Osnabrück Tiny Apartments statt Flachbau: Neuer Wohnraum an der Rehmstraße in Osnabrück
An der Rehmstraße schließt Bauherrin Eva Beqiraj mit Tiny Apartments und Maisonette-Wohnungen eine Baulücke in Osnabrück. Das Projekt setzt auf Energieeffizienz und moderne Architektur in zentraler Lage. Das hat jedoch seinen Preis.
Es geht in die Höhe. Lange Zeit waren die Bauten rund um das Hauptgebäude der Rehmstraße 2 auffällig flach im Vergleich zum Rest des Wohngebietes. Ein Nagelstudio und eine Wäscherei waren dort zuvor ansässig. Anfang des Jahres folgte der Abriss. Die dadurch entstandenen Lücken sollen nun aber schnell wieder geschlossen werden – mit neuen Gewerbe- und Wohnflächen.
Die Idee für die Aufstockung ist keineswegs neu: „Wir wussten schon, dass es theoretisch machbar ist“, erklärt Eva Beqiraj, die das Objekt 2020 kaufte. Bereits in den 1960er-Jahren gab es Baugenehmigungen für eine höhere Bebauung des Grundstücks. Diese wurden aber nie umgesetzt und mussten von Beqiraj erneut beantragt werden.
Das neue Erdgeschoss an der Seite der Heinrichstraße wird eine Erweiterung vom Bodenleger „Fußboden Graß“ sein, der sich im Hauptgebäude befindet. Auch vor dem Abriss nutzte der Dienstleister diesen Teil des Gebäudes. Nun soll dort ein neues Lager entstehen. Im ersten, zweiten und dritten Stock entstehen drei Tiny Apartments (kleine Wohnungen) mit jeweils 1,5 Zimmern, die zwischen 40 und 43 Quadratmetern groß sein werden. Höher darf laut Beqiraj aus statischen Gründen nicht gebaut werden.
Der Gebäudeteil an der Rehmstraße wird mehr Raum bieten: Neben einer 60-Quadratmeter-Gewerbefläche im Erdgeschoss und zwei ebenso großen Wohnungen darüber entsteht dort eine großzügige Maisonette über zwei Etagen mit insgesamt 105 Quadratmetern.
Der Zugang zu allen neuen Wohnungen erfolgt über einen Durchgang an der Rehmstraße. Während für Autos kein Platz auf dem Grundstück ist – Stellplätze sind in einer benachbarten Straße zugewiesen – bietet der Innenhof Raum für Fahrräder. Das Angebot richtet sich laut Beqiraj an eine mobile, junge Zielgruppe wie Studierende. „Wir bauen für Menschen, nicht für Autos“, sagt sie.
Der Untergrund in diesem Bereich der Wüste stellt das Projekt vor technische Herausforderungen. Da das Gebäude auf Torfboden steht, wird der alte Keller zugeschüttet und mit Beton gefüllt, um die nötige Traglast für die neuen Etagen zu garantieren.
In Sachen Nachhaltigkeit setzt Beqiraj auf moderne Standards. Der Neubau werde als KfW-40-Haus mit besonders niedrigem Energieverbrauch realisiert. Eine Luftwärmepumpe auf dem Dach der Tiny Apartments und eine Photovoltaikanlage sollen zudem niedrige Nebenkosten sicherstellen. Doch die hohen energetischen Standards und die zentrale Lage haben ihren Preis. „Der Mietpreis orientiert sich am oberen Ende des örtlichen Spiegels“, sagt Beqiraj.
Für die 60 Quadratmeter Gewerbefläche an der Rehmstraße hat die Bauherrin schon erste Vorstellungen. Geht es nach ihr, könnte hier bald Kaffeeduft in der Luft liegen: „Ich würde mich freuen, wenn die Ecke hier noch belebter wird“, sagt Beqiraj. Aktuell befinde sie sich in Absprachen für die Eröffnung eines Cafés oder für ein Angebot mit ähnlichem Konzept.
Bis es so weit ist, müssen Anwohner jedoch noch mit Einschränkungen rechnen. Für den Kran bleibt eine Spur der Heinrichstraße gesperrt. Doch laut Beqiraj nicht allzu lange: Obwohl derzeit noch kein Rohbau steht, sollen die neuen Gewerbeflächen und Wohnungen an der Rehmstraße 2 bereits Ende des Jahres fertig sein.