Osnabrück  Ein Wolf im Wald von Osnabrück-Pye? Jagdpächter warnt vor Spaziergang mit Hund

Martin Schmitz
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Von Martin Schmitz
| 15.04.2026 20:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das sieht schon sehr nach Wolf aus: Aufnahme aus einer Wildkamera in Pye am Mittwoch. Foto: Albers
Das sieht schon sehr nach Wolf aus: Aufnahme aus einer Wildkamera in Pye am Mittwoch. Foto: Albers
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Im Lindholz-Wald beim Friedhof in Osnabrück-Pye soll sich ein Wolf aufhalten. Für Spaziergänger mit Hunden könnte er eine Gefahr sein.

„Durch die Polizei bin ich am Montag, 13. April, auf einen Rehkadaver aufmerksam gemacht worden“, teilt Antonius Albers mit, Jagdpächter in Pye. Das Reh wurde von einer Waldbesucherin gefunden und wies typische Merkmale eines Wolfrisses auf.

Und am Morgen des Mittwochs ist der Wolf dann von einer Wildkamera fotografiert worden, fährt der Jagdpächter fort. Ein Jagdkollege schickte Albers das Bild. Es zeigt ein Tier, das über eine Grünfläche läuft, möglicherweise im Galopp dahinjagt. Das Bild ist nicht sehr scharf, doch nach einem wolfsähnlichen Hund sieht das nicht gerade aus.

Die Wälder machen Pye am nördlichen Stadtrand interessant für Wölfe. „2022 hat hier schon mal einer ein Gastspiel gegeben“, erzählt Albers am Telefon. Ob es diesmal beim Gastspiel bleibt, scheint im Moment noch nicht ganz sicher zu sein. Das Tier hält sich seit mindestens vier Tagen in Lindholz auf, in der Nähe des Friedhofes.

Dort hat sich der Wald stark naturverjüngt, und das dichte Unterholz gibt dem Wolf Deckung. Man kann ihn nicht so leicht ausmachen.

Zugleich sind dort viele Spaziergänger mit Hunden unterwegs, und das könnte im Moment nicht ganz ungefährlich sein. Spätestens wenn der Hund dort den Kadaver eines Tieres aufspürt, den der Wolf gerissen hat: Dann dürfte der Wolf seine Beute gegen den Hund als Konkurrenten verteidigen. Angeblich sollen Wölfe kleine Hunde sogar als Beute betrachten und kurzen Prozess mit ihnen machen. Grund genug also für Hundehalter, auf einen Waldspaziergang in Pye zu verzichten, bis klar ist, wo der Wolf abgeblieben ist.

Spaziergänger sollten sich ruhig und besonnen verhalten, wenn sie dem Wolf begegnen. Dazu raten Naturschutzverbände wie der Nabu oder das Wolfsbüro. Sie sollten einfach abwarten oder sich langsam zurückziehen. Wölfe sind in der Regel scheu und meiden den Menschen.

Wenn es sich um ein junges und allzu neugieriges Tier handelt, könnte es dem Menschen ein Stück weit folgen. Dann hilft es, sich großzumachen, die Arme oder die Jacke zu schwenken, laut zu rufen oder in die Hände zu klatschen.

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