Osnabrück  Wal Timmy als Symbol: Klimastreik in Osnabrück kritisiert Regierung für „evidenzbefreite“ Politik

Louis Verheyen
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Von Louis Verheyen
| 24.04.2026 17:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fridays for Future demonstriert am 24. April 2026 in Osnabrück für eine konsequentere Klimapolitik. Foto: Tobias Saalschmidt
Fridays for Future demonstriert am 24. April 2026 in Osnabrück für eine konsequentere Klimapolitik. Foto: Tobias Saalschmidt
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Hunderte demonstrierten am Freitag, 24. April, in Osnabrück gegen den Klimakurs der Bundesregierung. Im Fokus: eine geplante Änderung am Heizungsgesetz, die laut Fridays for Future Umwelt und Wirtschaft schaden würde.

270 Menschen sind nach Polizeiangaben am Freitag, 24. April, dem Aufruf von Fridays for Future gefolgt, um in der Osnabrücker Innenstadt friedlich gegen die Energiepolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Um 14 Uhr versammelten sich die Demonstranten zunächst auf dem Theatervorplatz, um Reden der Klimaaktivisten und weiterer lokaler Initiativen anzuhören.

Anschließend begann der Marsch durch die Innenstadt: Über Hasestraße, Erich-Maria-Remarque- und Goethe-Ring sowie die Möserstraße ging es zum Theodor-Heuss-Platz am Hauptbahnhof. Von dort führte die Route über die Wittekindstraße zum Neumarkt und weiter über die Alte Münze und den Kamp Richtung Derby-Platz. Über Dielinger- und Lortzingstraße kehrte der Zug zum Theatervorplatz zurück, wo die Versammlung am Nachmittag endete.

„Gas hat keine Zukunft, wir schon“, erklärte ein FFF-Redner bei der Kundgebung. Er kritisierte den Kurs von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die den Ausbau von Gaskraftwerken vorantreibe und Mittel für die Solarenergie kürze. Dies führe nicht nur zu massiven Umweltbelastungen durch einen zu hohen CO2-Ausstoß, sondern sorge durch die Abhängigkeit von hohen Gaspreisen auch für eine wirtschaftliche Krise.

Anstatt Gas als Brückentechnologie zu nutzen, plädierte Fridays for Future Osnabrück für den sofortigen und vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Sollte die Bundesregierung weiterhin auf fossile Gase setzen, fördere sie aktiv Hochwasser, Dürreperioden, das Artensterben sowie soziale Ungerechtigkeit.

Die Physikerin Carola Meyer von der Universität Osnabrück warf der Bundesregierung im Namen der Scientists for Future vor, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht genügend in politische Entscheidungen einzubeziehen. Als Beispiel nannte sie den Umgang mit dem gestrandeten Wal „Timmy“: Obwohl Fachorganisationen die Rettung als aussichtslos eingestuft hatten, habe die Politik die Entscheidung letztlich Personen ohne die notwendige Expertise überlassen.

Ähnlich verhalte es sich laut der Rednerin mit der Energiepolitik der Bundesregierung. Diese ignoriere, dass erneuerbare Energien sowohl für das Klima als auch für die Wirtschaft deutlich effizienter seien als Gaskraftwerke. Sie kritisierte den aktuellen Kurs daher als „evidenzbefreite und beliebige“ Politik.

Darüber hinaus kamen Initiativen zu Wort, deren Anliegen über die reine Klimapolitik hinausgingen: So sprachen die Gruppen „Libertäre Kommunist*innen“ und Unordnungsamt dem Kapitalismus die Fähigkeit ab, die Klimakrise effektiv bekämpfen zu können. Die Initiative „Osnabrück – bunt und solidarisch“ thematisierte den Rechtsruck in der Politik und kritisierte vor allem die AfD für eine „widersprüchliche“ Politik voller „falscher Versprechungen“.

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