Nordhorn  Reichenberger über Wollitz: Gibt er weitere Interviews, wird Cottbus es nicht schaffen

Noah Röttgers
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Von Noah Röttgers
| 21.04.2026 19:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Michael Welling, Geschäftsführer des VfL Osnabrück, und Vereinslegende Thomas Reichenberger waren am Montagabend bei einem Fußballtalk in Nordhorn zu Gast. Thema waren dabei unter anderem die jüngsten Aussagen von Claus-Dieter „Pele“ Wollitz sowie der Druck im Fußballgeschäft. Ebenfalls dabei war Ex-Bundesligatrainer Friedhelm Funkel, der sich über die positive Entwicklung in Osnabrück freut.

Die jüngsten Aussagen von Ex-Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem 1:0-Heimsieg gegen Energie Cottbus vor anderthalb Wochen haben die Verantwortlichen des VfL Osnabrück nicht sonderlich getroffen. Das hat Geschäftsführer Michael Welling am Montagabend bei einem Fußballtalk in Nordhorn klargestellt, bei dem er gemeinsam mit Vereinslegende Thomas Reichenberger zu Gast war.

„Ich glaube die Reaktion hat gezeigt, dass das vielleicht nicht die schlauste Aussage vom ,Pele‘ war. Es tut mir Leid, dass das so ist, aber damit ist dann auch alles gesagt. Er macht dort seinen Job, ist eine besondere Persönlichkeit. Einen Gefallen hat er sich sicher nicht getan, aber wir gehen damit ganz entspannt um“, antwortete Welling nachdem er und Reichenberger in der abschließenden Fragerunde zu den Äußerungen des Energie-Trainers bei Magentasport und in der Lausitzer Rundschau befragt worden waren.

Auch der Ex-Profi des VfL schlug in eine ähnliche Kerbe: „Ich denke auch, dass es ,Pele‘ selbst mehr geschadet hat, als dem VfL. Es war schon schwer ihm zuzuhören“, so der 51-Jährige, der selbst jahrelang unter Wollitz spielte, und anfügte: „Ich würde ihm und Cottbus wünschen, dass er sich in den verbleibenden drei, vier Wochen auf sich und die Mannschaft konzentriert. Wenn das gelingt, kann Cottbus es schaffen – gibt er weitere Interviews, werden sie es definitiv nicht schaffen.“

Zuvor beschäftige sich die Talkrunde, der unter anderem auch Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel angehörte, mit einer breiten Facette an unterschiedlichsten Fußballthemen. Darunter auch die aktuelle Situation bei den Lila-Weißen, die sich innerhalb eines Jahres vom Abstiegs- zum Aufstiegsaspiranten gewandelt haben. Welling offenbarte dabei einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt als Fußball-Manager: „Ich verspüre schon einen großen Druck“, sagte er mit Blick auf Verantwortung für Verein, Finanzen und auch Arbeitsplätze. „Am schlimmsten ist es immer während der Spiele. Ich gebe zu: Nach dem Spiel gegen Cottbus oder auch am Samstag in Ingolstadt entlädt sich der Druck dann bei mir auch immer in Tränen.“

Der Frage, ob das Aufstiegsrennen in der 3. Liga bereits zugunsten des VfL entschieden sei, wich Welling gekonnt aus und antwortete stattdessen: „Hätte uns vor der Saison jemand gefragt, wären wir über eine ähnliche Situation wie der jetzt von Rostock sehr froh gewesen. Dass wir nun von oben grüßen ist natürlich schön.“ Friedhelm Funkel gab da schon eine etwas deutlichere Einschätzung ab: „Ich glaube nicht, dass da noch was anbrennen kann.“ Außerdem sei der VfL aus seiner Sicht immer eine Bereicherung für die 2. Bundesliga: „Ich war immer gerne dort, weil immer was los ist. Mit meinen Mannschaften habe ich allerdings auch oft verloren“, so Funkel.

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