Osnabrück VfL Osnabrück festigt Rang eins: Eine Mannschaft voller Mentalitätsmonster
Der VfL Osnabrück hat den kleinen Dämpfer in der englischen Woche mit der Niederlage in Duisburg gut weggesteckt und gegen Energie Cottbus wieder einmal gezeigt: Er kann auch Topspiele. Ismail Badjie war der Mann des Spiels beim 1:0 am Sonntag. Mit ihm gewann eine Mannschaft voller Mentalitätsmonster, die zum 18.-ten Mal zu Null spielte.
# 37 Ismail Badjie (ab 14. Minute für Kehl): Dass der Mann des Spiels ein- und ausgewechselt wird, ist auch für den oft verrückten Fußball sicher eine Besonderheit, lag aber vor allem daran, dass Badjie schon in der 13. Minute für den verletzten Lars Kehl eingewechselt wurde. Der Offensivmann benötigte ein paar Minuten, um in die Partie zu kommen, setzte dann aber - im Gegensatz zu seinem Startelfeinsatz in Duisburg - erste Akzente. Zog mehrfach gut in Richtung Strafraum und suchte den Abschluss. Noch ohne Erfolg. Sorgte dann mit seinem Tor in der 50. Minute für einen perfekten Start in die 2. Halbzeit. Antizipierte gut, dass Frederik Christensen auf der linken Außenbahn viel Platz hatte und orientierte sich daher mehr in die Mitte. Bekam den Ball dort perfekt vom Dänen serviert und schloss mit einem starken ersten Kontakt ab. Auch in der zweiten Hälfte eine Kontergefahr für Cottbus.
# 4 Yigit Kardemir: Kam für den verletzten rechten Innenverteidiger Robin Fabinski in die Startelf und zeigte von Beginn an eine starke Leistung. Hatte es vor allem mit dem dynamischen Moustfa zu tun - und hatte diesen zu jeder Zeit im Griff. War in der Defensive oft der letzte Mann und musste daher in viele Laufduelle. Gewann sie alle und hatte so entscheidenden Anteil daran, dass der VfL bereits zum 18.-ten Mal in dieser Saison „zu Null“ spielte. Musste einen Cottbusser Konter mit einem taktischen Foul verhindern. Sah zum fünften Mal Gelb und wird in Ingolstadt fehlen.
# 15 Bjarke Jacobsen: Der Däne war einmal mehr ein wichtiger Stabilisator. Räumte im Mittelfeld viel ab und sorgte bei den vielen Eckbällen der Gäste für Sicherheit im Luftraum vor dem Osnabrücker Tor. Ließ nur einmal den ehemaligen Osnabrücker Engelhardt kurz entwischen. Sorgte mit seiner Übersicht für Ruhe und initiierte auch den ein oder anderen Angriff des VfL.
# 24 Jannik Müller: Den Kapitän des VfL bringt so leicht nichts aus der Ruhe - auch nicht die Niederlage unter der Woche beim MSV Duisburg. Das färbt auch auf die Mitspieler ab. War gegen Cottbus wieder mal souverän unterwegs und agierte als ordnende Hand in der Defensive. Entschärfte einen Schuss von Engelhardt und behielt auch bei den zahlreichen Ecken der Gäste die Übersicht. Sah kurz vor Pause nach einer Freistoßflanke von Christensen gehabt, sah aber nicht den besser postierten Jacobsen und fälschte per Kopf zu sehr ab.
# 31 Patrick Kammerbauer: Der rechte Außenbahnspieler des VfL liefert eigentlich immer gute Spiele - manchmal aber auch sehr gute. So wie gegen Cottbus. Ließ defensiv wenig anbrennen, war giftig, laufstark und hatte dazu auch offensiv noch die ein oder andere gute Idee. Leitete mit einem wunderschönen Pass auf Meißner eine der besten VfL-Chancen in der ersten Halbzeit ein, die leider abgepfiffen wurde. Abseits soll es gewesen sein. War es wohl nicht. Ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen, sondern spielte weiter engagiert. Ist eines von vielen Mentalitätsmonstern dieser Mannschaft.
# 3 Frederik Christensen: Hatte bei der 0:1-Niederlage kurzzeitig seinen Startplatz abgeben müssen, erhielt diesen aber umgehend zurück und rechtfertigte dies voll und ganz. Der Däne zeigt seit Wochen eine solide Leistung, gegen Cottbus spielte er sowohl offensiv als auch defensiv eine starke Partie. Leitete mit seinem Sprint und seiner Hereingabe von der linken Seite das 1:0 durch Badjie ein, dem er den Ball perfekt in die Mitte gelegt hatte. Eine verunglückte Ecke musste er kurz allerdings mit einem Foul, für das er Gelb sah, ausbügeln.
# 26 Fridolin Wagner: Der Mittelfeldspieler hat sich an der Seite von Jacobsen mittlerweile festgespielt. Das liegt auch daran, dass Wagner selten Fehler produziert. Zeigte auch gegen Cottbus, was für ein zuverlässiger Kämpfer er ist und mit wie viel Übersicht er im Mittelfeld für Ordnung sorgt. Spielte zwar nicht besonders auffällig, aber effektiv.
# 25 Niklas Wiemann: Ärgerte sich nach dem 0:1 in Duisburg besonders, setzte die Wut gegen Cottbus in positive Energie um. Hatte defensiv allerdings im Gegensatz zu seinen Nebenleuten auch ein paar Wackler. Ein Fehlpass im Mittelfeld hätte durchaus schief gehen können, ein schnell ausgeführter Freistoß war sogar für den flinken Badjie viel zu weit. Machte diese kleinen Fehler durch viel Einsatz wett und schaltete sich zudem auch immer wieder in der Offensive ein. Hatte kurz vor Schluss sogar noch die Energie für einen Lauf bis in den Strafraum des Gegners. War nach der Halbzeit auch defensiv aufmerksam und gewann viele wichtige Kopballduelle gegen Engelhardt und Cigerci.
# 21 Lukas Jonsson: Der Torhüter des VfL hatte nur wenige Gelegenheiten sich wirklich auszuzeichnen, weil seine Vorderleute vieles vorher klärten. Aber wenn er gebraucht wurde, war er da. Einen Aufsetzer von Cigerci lenkte er um den Pfosten und verhinderte so einen frühen Rückstand. Blieb auch in der Nachspielzeit ruhig.
# 11 Robin Meißner: Der Stürmer hatte zu Beginn der Partie etwas Probleme ins Spiel zu kommen - ähnlich wie in Duisburg. War dennoch deutlich präsenter als in der Partie beim MSV. Hatte Pech bei einem Abseitspfiff nach einem Zuckerpass von Kammerbauer. Leitete kurz darauf selbst einen guten Angriff mit einem Pass auf Badjie ein. Hatte nach einem Angriff über Kopacz zweimal die Chance zum 1:0. Traf nur Außennetz. Holte kurz vor Schluss und in der Nachspielzeit unter anderem eine wichtige Ecke raus und machte clever die Bälle fest. Sorgte so mit dafür, dass Cottbus nicht mehr richtig gefährlich in die Osnabrücker Hälfte kam.
# 29 David Kopacz: Stand wie Christensen nach einer Startelfpause in Duisburg wieder von Beginn an auf dem Feld. Hatte die erste gute Möglichkeit für den VfL nach einer Ecke in der 27. Minute, zog auf der rechten Seite mit rechts ab, allerdings knapp am Pfosten vorbei. Arbeitete auch defensiv mit, unterband unter anderem einen Cottbusser Konter und zog selbst den Freistoß. Blieb diesmal ohne Tor oder Vorlage wie sonst so oft in den Spielen der Rückrunde, wirkte aber dennoch präsent im Spiel des VfL.
# 23 Tony Lesueur: Kam in der 64. Minute für Christensen in die Partie und sorgte kurz darauf das erste Mal für Wirbel. Setzte im Mittelfeld nach einem eigentlich gestoppten Konter den Ball und flankte ihn in den Strafraum. Hielt defensiv auch in der Schlussphase mit dagegen und sorgte alleine durch seine Anwesenheit auf dem Platz dafür, dass Energie ein Auge auf den schnellen Außenbahnspieler hatte.
# 6 Bryan Henning (ab der 86. für Badjie), # 22 Bernd Riesselmann (ab der 86. für Kopacz), # 20 Theo Janotta (ab der 86. für Karademir) halfen defensiv mit das 1:0 über die Nachspielzeit zu bringen und sorgten auch mit offensiven Aktionen für Entlastung. # 18 Lars Kehl (bis zur 14. Minute für Badjie): musste früh verletzt das Feld verlassen.