Osnabrück  Wegen Brandstiftung vor Gericht: 25-Jähriger soll Feuer in zwei Osnabrücker Kliniken gelegt haben

Lukas Reynert
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Von Lukas Reynert
| 20.04.2026 11:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor dem Amtsgericht Osnabrück hat der Prozess gegen einen 25-Jährigen wegen mutmaßlicher Brandstiftung begonnen. Er soll in zwei Krankenhäusern in Osnabrück Brände gelegt haben. Foto: Hendrik Steinkuhl
Vor dem Amtsgericht Osnabrück hat der Prozess gegen einen 25-Jährigen wegen mutmaßlicher Brandstiftung begonnen. Er soll in zwei Krankenhäusern in Osnabrück Brände gelegt haben. Foto: Hendrik Steinkuhl
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Vor dem Amtsgericht Osnabrück muss sich ein 25-Jähriger Mann aus Berlin wegen mutmaßlicher Brandstiftung verantworten. Er soll im August 2025 sowohl im AMEOS Klinikum als auch in der Paracelsus-Klinik in Osnabrück Feuer gelegt haben.

Bereits der Prozessauftakt gegen einen 25-Jährigen Berliner vor dem Amtsgericht Osnabrück verlief ungewöhnlich: Die eigentlich angedachte Verteidigerin des 25-Jährigen erschien ohne Begründung nicht zum ersten Termin.

Entsprechend stand dem wegen schwerer Brandstiftung angeklagten Mann zum Prozessauftakt ein Pflichtverteidiger zur Seite. Der Berliner soll im August 2025 Brände im AMEOS Klinikum und in der Paracelsus-Klinik in Osnabrück gelegt haben.

Im ersten Fall waren auf dem Grundstück des AMEOS Klinikums vor einer Holzwerkstatt Säcke an einer Gebäudewand mit Brandbeschleuniger in Brand gesetzt worden. Das Feuer wurde jedoch rechtzeitig entdeckt, sodass die Feuerwehr ein Übergreifen auf das Gebäude verhindern konnte.

Eine Polizeibeamtin sagte vor Gericht dazu aus, dass sie den Angeklagten zusammen mit ihrem Kollegen kurz nach der Tat in der Nähe des Krankenhauses angetroffen habe. Auffällig sei gewesen, dass er ungefragt beteuerte, nichts mit dem Brand zu tun zu haben.

Zudem habe der 25-Jährige vor Ort erklärt, dass er dort unterwegs gewesen sei, weil er einen Freund besuchen wollte. Jedoch sei er dafür in die falsche Richtung gelaufen, so die Beamtin. Außerdem fanden die Polizisten bei ihm Handschuhe, ein Feuerzeug sowie eine Flasche Desinfektionsmittel und stellten ein Brandloch an der Hose fest.

Rund drei Wochen später soll er im Untergeschoss der Paracelsus-Klinik am Natruper Holz mehrere Möbelstücke angezündet haben. Schränke und Tische wurden dabei zerstört, Flure und Räume verrußt. Der Sachschaden beträgt mindestens 100.000 Euro.

Ein Gebäudetechniker berichtete vor Gericht, dass auf Videoaufzeichnungen eine Person zu sehen ist, die das Gebäude durch den Haupteingang betritt und nach rund 20 Minuten wieder verlässt. Eine andere Kamera zeige diese Person am Brandort, der sich in einem stillgelegten Teil des Gebäudes befindet. Jedoch sei eine eindeutige Identifizierung des 25-Jährigen auf den Kameraaufzeichnungen nicht möglich.

Der Angeklagte bestreitet die Taten. Zum ersten Vorfall erklärte er, auf dem Weg zu einem Freund gewesen zu sein. Beim zweiten Brand räumte er ein, sich im Gebäude aufgehalten zu haben. Während er selbst angab, sich mit einem Drogendealer getroffen zu haben, erklärte seine zum zweiten Prozesstag doch noch hinzugestoßene Verteidigerin später, er sei im Krankenhaus wegen einer Lungenembolie in Behandlung gewesen und habe sich deshalb dort aufgehalten. Sie kündigte bereits an, hierzu beim nächsten Prozesstermin Beweise vorzulegen.

Ein psychiatrischer Sachverständiger stellte zudem keine psychischen Auffälligkeiten bei dem Angeklagten fest. Trotz einer früheren Verurteilung wegen Brandstiftung mit Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus hält er den Angeklagten für schuldfähig.

Ob sich die Vorwürfe bestätigen lassen, soll Anfang Mai geklärt werden. Dann werden weitere Zeugen gehört und von der Verteidigung beantragte Gutachten vorgestellt.

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