Osnabrück Ende absehbar: So lange sind Trauungen im Osnabrücker Akzisehaus noch möglich
Während die Stadtwaage saniert wird, ist das Akzisehaus am Museumsquartier zum beliebten Anlaufpunkt für Brautpaare avanciert. Doch trotz der positiven Resonanz bleibt der Standort eine Übergangslösung mit besonderen Regeln – und einem festen Ablaufdatum.
Wer in Osnabrück heiraten möchte, kann zwischen verschiedenen Trauorten wählen. Im Traukalender der Stadt sind die Möglichkeiten aufgeführt: das Schloss Osnabrück ist ebenso dabei wie das Gut Honeburg, der Botanische Garten, der Ledenhof und die VIP-Loge des VfL Osnabrück.
Der Klassiker aber fehlt. Die Osnabrücker Stadtwaage wird seit zwei Jahren saniert und ist gesperrt. Für die Dauer der Arbeiten ist das Standesamt ins Akzisehaus am Felix-Nussbaum-Haus gezogen.
Seitdem haben sich mehr als 1000 Paare dort trauen lassen. Die genaue Zahl kann die Stadt Osnabrück nicht nennen, sie spricht von einer vierstelligen Zahl. Auch für dieses Jahr gebe es bereits rund 550 Anmeldungen. „Das Akzisehaus wurde sehr gut angenommen.“
Wie in der Stadtwaage finden im Akzisehaus 18 Personen plus Brautpaar und zwei Trauzeugen Platz. Das ist eine Gemeinsamkeit der beiden Orte, die sich sonst aber stark voneinander unterscheiden. So gibt es im Akzisehaus keinen Wartebereich und keine Unterstellmöglichkeiten bei widrigem Wetter.
„Natürlich ist das Ambiente nicht dasselbe wie in der Stadtwaage mit dem Markt“, räumt die Stadt ein. Aber die Rückmeldungen seien „ganz überwiegend positiv“.
Zum Ambiente gehört für viele Paare ein Sektempfang nach der Trauung. In der Stadtwaage war das kein Problem. Die Hochzeitsgesellschaft stieß auf dem Marktplatz an. Das Akzisehaus steht auf dem Areal des Museumsquartiers mitsamt dem Felix-Nussbaum-Haus. Der Osnabrücker Maler Felix Nussbaum wurde aufgrund seiner jüdischen Wurzeln 1944 von den Nationalsozialisten ermordet. Das Gebäude ist nicht nur Museum, sondern auch Mahnmal gegen den Holocaust.
Die Stadt verbietet keine Sektempfänge an der Stelle. Sie bittet jedoch darum, die Würde des Ortes zu respektieren. Sie empfiehlt mehrere Alternativen in der Nähe: Die frisch Vermählten könnten entweder am Heger Tor, dem Platz der Städtefreundschaften oder am fünf Fußminuten entfernten Markt am Rathaus anstoßen.
Obwohl das Akzisehaus sehr gut angenommen werde, ist es für die Stadt Osnabrück nur eine Übergangslösung. Sobald die Arbeiten an der Stadtwaage im nächsten Jahr abgeschlossen sind, geht es für das Standesamt zurück. Das Akzisehaus steht dann wieder dem Fachbereich Kultur zur Verfügung, teilt die Stadt mit. Trauungen wird es dort nicht mehr geben.