Osnabrück  Stadt Osnabrück plant „Veloroute 7“ für Radfahrer parallel zur Iburger Straße

Eva Marie Stegmann
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Von Eva Marie Stegmann
| 11.04.2026 06:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Statt über die Iburger Straße will die CDU Radfahrer in Osnabrück verstärkt auf einer Ausweichroute führen. Foto: Jörn Martens
Statt über die Iburger Straße will die CDU Radfahrer in Osnabrück verstärkt auf einer Ausweichroute führen. Foto: Jörn Martens
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Die Iburger Straße soll für Radfahrer sicherer werden. Parallel will die Stadtverwaltung eine schon länger geplante Veloroute als Alternative zur Einfallstraße ausbauen. Wo sie langführt, wie die Strecke für Radler verbessert werden soll und was der Radentscheid Osnabrück von den Plänen hält.

Schnell etwas für die Sicherheit der Radfahrer an der Iburger Straße tun, auch ohne Umweltspur. Das ist das Ziel, welches der Osnabrücker Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt und die Stadtverwaltung nun verfolgen. Außerdem soll eine Ausweichroute für all diejenigen, die lieber abseits der Einfallstraße unterwegs sind, ausgebaut werden.

Die Idee hatte die CDU eingebracht, Anette Meyer zu Strohen betonte im Ausschuss: „Wir wollen die Radfahrer nicht verbannen“, vielmehr gehe es darum, parallel an beiden Strecken zu arbeiten.

Die Route, die über weite Teile durchs Grüne führen soll, ist als „Veloroute 7“ ohnehin im Radverkehrsplan 2030 der Stadt Osnabrück vorgesehen und insofern nichts komplett Neues.

Die Route startet, aus Richtung Nahne kommend, „Im Nahner Feld“ und verläuft über die Straße „Alte Bauernschaft“.

Dann geht es weiter hinter dem Schul- und Sportzentrum am Waldrand entlang und schließlich parallel zum Riedenbach bis zur Miquelstraße, die Teutoburger Straße entlang bis zur Meller Straße. Insbesondere in dem kleinen Waldstück vorbei an den Berufsbildenden Schulen am Schölerberg ist es teils holprig, der Belag muss ertüchtigt werden und es braucht Beleuchtung.

Auch danach, wenn es entlang des Riedenbachs weitergeht, fehlt das Licht. Zudem brauche es Querungshilfen für die Miquel- und Meller Straße.

Sven Schoppenhorst von der CDU sagte: „Klar, die Maßnahmen, die umgesetzt werden müssen für die Veloroute 7, sind schon heftig. Der Asphalt, die Beleuchtung.“ Aber es müsse ja auch nicht alles gleich perfekt ausgebaut werden, immerhin heiße es „naturnah“. Und man sei mit dem Fahrrad ja schon froh, wenn man in Osnabrück überhaupt eine Strecke abseits der Hauptrouten finde. „Wichtig ist uns, dass wir die Veloroute jetzt angehen und nicht erst warten, bis wir das große Ding haben.“

Geplant ist, nach den ersten Ad-hoc-Maßnahmen für die Iburger Straße in diesem Jahr auch schnelle Lösungen für die Veloroute 7 anzugehen, das wären zum Beispiel Markierungen oder auch Beleuchtung. Und im Anschluss soll parallel an mittelfristigen Sicherheitsmaßnahmen für beide Routen gearbeitet werden, etwa Asphaltierungen oder, wie im Fall der Iburger Straße, eine verbesserte Ampelschaltung.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt betonte auch Stadtbaurat Thimo Weitemeier, dass es nicht darum gehe, Radfahrer einfach umzuleiten. Auch die Iburger Straße, auf der es immer wieder zu Unfällen kommt, solle gut befahrbar sein, wenn es schnell gehen müsse. „Auf der anderen Seite – und das ist meine holländische Sichtweise – haben wir entlang der Veloroute ganz viel Zielverkehr. Die Schulen, das Kreishaus, der Weg zum Tierpark, zur Klinik.“

Seine Erfahrung sei: Wenn die Route erst ausgebaut ist, dann entscheiden sich Menschen häufig für die grüne und attraktivere – auch wenn sie etwas länger sei. Es mache daher Sinn, beides anzugehen: Sicherheit auf der Iburger Straße und die Veloroute.

Daniel Doerk vom Radentscheid Osnabrück sagt dazu: „Kurzfristige Maßnahmen an der Iburger Straße sind gut, aber es ist deutlich weniger, als beschlossen wurde.“ Das sei die Umweltspur gewesen. Er wundert sich, dass sich die Politik davon nun komplett verabschiedet und die Sache offenbar keiner weiteren Prüfung unterziehen wolle.

Von der Nebenroute an sich sind er und die anderen vom Radentscheid nicht begeistert. „Der vorgeschlagene Umweg über den Parkplatz des Kinderkrankenhauses und hinter dem Altenheim durch den Wald schafft Konflikte zwischen Radfahrenden, Spaziergängern und Patienten“, so Christoph Drepper. Radfahrende seien keine Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse, das Ganze kein Hobby, sondern für viele Verkehrsmittel Nummer eins. Daher müssten auch sie, als Pendler, sicher und zügig an ihren Arbeitsplatz kommen.

Dass auf der Alternativroute durch den Schölerberg zehn Rechts-vor-Links-Situationen Radler ausbremsen, kritisierte Doerk ebenfalls. „Die CDU-Route führt außerdem durch verkehrsberuhigte Bereiche wie die Teutoburger Straße, den Ithweg und den Deisterweg – hier gilt Schrittgeschwindigkeit auch für Radfahrende. Das ist keine zügige und sichere Verbindung, sondern ein klarer Rückschritt“, kritisiert Daniel Doerk.

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