Osnabrück  VfL Osnabrück auf dem Weg zur besten Drittliga-Rückrunde seiner Geschichte?

Malte Artmeier
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Von Malte Artmeier
| 14.04.2026 18:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wollen hoch hinaus: Die Spieler des VfL Osnabrück jubeln nach dem 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus am Sonntag. Foto: osnapix/Marcus Hirnschal
Wollen hoch hinaus: Die Spieler des VfL Osnabrück jubeln nach dem 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus am Sonntag. Foto: osnapix/Marcus Hirnschal
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Ob bewusst oder nicht: Der VfL Osnabrück befindet sich in dieser Rückserie auf Rekordjagd. Im Zentrum der letzten fünf Spiele dieser Drittliga-Saison steht zwar der Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga - dabei könnten die Lila-Weißen aber noch zwei Bestmarken erreichen, die den ganz großen Erfolg sehr wahrscheinlich machen würden.

35 Punkte aus 14 Spielen, eine Tordifferenz von 29:6: Die Zahlen zur laufenden Rückrunde des VfL Osnabrück in der 3. Fußball-Liga lesen sich herausragend gut. Die Lila-Weißen haben sich 2026 in der Tabelle von Rang sechs auf Rang eins hochgearbeitet und sind fünf Partien vor Schluss mit sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang auf dem Sprung zur Rückkehr in die 2. Bundesliga. Sollte diese gelingen, ist vor allem eben die zweite Halbserie der Saison als historisch einzustufen. Denn der VfL befindet sich auf dem Weg, die beste Rückrunde seiner Drittliga-Historie zu spielen.

Seit Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 holte der VfL bislang in drei Rückrunden mehr als die aktuellen 35 Zähler: 2010 waren es 36, 2019 schon 38 und 2023 stellte die Elf von Trainer Tobias Schweinsteiger mit 42 Punkten aus 19 Partien den bisherigen Rückrunden-Rekord auf. In allen drei Spielzeiten reichte ein so starkes zweites Halbjahr zum Aufstieg. Sieben Punkte fehlen den Osnabrückern in dieser Saison also noch, um die Bestmarke einzustellen.

Mit Blick auf den bisherigen Jahres-Punkteschnitt von 2,5 scheint ein neuer Rekord in erreichbarer Nähe. Dazu müsste der VfL aus den ausstehenden Partien in Ingolstadt, gegen Verl, in Wiesbaden, gegen Ulm und in Großaspach (gegen Stuttgart II) noch acht Punkte holen. Insgesamt stünde Lila-Weiß dann bei 75 Punkten - und wäre so wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgestiegen, denn der aktuelle Tabellendritte aus Cottbus kann diese Punktzahl bei momentan 60 Zählern maximal noch erreichen.

Der Drittliga-Rückrunden-Rekord allgemein liegt übrigens bei 45 Punkten, die der Karlsruher SC in der Saison 2012/13 erreichte - und letztlich auch aufstieg. Um diesen Wert zu knacken, bräuchten die Osnabrücker also noch elf Zähler, ein schwieriges, aber nicht unmögliches Unterfangen. Insgesamt holten in den letzten 18 Jahren 19 Mannschaften mehr als 40 Punkte in einer Rückserie.

Ebenso schwierig zu erreichen, ist ein anderer Rekord. Die Basis des Osnabrücker Erfolgs ist die beste Defensive der 3. Liga, die in diesem Jahr erst sechs Gegentore kassierte. Keine andere Mannschaft fing sich in der Geschichte dieser Spielklasse in einer Halbserie so wenige Tore. Den Rekord in diesem Bereich teilen sich aktuell zwei Mannschaften: Union Berlin 2008/09 und Erzgebirge Aue 2015/16 kassierten in den jeweiligen Rückserien nur acht Gegentreffer. Und wie könnte es anders sein? Auch diese beiden Mannschaften stiegen zum Saisonende auf.

Um den Traum von der 2. Bundesliga zu verwirklichen, wird der VfL in dieser Saison nicht zwingend Rekorde brechen müssen. Ein schönes Beiwerk wären sie aber allemal. Alles entscheidend bleibt jedoch die Abschlussplatzierung: Beim VfL wäre man mit Rang eins und zwei nach 38 Spieltagen glücklich.

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