Ingolstadt  VfL Osnabrück siegt 1:0 in Ingolstadt und macht Riesenschritt zum Aufstieg

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 18.04.2026 16:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Osnabrücjker Szene mit Seltenheitswert in Ingolstadt: Schussversuch von VfL-Profi Fridolin Wagner. Foto: www.imago-images.de
Osnabrücjker Szene mit Seltenheitswert in Ingolstadt: Schussversuch von VfL-Profi Fridolin Wagner. Foto: www.imago-images.de
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Mit einem 1:0-Sieg beim FC Ingolstadt hat der VfL Osnabrück einen riesigen Schritt in Richtung Aufstieg gemacht. Vier Spieltage vor Schluss bleiben die Lila-Weißen souveräner Tabellenführer und haben bereits 70 Punkte auf dem Konto. Der eingwechselte Ismail Badjie erzielte einmal mehr das Tor des Tages und ließ die mitgreisten 1200 Fans jubeln.

Lange mussten die Fans in Ingolstadt warten - der Jubel war dafür umso größer, nachdem Ismail Badjie einmal mehr das Tor des Tages erzielt hatte. In der 83. Minute traf der 20-Jährige, der zu Beginn der Partie auf der Bank gesessen hatte. Es war das achte Saisontor des Offensivmannes vom VfL, der nun schon zum sechsten Mal das so wichtige 1:0 erzielt hatte.

Zu Beginn der Partie hatte Badjie, der auch im Topduell am vergangenen Sonntag gegen Cottbus das Tor des Tages erzielt hatte, noch auf der Bank gesessen. Lars Kehl, der gegen Energie früh verletzt das Feld verlassen musste, war rechtzeitig fit geworden.

Verzichten musste der VfL auf die gelb-gesperrten Frederik Christensen und Yigit Karademir sowie auf den verletzten Robin Fabinski. Auf der rechten Innenverteidigerposition begann Theo Janotta, die linke Seite besetzte Tony Lesueur.

Gut 1200 Fans hatten den VfL nach Ingolstadt begleitet. Vor dem Anpfiff gaben sie die Richtung vor: „Weiter nach oben, nie mehr zurück - nur mit dir VfL Osnabrück“ stand auf zwei großen Plakatrollen zu lesen, mit denen sie den gut gefüllten Gästeblock umspannten. Die Zeile stammt aus einem beliebten Fangesang, den der Anhang anstimmte. In der Mitte prangte das Logo des Vereins, dazu hatten die rund 1200 Mitgereisten metallisch glänzende Luftballons dabei.

Ein schönes Bild, das die Mannschaft anspornen sollte. Von Beginn an übernahm sie im Sportpark die Kontrolle. Den ersten Schuss auf das Tor der Gastgeber gab es dennoch erst in der 10. Minute, als Tony Lesueur von der linken Seite aus einmal abzog. Auch den zweiten Torschuss der Partie gab der junge Franzose ab, nach einer Ecke in der 23. Minute. Viele Chancen erspielten sich die Osnabrücker nicht. Nach einer Flanke von Patrick Kammerbauer kam Lesueur zu einem Kopfball (31.) auf der linken Seite. Es war eine zähe und chancenarme erste halbe Stunde.

Kurz darauf kam Robin Meißner das erste Mal zu einer guten Möglichkeit. Der VfL hatte sich gut und zielstrebig durch das Mittelfeld kombiniert. Eine Hereingabe von Lesueur in die Mitte landete beim Stürmer, dessen Schuss allerdings nicht sein Ziel fand. Ansonsten versuchte es der VfL vor allem über Eckbälle und Einwürfe in den Strafraum zu kommen. Ingolstadt kam nur einmal richtig vor das Osnabrücker Tor und traf sogar, Marcel Costly war zuvor bei seinem Durchbruch allerdings von Janotta klar Abseits gestellt worden. Der VfL tat sich schwer, aus seinem Ballbesitz Profit zu schlagen, Ingolstadt agierte noch zurückhaltender.

Irgendwie sinnbildlich für das Spiel der Gastgeber: Den Anstoß zur zweiten Hälfte schlugen sie bewusst ins Toraus der Osnabrücker, so dass diese mit einem Abstoß begannen. Der FCI wollte zum Anpfiff nach der Pause offenbar gar nicht in Besitz des Spielgerätes kommen. Aus dem ersten Angriff der Osnabrücker resultierte immerhin ein Torschuss durch Meißner, der allerdings ans Außennetz ging.

29 Treffer hatte der VfL bis dahin in elf Rückrundenspielen erzielt. Gegen tief und diszipliniert stehende Ingolstädter kamen die Osnabrücker auch nach der Pause nur zu wenigen guten Möglichkeiten. Eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff kam Wagner zu einem Schuss aus der zweiten Reihe - bis dato sogar die gefährlichste Aktion. Ein Kopfball von Meißner (69.) ging auf das Tornetz. Einen Schuss von Meißner, der rechts in den Strafraum gezogen war, lenkte Kai Eisele zur zehnten Ecke für den VfL. Es folgte die bis dahin beste Möglichkeit in diesem Spiel. Den Eckball von Kammerbauer köpfte Bjarke Jacobsen (78.) nur knapp über das Tor des FCI.

In der 83. Minute durften die VfL-Fans dann doch endlich jubeln. Der eingewechselte Kai Pröger setzte sich auf der rechten Seite schön durch und flankte den Ball zu Kammerbauer, der auf die linke Seite gewechselt war. Der Franke kontrollierte den Ball gut, legte ihn auf den ebenfalls eingewechselten Badjie zurück, der in die Mitte zog und aus etwa zehn Metern ins Tor traf. Der Schuss des 20-Jährigen hatte den Arm des ebenfalls eingewechselten Julian Kania gestreift, der den Ball noch leicht ablenkte. Schiedstrichter Felix Weller ließ den Treffer dennoch zählen - und der VfL durfte direkt vor dem gut gefüllten Gästeblock jubeln.

Es war das achte Saisontor von Badjie, zum sechsten Mal erzielte er das so wichtige 1:0. Mit einer Glanzparade lenkte VfL-Torwart Lukas Jonsson einen gefährlichen Schus von Emre Gül kurz vor Ende der regulären Spielzeit zur Ecke. Zuvor hatte der Schwede nur wenig zu tun, aber mit dieser Aktion sicherte er dem VfL drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg.

Nach dem Sieg hat der VfL nun als erstes Team der 3. Liga die magische Zahl von 70 Punkten erreicht und bleibt souverän an der Spitze der Tabelle. Der Vorsprung auf Platz vier (Rostock) liegt nun bei zehn Zählern, sieben Punkte sind es auf Rang den Drittplatzierten MSV Duisburg. Am Sonntag kommt es noch zum Verfolgerduell. Dann treffen in Cottbus der Tabellenfünfte Energie und Essen aufeinander. RWE auf Platz zwei hat aktuell sechs Punkte Rückstand auf den VfL, der den so wichtigen Sieg ausgiebig mit seinen Fans in Ingolstadt bejubelte. Es war ein riesiger Schritt in Richtung zweite Bundesliga.

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