Hamburg Influencer sorgt als tanzender „Fake-Polizist“ für Aufruhr – Polizei reagiert
Ein Influencer, Sänger und Tänzer beschäftigt aktuell die Hamburger Ermittlungsbehörden. Die Polizei untersucht den Fall und hat den Influencer kontaktiert – doch der stellt sich quer.
Eins der Videos, aufgenommen im Foyer der Hamburger Europa-Passage, ist mit fast drei Millionen Klicks auf Instagram mittlerweile viral gegangen: Hier läuft der Influencer Booz in einer unechten Polizei-Uniform auf eine Gruppe Tänzer in schwarzer Kleidung zu und suggeriert zunächst, ihren Auftritt unterbinden zu wollen. Doch dann schließt er sich der Gruppe an und tanzt mit ihnen.
Das Video stößt auf viel Begeisterung: „So kann Polizei auch gehen! Danke Polizei“, schreibt ein Nutzer. „Es ist schön zu sehen, dass die Polizei den Menschen zur Seite steht und die Freude mit ihnen teilt. Das ist ein 47 Jahre alter Traum für die Menschen in meinem Land. Ich bin so dankbar, hier leben zu dürfen. Danke, Deutschland“, postet ein anderer.
Das Problem: Bei dem Influencer handelt es sich eben nicht um einen echten Polizisten und nach § 132a des Strafgesetzbuches (StGB) ist es in Deutschland strafbar, „Titel, Berufsbezeichnungen und Abzeichen“ zu missbrauchen. Das soll die Autorität des Staates schützen.
Auf diese Sachlage wies die Hamburger Polizei den Influencer sowohl auf Instagram als auch auf TikTok hin und schreibt: „Wir bitten Sie, die Videos von Ihrem Account zu entfernen und keine weiteren Videos zu veröffentlichen, in denen nicht sofort deutlich wird, dass es sich bei Ihnen nicht um einen echten Polizisten handelt. Ansonsten müssen wir leider rechtliche Schritte einleiten.“
Die Nachricht teilt Booz auf seinem Social-Media-Account und beschwert sich direkt: „Jungs, das ist nicht euer Ernst. Da ist man einmal Freund und Helfer, und ihr macht so? Ihr habt andere Dinge zu tun, als Booz zu verfolgen. Da sind echte Kriminelle, Räuber und Gangster. Die habt ihr zu verfolgen, aber nicht mich.“
Und der Influencer teilt im Video noch mehr aus: „Abgesehen davon sind da Rechtschreibfehler drin. Moin, Komma, Absatz. Ist ja keine Straftat, euch darauf hinzuweisen. Ich freue mich auf die Rechnung vom Anwalt.“ Anschließend folgt eine Werbe-Einblendung für sein neues Album.
Dass die Nachricht vom echten Social-Media-Team der Hamburger Polizei kommt, bestätigte diese auf Anfrage der Redaktion. „Der von Ihnen beschriebene Vorgang hat sich nach bisherigen Erkenntnissen am 24.03.2026 in der Europapassage ereignet“, schreibt die Pressestelle. „Der Nutzer des Instagram-Kanals ,booz‘ ist daraufhin von unserem Social-Media-Team über die besagten Kanäle (Instagram/TikTok) kontaktiert worden. Der Vorgang wird im Moment geprüft. Diese Prüfung dauert an.“
Die Pressestelle kündigt auch an, in etwa einer Woche noch mehr zu dem Fall sagen zu können. Auf dem Social-Media-Kanal von Booz ist es nämlich nicht nur das eine Video aufgetaucht, sondern noch weitere: In einem tanzt er mit seiner Gruppe auf dem Gänsemarkt, in einem vor der Europa-Passage. In einem anderen „snoozed“ er, konsumiert also Nikotinbeutel, die sich in Deutschland mindestens in einer rechtlichen Grauzone befinden. Er bezeichnet sich als den „lustigsten Polizisten Deutschlands“ und als „Polizist, der Musik macht“.
In einem filmt sich Booz in seiner Uniform in einem Aufzug und schreibt dazu: „Auf zwei Bier, einer fetten Lunte hinters Steuer und wieder AfD-Wähler verhaften“. Einsicht ist in keinem der Videos zu sehen – und es sieht so aus, als ob der Verlauf dieses Falls spannend bleibt.