Brauchtum Zürich: Explodierender Schneemann verheißt guten Sommer
Ein Schneemann, ein Feuerwerk und eine Wetterprognose, die selten stimmt: Wie der „Böögg“ das Zürcher Sechseläuten zum Spektakel macht und was es mit der Tradition auf sich hat.
Ein meterhoher Schneemann voller Knallkörper ist bei einem Frühlingsbrauch in Zürich planmäßig explodiert und hat einen guten Sommer vorausgesagt. Die Legende besagt: je schneller der Kopf des „Böögg“ - ein Sinnbild des Winters - explodiert, desto schöner wird der Sommer. Dieses Jahr dauerte es 12 Minuten und 48 Sekunden, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.
In manchen Jahren brauchte es nur wenige Minuten bis zur Explosion, im Rekordjahr 2023 dauerte es fast eine Stunde. Wie bei Legenden oft üblich: manchmal stimmt die Vorhersage, manchmal nicht. Als verlässlicher Wetterfrosch taugt der „Böögg“ eher nicht. 2016 etwa explodierte der Kopf bei Dauerregen erst nach fast 44 Minuten und trotzdem war es in dem Jahr bis in den September hinein hochsommerlich warm.
Der „Böögg“ als Buhmann
Beim Sechseläuten-Fest ziehen erst Tausende Mitglieder der Zünfte mit Kostümen, Musik und Pferden durch die Straßen. Zehntausende Schaulustige sind dabei. Die Zunftvertreter sammeln sich schließlich auf dem Sechseläutenplatz nahe des Zürichsees, wo der fast vier Meter hohe „Böögg“ auf einem Holzstoß angezündet wird.
Das Fest geht auf Aktivitäten der Zünfte seit dem Mittelalter zurück. Seit 1892 ist die „Böögg“-Verbrennung fester Bestandteil des Sechseläutens, wie die Veranstalter berichten. Der Name „Böögg“ bedeute in Zürich „verkleidete, vermummte Gestalt“.