Osnabrück Auszeichnung für Schäffer: Hört doch mal damit auf, Osnabrück schlechtzureden!
Das Osnabrücker Kaufhaus Schäffer gehört plötzlich zur Weltspitze. Prämiert von einer internationalen Jury – besser geht es in dieser Branche kaum. Darauf kann man ruhig einmal stolz sein, oder?
Das Osnabrücker Kaufhaus Schäffer wird in Chicago als eines der besten der Welt ausgezeichnet. Und hier vor Ort? Wird weiter über Leerstand, Baustellen und den Niedergang der Innenstadt geklagt. Der Widerspruch könnte kaum größer sein.
Der Global Innovation Award (gia) ist die wichtigste internationale Auszeichnung der Branche. Dass Schäffer zu den fünf besten Handelskonzepten weltweit gehört, ist alles andere als selbstverständlich. Es zeigt: Mit Ideen, Mut und Entwicklung kann stationärer Handel funktionieren – auch in Osnabrück.
Natürlich: Baustellen, Neumarkt, Leerstand – die Liste der Klagen ist lang und bekannt. Und ja, die Probleme gibt es. Aber sie sind eben nicht die ganze Wahrheit. Während andernorts Preise vergeben werden, wird hier oft noch der Niedergang herbeigeredet.
Der Erfolg von Schäffer zeigt: Osnabrück kann mehr, als viele ihm zutrauen. Ein inhabergeführtes Kaufhaus, das sich neu erfindet, das Kunden anzieht – sogar aus den Niederlanden – und das international als eines der besten Konzepte gilt, das passiert nicht in einer sterbenden Stadt.
Osnabrück hat auch das, was vielerorts fehlt: eine Mischung aus kleinen Läden, gewachsenen Strukturen und neuen Ideen, die Redlingerstraße, die Cafés der Altstadt. Sicher, nicht jede Ecke glänzt. Aber in welcher Stadt tut es das schon?
Vielleicht ist das eigentliche Problem nicht die Innenstadt, sondern der Blick auf sie. Wer nur Leerstand sieht, übersieht die Orte, die funktionieren. Wer nur jammert, trägt nichts zur Lösung bei. Stadt lebt davon, dass Menschen sie nutzen. Einkaufen, bummeln, bleiben. Nicht davon, dass sie in Kommentarspalten schlechtgeredet wird.
Der gia-Award ist deshalb mehr als ein Preis für ein Kaufhaus. Er ist ein Spiegel. Und der zeigt: Osnabrück ist besser als sein Ruf. Zeit, dass wir das auch selbst merken.