Osnabrück  Siegtorschütze Badjie vom VfL Osnabrück: Alle hatten es mir vorher gesagt...

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 18.04.2026 17:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Gut drauf nach dem Siegtreffer: Ismail Badjie und Kai Pröger Foto: imago/Eibner
Gut drauf nach dem Siegtreffer: Ismail Badjie und Kai Pröger Foto: imago/Eibner
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Schon die letzten beiden Spiele gegen den FC Ingolstadt hatte Ismail Badjie mit Goldenen Toren für den VfL Osnabrück entschieden - und auch an diesem Samstag schlug der Joker wieder zu. Die Stimmen zum wichtigen Auswärtssieg.

Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten, die wir einmal mehr geholt haben. Ich denke, wir haben ein Spiel gesehen, dass für den neutralen Beobachter vielleicht gar nicht so spannend war, weil es nicht die Menge an großen Torchancen gab. Für mich als Trainer war es aber eine Herausforderung, weil wir kaum Mittel dagegen gefunden haben, wie gut Ingolstadt von hinten rausgespielt hat, ballferne Sechser gefunden und unsere Pressinglinien überspielt hat. In der Halbzeit haben wir versucht, dahingehend ein bisschen umzustellen, was auch nur so semi gut geklappt hat. So ist es ein Spiel geworden, in dem wir sehr um Kontrolle bemüht waren - und uns war klar, dass wir natürlich ein paar Impulse von der Bank vielleicht geben können, was dann geklappt hat. Wenn man oben steht, gewinnt man halt solche Pari-Spiele wie heute - am Ende hatte Ingolstadt ja noch eine Riesenchance, die Jonny überragend hält.

Sabrina Wittmann, Trainerin FC Ingolstadt: Ich denke, dass wir in beide Halbzeiten gut reingekommen sind, ordentliche Spielkontrolle hatten und die ersten ein, zwei Linien gut überspielt haben. Im letzten Drittel hat dann oft etwas die Genauigkeit gefehlt, wobei Osnabrück dort bekanntlich auch nicht so viel zulässt. Zudem haben wir heute sehr viele Aktionen sehr gut wegverteidigt - generell darf uns der gute Austausch mit dem Team unter der Woche und der Auftritt der Jungs heute durchaus Mut machen, dass wir bald unsere Negativserie durchbrechen. Dennoch darf ich sagen, dass es mir sehr weh tut, die wir das Gegentor bekommen haben, das hat doch sehr ans Hinspiel erinnert - wegen der guten Leistung meiner Mannschaft hätte ich mir einfach einen Punkt gewünscht.

Kai Pröger (leitete auf dem Flügel das goldene Tor des VfL ein): Ich werde ja aktuell auf verschiedenen Positionen eingewechselt und versuche dann einfach, dem Team bestmöglich zu helfen. Beim Tor ist der ball so gut nach vorn gerollt, dass ich ihn aufnehmen konnte. Erst habe ich überlegt, ins Eins-gegen-Eins zu gehne, dann aber habe ich mich doch einschieden, ihn hart vorher zu hauen - eigentlich war die Hereingabe fast ein bisschen zu lang, aber Kammer hat sie dann super aufgenommen. Wir haben uns in den letzten Monaten das als Mannschaft irgendwie erarbeitet, dass wir hintenraus unsere Chancen bekommen, wenn wir als Mannschaft vorher gut und stabil stehen. Wir hatten heute nicht den maximalen Druck, zu gewinnen und haben auch kein volles Risiko gespielt, aber schon immer unsere Chance nach vorne gesucht - und am Ende hat uns heute eben diese eine Aktion gereicht.

Ismail Badjie (zum dritten Mal in Serie Schütze des Goldenen Tores zum 1:0-Sieg gegen Ingolstadt): Schon seit Freitag habe ich mehrmals vom Trainer und anderen gehört: „Isy, du entscheidest dieses Spiel“. Wenn ich dann eingewechselt werde, nehme ich mir das nicht explizit vor, sondern versuche einfach, mein Bestes zu geben. Für uns ist es immer wichtig, geduldig zu bleiben, weil wir wissen, dass wir die Qualität haben, die Spiele am Ende zu entscheiden. Das war ein sehr wichtiger Sieg heute - und jetzt werden wir unser Ziel nicht mehr aus den Augen verlieren. Wir wollen aufsteigen und Meister werden. Nach dem Abpfiff war die Stimmung sehr ausgelassen, es wurde sehr viel gelacht und rumgeschrieen -in dieser Mannschaft macht es einfach auch Spaß, zu feiern.

Lukas Jonsson (hielt in der Nachspielzeit den VfL-Sieg fest): Beim Schuss in der letzten Minute steuert mich nur mein Instinkt - da reagiere ich nur noch und habe keine Zeit, nachzudenken. Aber dafür bin ich da, solche Bälle zu halten, auch wenn in den 90 Minuten davor nicht so viel aufs Tor gekommen ist. Umgekehrt hatte ich aber schon immer das Gefühl, dass wir Ingolstadt gefährlich werden können - wir vertrauen darauf, dass wir unsere Möglichkeiten bekommen auch in so einem engen Spiel gegen einen guten Gegner. Nun sind nur noch vier Spiele übrig - und natürlich wollen wir aufsteigen, auch ich ganz persönlich. Die 2. Bundesliga in Deutschland wäre eine Riesen-Erfahrung für mich.

Julian Kania (fälschte den Schuss von Badjie ins Tor ab): Es war ein sehr intensives Spiel, in das ich heute reingekommen bin. Ingolstadt hat das gut gemacht, stark verteidigt. So gab es doch viele lange Bälle, in die wir alles reinwerfen mussten. Am Ende aber können wir durchaus die eine oder andere Chance auch etwas besser ausspielen. Bei unserem Tor hoffe ich wirklich, dass es Isy Badjie zugeschrieben wird und nicht mir, nur weil ich den Ball noch abgefälscht habe. Grundsätzlich will ich bis zum Saisonende für Osnabrück das beste geben und unbedingt noch ein Tor machen im VfL-Trikot. Wie es dann weitergeht, kann ich jetzt noch nicht sagen - klar ist natürlich, dass sich sosohl der VfL als auch ich selbst von meiner Ausleihe aus Bielefeld mehr versprochen haben, wobei es aber auch nicht schlecht aussähe, zweimal hintereinander als Meister aufzusteigen...

David Kopacz: Heute war es nicht so einfach, ins Spiel zu kommen. Die Ingolstädter haben es ganz gut gemacht - sowohl offensiv als auch defensiv. Auch das Wetter hat es heute ein bisschen anstrengender gemacht. Aber wir haben trotzdem gut dagegengehalten. Am Ende musst du auch solche Spiele 1:0 ziehen. Wenn du oben stehst, gelingt dir das in der Regel auch. Heute war es besonders wichtig, dass es geklappt hat. Schön, dass Isi getroffen hat. Freut mich für ihn und für die Mannschaft. Er ist ein super Junge, wir verstehen uns richtig gut. Wir kommen den Dingen jetzt immer näher, aber wir machen weiter, bis das es auch rechnerisch durch ist. Am Ende ist es wichtig, dass du deine Sachen erledigst und das haben wir heute getan.

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