Osnabrück Mord mit Ansage? Nach Gewaltdelikten an Natruper Straße beginnt Prozess in Osnabrück
Im November tötete ein heute 34-Jähriger in einer Wohnung in der Natruper Straße seinen neuen Mitbewohner. Am Landgericht Osnabrück beginnt am Mittwoch der entsprechende Mordprozess. Dem Tötungsdelikt ging offenbar ein weiteres Gewaltverbrechen voraus.
Am Landgericht Osnabrück startet am Mittwoch (22. April) ein Mordprozess gegen einen 34-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 9. November in einer Wohnung in der Natruper Straße einen Mitbewohner getötet zu haben. Wenige Tage zuvor soll er zudem einen Handwerker vorsätzlich attackiert und verletzt haben.
Die Anklagebehörde bewertet die Taten als Mord und als vorsätzliche Körperverletzung. Um die Vorwürfe und um die angeklagten Tatbestände zu prüfen, hat das Landgericht mehrere Verhandlungstage bis Ende Juni anberaumt.
Soweit bekannt, hatte der Angeklagte am 9. November in der Küche einer Wohngemeinschaft mit dem Messer auf einen 44-Jährigen eingestochen. Anschließend rief er die Polizei. Alarmierte Rettungskräfte konnten das Leben des Attackierten nicht mehr retten: Er starb im Krankenhaus.
Die Eskalation kam offenbar nicht von ungefähr: Aus der Anklage der Staatsanwaltschaft ergibt sich, dass der Angeklagte bereits am 6. November Streit mit einem Handwerker begonnen haben soll. Der arbeitete in den Räumlichkeiten der Wohngemeinschaft und wurde letztlich von dem 34-Jährigen körperlich attackiert.
Einen Tag nach dem Vorfall zog der kurz darauf getötete 44-Jährige vorübergehend in die Wohngemeinschaft. Es folgten zunächst verbale Auseinandersetzungen, ehe der Angeklagte den Mann mit einem Messer bedroht und beleidigt haben soll. Am 9. November trafen beide Männer in der Wohnung dann erneut aufeinander. Der Angeklagte forderte den 44-Jährigen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft dabei mit einem vorgehaltenen Messer auf, sich zu entschuldigen. Dann soll er beschlossen haben, ihn zu töten.
Den Grund dafür sieht die Staatsanwaltschaft in der Sexualität des Opfers. Der Angeklagte soll demnach „die Tat begangen haben, da das Opfer wegen seiner sexuellen Orientierung den Tod verdient“ habe. So steht es in einer Ankündigung des Landgerichts Osnabrück, die sich auf die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft stützt.
Der Mann war homosexuell So schilderte es der ehemalige Partner des Getöteten unserer Redaktion gegenüber. Er ist erschüttert – auch, weil beide Männer am Tag vor der Tat noch bei der Polizei vor dem 34-Jährigen gewarnt hatten.
Die Hauptverhandlung am Landgericht vor der 6. Großen Strafkammer beginnt am Mittwoch, 22. April, um 9 Uhr. Ein Urteil könnte Ende Juni fallen.