Osnabrück Hülle der Stadtwaage gefallen: Was wird aus Osnabrücks berühmtestem Baunetz?
Der Blick auf die Stadtwaage ist endlich wieder frei. Doch was passiert mit der Fake-Fassade, die monatelang den Marktplatz schmückte? Die Stadt Osnabrück hat einen ungewöhnlichen Plan – und sucht dafür kreative Köpfe.
Fast ein Jahr war ihre Fassade verdeckt. Jetzt ist die Hülle gefallen: Der Blick auf die Stadtwaage Osnabrück ist wieder frei. Das Gerüst und das Netz sind verschwunden.
Viele Osnabrücker rieben sich im Mai 2025 verwundert die Augen. Nanu, war die Stadtwaage schon fertig saniert? So schnell? Es hieß doch immer, dass die Arbeiten bis 2027 dauern. Doch der Blick auf das Osnabrücker Wahrzeichen neben dem historischen Rathaus täuschte. Die Stadtwaage war nicht fertig, sie hatte nur rechtzeitig zur Maiwoche eine besondere Hülle erhalten.
Für die Arbeiten am Giebel der Stadtwaage war ein Baugerüst notwendig. Um Passanten vor herabfallenden Gegenständen und Verschmutzungen zu schützen, wurde ein Netz davorgespannt. Eigentlich sind die Netze nicht bedruckt. Aber weil die Stadtwaage so prominent am Marktplatz steht, wo Feste wie die Maiwoche Tausende Besucher anziehen, wünschte sich Oberbürgermeisterin Katharina Pötter eine Hülle mit Motiv.
Der Eigenbetrieb Immobilien- und Gebäudemanagement der Stadt ließ das 290 Quadratmeter große Netz kurzerhand mit der Frontansicht der Stadtwaage bedrucken. Kosten: 550 Euro. Auf das Netz „gab es übrigens sehr viele positive Rückmeldungen“, sagt Simon Vonstein, Sprecher der Stadt Osnabrück.
Mittlerweile sind die Arbeiten an Fassade und Giebel abgeschlossen. Das Gerüst kann weg und das Netz damit auch. Doch wohin damit? Die Abdeckung wurde zunächst im Rathauskeller eingelagert. Dort soll sie aber nicht bleiben. Grundsätzlich kann das Netz wiederverwendet oder weiterverarbeitet werden, heißt es aus der Verwaltung.
Die Stadt hat noch eine andere Idee: Sie ruft Künstler auf, kreativ zu werden. Wer Interesse an dem Baunetz hat, kann sich per Mail an redaktion@osnabrueck.de wenden. „Wir schauen dann, ob und wie Wünsche erfüllt werden können“, kündigt die Stadtverwaltung an.
Unterdessen geht es im Inneren der Stadtwaage mit der Sanierung weiter. Das Gebäude wird gedämmt, auch Installationen stehen auf dem Aufgabenzettel, ehe es mit dem Trockenbau weitergeht.
Die Arbeiten liegen im Plan, heißt es von der Stadt. Es bleibt beim ausgegebenen Ziel: 2027 soll die Stadtwaage wiedereröffnet werden. Und bis dahin müssen Trauungen weiterhin an anderen Orten in der Stadt stattfinden.