Duisburg  VfL Osnabrück: Wenn ausgerechnet im Topduell Tempo und Zielstrebigkeit fehlen...

Benjamin Kraus, Susanne Fetter
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Von Benjamin Kraus, Susanne Fetter
| 08.04.2026 13:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Will wieder aufstehen: Lars Kehl bei der 0:1-Niederlage in Duisburg. Foto: imago/Christoph Reichwein
Will wieder aufstehen: Lars Kehl bei der 0:1-Niederlage in Duisburg. Foto: imago/Christoph Reichwein
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Mit 0:1 hat der VfL Osnabrück beim MSV Duisburg verloren. Viele Chancen ließ die beste Defensive der Liga nicht zu, aber offensiv ließen die Lila-Weißen ausgrechnet im Topduell einige Merkmale vermissen, die sie seit Jahresbeginn so erfolgreich gemacht haben.

# 21 Lukas Jonsson: Das Gegentor durch Krüger konnte der schwedische Torhüter des VfL nicht verhindern. Der Volleyschuss aus kurzer Distanz ging eher auf die „Kappe“ seiner Vorderleute. Die ließen danach nicht mehr viel zu. Aber wenn Jonsson gebraucht wurde, war er da. Verhinderte gegen Kother kurz vor der Pause das 0:2, in dem er sich vor dem Duisburger groß aufbaute, die Hand noch geistesgegenwärtig nach oben riss und den Schuss aus kürzester Distanz wegfaustete.

# 26 Fridolin Wagner: Kehrte nach seiner Gelbsperre gegen Schweinfurt wieder ins zentrale Mittelfeld zurück und brachte dort vor allem defensiv Energie und Stabilität. Sorgte mit dafür, dass der MSV nur wenige Chancen bekam. Tat sich offensiv allerding schwer, Impulse zu setzen. Durch das Zentrum war kaum ein Durchkommen in der Schauinsland-Reisen-Arena für den VfL. Hatte in zweiter Halbzeit nach einem langem Einwurf von Kammerbauer die beste Osnabrücker Chance, als er sich mit dem Ball schnell drehte, dann aber links halbhoch vorbei schoss.

# 25 Niklas Wiemann: Der Vizekapitän wirkte nach dem Spiel besonders verärgert. Gut so. Die Emotionalität braucht die Mannschaft jetzt. In Duisburg wirkte sie teilweise ein kleines bisschen zu cool. Wiemann hielt auch auf dem Feld ordentlich dagegen und versuchte offensiv von hinten anzuschieben. Hatte bei der ersten Ecke nach der Pause durch Kehl eine gute Möglichkeit, weil er - wie schon gegen Schweinfurt als Mann für die zweiten Bälle - nicht nachließ und stocherte und stocherte. Sein Abschluss von rechts mit seinem schwächeren Fuß ging aber nicht rein.

# 31 Patrick Kammerbauer: Zeigte gegen Schweinfurt eine herausragende Leistung. Konnte an diese Form in Duisburg nicht anknüpfen. Hatte defensiv viel zu tun, da Duisburg über seine rechte Seite immer wieder Druck machte. Hatte eine starke Flanke auf Meißner und leitete mit einem Einwurf Wagners Chance ein. Konnte offensiv ansonsten wie seine Nebenmänner nicht den Schwung der vergangenen Spiele mitnehmen, wirkte am Ball nicht so souverän und abgeklärt wie sonst.

# 24 Jannik Müller: Gewann sein erstes Duell bereits vor dem Anpfiff. Entschied die Seitenwahl für sich und entschied sich, zu tauschen. Die heimstärkste Truppe der Liga sollte so offenbar ein wenig aus dem Konzept gebracht werden. Doch die Maßnahme verpuffte. Auch danach tat Müller viel, um Möglichkeiten des Gegners zu unterbinden. Schirmte etwa aufmerksam in der 10. Minute seinen Gegenspieler ab, so dass Jonsson Ball den aufnehmen konnte. War sich allerdings mit Jacobsen beim Kopfball vor dem Gegentor nicht ganz so einig.

# 29 David Kopacz: Blieb für einige vielleicht überraschend auf der Bank, kam in der zweiten Halbzeit und sollte noch einmal Energie bringen. Sorgte dann offensiv mit dafür, dass der VfL noch einmal alles nach vorne warf und aufs Gegentor drängte. Blieb trotzdem zum ersten Mal seit sechs Spielen ohne Treffer oder Vorlage.

# 15 Bjarke Jacobsen: Machte als defensiver Anker im Zentrum einen guten Job. War präsent und hatte einige Ballgewinne - wirkte im Spiel mit dem Ball aber manchmal etwas zu lässig und nicht so sauber wie zuletzt. Gilt als einer der besten Kopfballspieler der Mannschaft, und wiegte so seine Mitspieler viellecht unbewusst in Sicherheit, so dass diese sich schon nach vorne orientierten, als er vor dem Gegentor mit Müller im Strafraum hochstieg. Köpfte den Ball dann aber unglücklich Torschütze Krüger direkt vor die Füße, der volley abziehen konnte.

# 18 Lars Kehl: Der Offensivmann des VfL entwickelte sich in den vergangenen Spielen immer mehr zum Strippenzieher hinter der Spitze. Diesmal fehlten im etwas die Zielstrebigkeit und Energie der vergangenen Wochen. Kam mit seinen Pässen und Antritten nicht durchs Zentrum und fand selbst kaum Abschlüsse. Versuchte es in der 82. Minute noch einmal von der Strafraumgrenze, allerdings ohne Erfolg. Hatte mit der engen Deckung und der Körperlichkeit der Duisburger sehr zu kämpfen.

# 11 Robin Meißner: Litt am meisten unter den offensiven Defiziten des VfL an diesem Abend und wurde von Duisburgs Defensive - vor allem vom beweglichen Innenverteidiger Fleckstein - weitgehend aus dem Spiel genommen. War engagiert, hing allerdings zeitweise ganz schön in der Luft. Kam nur selten zu Abschlüssen. Sein Schussversuch von der rechten Seite ging daneben. Bei seinem schönen Steilpass ging Lesueur zu früh die Puste aus.

# 23 Tony Lesueur: Kam für Christensen in die Startelf, der gegen Schweinfurt durchgespielt hatte. Ein Jobsharing, das in dieser Saison schon oft aufgegangen war. Sollte seine Schnelligkeit ins Spiel bringen. Das gelang aber nur sehr selten, da durch Duisburgs Umstellung auf eine defensive Fünferkette kaum Räume da waren. Sprintete in der 59. Minute nach einem steilen Pass von Meißner hinter die Kette, hatte dann aber etwas zu viel Wiese vor sich und verlor am Ende im Duell gegen Bitter. Tauschte kurz darauf mit Badjie die Seite, doch auch das ohne durchschlagenden Erfolg.

# 37 Ismail Badjie: War vielleicht die überraschendste Personalentscheidung der Partie. Sollte wie Lesueur für Tempo und Spritzigkeit sorgen. Hatte dabei aber ebenso Probleme wie der Franzose - weil der MSV die Räume gut eng machte, körperlich einiges dagegen hielt und weil er selbst auch manchmal die falschen Entscheidungen traf. Bezeichnend hierfür die 28. Minute. Wunderschön spielte der Osnabrücker auf der rechten Seite zwei Gegenspieler schwindelig, stoppte dann aber leider ab und brachte die Aktion so nicht gut zu Ende.

# 20 Theo Janotta: Der Innenverteidiger kam früh in die Partie, um den angeschlagenen Fabinski zu ersetzen. Hatte diese Position schon häufiger übernommen, wirkte diesmal allerdings nicht ganz so sicher und souverän wie zuvor, vor allem in den schwierigen Minuten nach seiner Einwechslung aus der kalten Hose. Hätte nach einer Flanke von Wiemann fast noch einmal die Gelegenheit für den Ausgleich gehabt, kam in der Nachspielzeit aber nicht mehr richtig an den Ball.

# 27 Robin Fabinski (ab 26 Minute für Janotta verletzt raus), # 10 Kai Pröger (ab 79. für Kammerbauer), # 8 Robert Tesche (ab 79. für Wagner), # 9 Julian Kania (ab 79. für Jacobsen)

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