Osnabrück Neugierig von Konzert zu Konzert und von Ort zu Ort: Das sagen die Gäste des Popsalons 2026
Der 14. Osnabrücker Popsalon läuft. Wer ist dabei und wie war der Start? Wir haben zum Auftakt des Osnabrücker Club-Festivals Gäste gefragt, wie sie sich organisieren und was sie sich anschauen.
Die Eltern sind auch unterwegs, aber woanders: Das erzählen Schülerin Mathea Becker (18 Jahre) und ihre zwei Jahre ältere Freundin und PTA-Auszubildende Tabea Schulze. Sie kommen gerade vom Konzert des Leipziger Rappers Hexer im Haus der Jugend und ziehen zum Indie-Trio Herbst in der Lagerhalle weiter. Die beiden Schinkelanerinnen sind das erste Mal beim Osnabrücker Popsalon, um selbst zu erleben, was ihre Eltern, die den April-Termin jedes Jahr im Kalender stehen haben, immer erzählen.
Während die sich aber für den Donnerstagabend das Epizentrum zwischen Franken- und Dammstraße mit Botschaft und Kleiner Freiheit ausgesucht haben, um dort die irische Band Somebody’s Child zu sehen, bleiben die Töchter in der Altstadt. Auch in den nächsten Tagen wollen sie sich eher dort orientieren, um dann aber später eventuell noch zur After-Show in die Kleine Freiheit zu gehen – in der Hoffnung, dort nicht gerade ihre Eltern zu treffen.
Wie sie ist auch der 62-jährige Friedhelm „Fitti“ Kruse Stammgast beim Osnabrücker Indoor- und Club-Festival. Einmal mehr ist er eigens dafür aus Porta Westfalica angereist und übernachtet für das lange Musikwochenende in einem kleinen Hotel in der Nähe des Rosenplatzes. Auch er war neugierig auf Hexer, da sein Sohn selbst Rapper ist, erzählt er. Viel mehr interessiert ihn aber Frytz, später ebenfalls im Haus der Jugend. „Old School“, sagt der ehemalige Tischler und Zimmermann und jetzige Hausmeister in einer Asylbewerberunterkunft und kramt einen ausgedruckten Zettel mit dem Tagesprogramm heraus, um sich zu orientieren.
Obwohl erst 25 Jahre, ist die Ergotherapeutin Marlene Hafkemeyer aus Osnabrück schon das sechste Mal beim Popsalon dabei. Neben ihr sitzt auf den Stufen vor dem Haus der Jugend ihre gleichaltrige Freundin Marisa Wresch, die sie seit der gemeinsamen Ausbildung kennt und für die Ausgabe Nummer 14 eine Premiere ist. Das Festival-Ticket hat sie von ihrer früheren Kommilitonin zum Geburtstag geschenkt bekommen, nachdem sie über Erzählungen neugierig geworden ist. Fest eingeplant haben die beiden für Freitag den Elektro-Popper Christian Löffler und am Samstag das Hip-Hop-Trio OK Kid in der Botschaft.
Erst im vergangenen Jahr hat die Osnabrückerin Gitti Lindner (59 Jahre) den Popsalon für sich entdeckt. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie gleich danach den Frühbucher-Rabatt für das kommende Festival genutzt hat. Bei dem ist sie nun mit ihrer Freundin Kathrin Loer (46) unterwegs, die als Politik-Professorin an der Hochschule lehrt und forscht. Für den Donnerstag haben sich die beiden die Altstadt als ihr musikalisches Terrain ausgesucht, am nächsten Tag wollen sie in die Botschaft, wo der diesjährige Popsalon am Mittwochabend mit dem Deutschpop von Drangsal eröffnet worden ist.
Ansonsten geht es den beiden erklärten „Best Friends“ wie vielen Popsalon-Gängern, die sich einfach treiben und überraschen lassen wollen. So mancher mag sich dabei wie Fitti darüber ärgern, dass vieles, was einen gleichermaßen interessiert, zeitlich parallel läuft. Aber die große Auswahl und Vielfalt wird das wohl entschädigen. Das gilt auch für die Locations. Erstmals finden in diesem Jahr Popsalon-Konzerte im Sharehaus Friedenskirche statt und am Freitag und Samstag ist auch der am neuen Standort in der Skatehall an der Rosenburg wiedereröffnete Bastard Club einer von sechs Schauplätzen des bei allen Altersgruppen beliebten Osnabrücker Entdecker-Festivals.