Osnabrück Machtwort am Einlass: Wie die Security beim Osnabrücker Popsalon die Massen bändigt
Lange Schlangen und volle Clubs gehören zum Osnabrücker Popsalon dazu. Damit es bei den Konzerten sicher bleibt, ziehen manche Clubs klare Grenzen. Wie die Security am Einlass den Überblick behält.
Seit Mittwoch öffnet der Osnabrücker Popsalon seine Pforten für das Publikum. Früher sorgte der Einlass bisweilen für Stress, wenn zu viele Gäste ein Konzert besuchten. Deshalb haben wir diesmal Stichproben gemacht.
„Das Publikum des Popsalons ist das entspannteste überhaupt“, sagt Lars Meyer. Seit sechs Jahren arbeitet er beim Sicherheitsdienst am Einlass der Kleinen Freiheit. Er erlebte dort bereits sechs Popsalons.
Eine Gruppe Konzertbesucher nähert sich dem Bus, der als Kasse dient. Meyer kontrolliert Pässe und Bändchen. Gelegentlich blickt er in eine Tasche. „Einen schönen Abend wünsche ich“, sagt er den Gästen beim Einlass. Die Atmosphäre ist angenehm.
Gerald aus Osnabrück sieht das genauso. Der 34-Jährige besucht das Festival zum dritten Mal. Sein Ticket gewährt ihm Zutritt zu allen Konzerten. „Stress beim Einlass habe ich noch nicht erlebt“, berichtet er. Manchmal müsse man warten, weil sich eine Schlange gebildet hat. „Aber das nehme ich in Kauf.“
Und wenn mehr Zuschauer reinwollen, als in den Club passen? Dann gebe es schon mal mürrische Kommentare zu hören.
Beim diesjährigen Popsalon scheint das nicht der Fall zu sein. Auch die Konzerte in der Botschaft mit ihren mehr als 1000 Plätzen verlaufen entspannt. „Dort gab es bis Freitagabend keine besonderen Vorkommnisse“, betont Enrico Haupt, Chef des Sicherheitsdienstes EVP-Exklusiv aus Rheine.
Seine Firma kontrolliert seit Januar die Türen an der Botschaft und ist daher auch beim Popsalon 2026 im Einsatz. Aber weder beim Auftritt von Drangsal noch bei dem von Christian Löffler habe es Zwischenfälle gegeben.
Derweil herrscht am Einlass zur Kleinen Freiheit weiterhin gute Laune. Obwohl es bei Ellis-D, einem ordentlich rockenden britischen Act, und auch bei Adult DVD aus Leeds recht voll ist.
„Wenn ungefähr 350 Leute im Laden sind, machen wir dicht und lassen erst wieder jemanden rein, wenn welche die Freiheit verlassen“, sagt Lars Meyer von der Security-Firma Alpha Team. Auf die Frage, ob er denn mit einem Gerät die Gäste zählt, schüttelt er den Kopf. Ein Blick genüge, dann wisse er aus Erfahrung, wie voll der Laden ist.
Meyer schätzt den Kontakt zu den Menschen. Stammgäste der Kleinen Freiheit kennen ihn. Gelegentlich plaudern sie. Zum Beispiel über Musik. „Ich mag die Bands, die hier auftreten. Das sind oft Indie-Acts aus Großbritannien. Genau mein Geschmack“, sagt der 49-Jährige.
Vom Imbisswagen nebenan weht Bratwurst- und Pommesgeruch herüber. „Das ist gut, weil wir zu fortgeschrittener Stunde unbedingt etwas zu essen brauchen“, betont Lars. Denn um Mitternacht ist sein Job noch nicht zu Ende. Dann startet das Konzert von Warmduscher – einer Band aus London, die ein deutsches Wort als Namen wählte.