Osnabrück VfL Osnabrück: Blitz-Comeback von Lars Kehl beim Training – allerdings nur kurz
Lars Kehl stand am Mittwoch überraschend wieder auf dem Trainingsplatz des VfL Osnabrück – allerdings nur kurz. Die Verletzung des Spielmachers scheint nicht ganz so schlimm zu sein, wie zunächst befürchtet. Ein Einsatz am Samstag gegen Ingolstadt ist jedenfalls nicht völlig ausgeschlossen, sagt Trainer Timo Schultz.
Als Lars Kehl am Sonntag beim 1:0-Sieg des VfL Osnabrück gegen Energie Cottbus in der 14. Minute verletzt ausgewechselt werden musste, hielt die Bremer Brücke kollektiv kurz den Atem an. Der Mittelfeldspieler zählt schließlich zu den wichtigsten Spielern beim Tabellenführer der 3. Fußball-Liga, als Torschütze, Vorbereiter und fleißiger Arbeiter. Spätestens nach der Mitteilung des Vereins am Montag, dass der Spielmacher „bis auf Weiteres“ ausfalle, drohte eine Premiere in dieser Saison: eine VfL-Partie ohne Kehl in der Startelf am Samstag in Ingolstadt (14 Uhr).
Am Mittwoch aber die Überraschung: Der 24-Jährige stand trotz seiner Prellung zu Beginn der ersten Trainingseinheit der Woche auf dem Rasen am Schinkelberg. Ein erstaunlich schnelles Comeback, das allerdings nur kurz währte. Kehl machte die erste Passform zum Aufwärmen mit, doch die Schmerzen waren zu groß, um die folgenden Sprints zu absolvieren. Er drehte noch ein paar Laufrunden und verschwand dann wieder Richtung Bremer Brücke.
Ein geplanter Ablauf, wie Trainer Timo Schultz erklärte. „Es war klar, dass er nicht ganz mittrainieren kann. Dass er überhaupt schon wieder auf dem Platz steht, ist ein gutes Zeichen“, sagt er. „Es ist etwas, das er rauslaufen muss.“ Und weil die VfL-Physioabteilung um Chef Sebastian Schwermann grundsätzlich an der maximalen Belastungsgrenze arbeitet, sollte Kehl so schnell wie möglich wieder aufs Feld. Ein Einsatz gegen Ingolstadt, ob von Beginn an oder notfalls als Joker, ist deshalb laut Schultz nicht ausgeschlossen. „Sollte er morgen oder übermorgen trainieren können, kann er Samstag auch spielen. Er muss nicht jede Einheit machen – den Status hat er sich schon erarbeitet.“
Kehls Mannschaftskollegen, von denen nur der ebenfalls verletzte Robin Fabinski (Bänderverletzung) fehlte, arbeiteten derweil an der Vorbereitung auf die fünftletzte Partie der Saison. Schultz hatte am Sonntag angekündigt, sein Team daran zu erinnern, dass trotz des Sieben-Punkte-Vorsprungs noch viel Arbeit bevorsteht, bis das Ziel, der Aufstieg in die 2. Bundesliga, erreicht ist. Nun, nach der Einheit, schränkte er ein. „Es ist etwas, wo ich mir bei der Mannschaft sowieso keine Sorgen machen muss. Die sind immer da, haben immer Bock, sind immer laut.“
Von Lässigkeit also keine Spur, auch wenn dieser große Sieg gegen Cottbus nachwirkt. „Man hat am ganzen Sonntag gemerkt, dass es ein besonderes Spiel war. Für mich war es bislang der kribbeligste Brückentag“, sagt Schultz. „Natürlich ist die Freude und Erleichterung danach auch größer. Das kann man ein oder zwei Tage genießen.“ Aber – und so richtete er den Blick auch gleich nach vorne: „Ich gehe davon aus, dass wir mindestens noch drei Spiele gewinnen müssen, um unser Ziel zu erreichen.“ Die Chancen, dass Lars Kehl dabei wieder maßgeblich helfen kann, sind inzwischen deutlich gestiegen.