. Versuchte sich immer wieder in Position zu bringen, allerdings lief die Partie weitestgehend an ihm vorbei. Im Pressing war er zwar fleißig, aber auch ohne entscheidende Ballgewinne. Viel gelingen sollte ihm letztlich nicht.
#31 Patrick Kammerbauer: Begann gegen seinen Ex-Club auf der rechten Seite relativ vorsichtig, taute aber im Laufe der ersten Hälfte merklich auf und fand seinen Offensivdrang. Zog so erst die Gelbe Karte gegen Kijewski und dann eine scharfe Flanke mit links vors Tor, die knapp vorbeiging. Hatte in der zweiten Hälfte mit Besio und dem nach links ausweichenden Taz etwas mehr Probleme als zuvor mit Stöcker, hielt sich auch deshalb dann offensiv wieder mehr zurück.
#37 Ismail Badjie (ab 61.): Dass das Eigengewächs als Joker Spiele verändern und entscheiden kann, ist hinlänglich bekannt - gegen Verl regelten das andere. Zwar blitzte seine Extraklasse in Sachen Geschwindigkeit hier und da auf, durchschlagende Aktionen hatte er aber nicht.
Nicht zu bewerten: #23 Tony Lesueur (ab 88.)