Duisburg  VfL-Trainer Schultz: Wir waren heute im Kopf und in den Beinen nicht schnell genung

Benjamin Kraus
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Von Benjamin Kraus
| 07.04.2026 22:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Fußball 3.Liga MSV Duisburg - VfL Osnabrück am 07.04.26 in der Schauinsland-Reisen Arena in Duisburg Torjubel zum 1:0 durch Florian Krüger ( Duisburg ) Foto: Jakob Klos Foto: Jakob Klos
Fußball 3.Liga MSV Duisburg - VfL Osnabrück am 07.04.26 in der Schauinsland-Reisen Arena in Duisburg Torjubel zum 1:0 durch Florian Krüger ( Duisburg ) Foto: Jakob Klos Foto: Jakob Klos
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Nach sieben Siegen in Folge hat der VfL Osnabrück beim MSV Duisburg mit 0:1 verloren und die erste Niederlage im Jahr 2026 kassiert. Dennoch bleiben die Lila-Weißen an der Spitze der 3. Fußball-Liga. Das sind die Stimmen zum Spiel.

Niklas Wiemann, Vizekapitän des VfL Osnabrück: Serien reißen irgendwann immer. Das heute ist natürlich ärgerlich. Wir müssen uns heute vorwerfen, dass wir unsere eigene Leistung nicht auch den Platz gebracht haben. Duisburg hat heute mit viel Energie und viel Zusammenhalt gespielt - manchmal vielleicht auch ein bisschen drüber. Aber gut, das ist dann halt so in so einem Stadion. Das machen wir zu Hause sicherlich auch. Duisburg hat heute vieles einfach gespielt, viele lange Bälle, die haben sie dann auch gut verlängert und wir haben sie manchmal nicht gut gesichert. Trotzdem hatten sie nur eine riesige Chance. Am Ende haben wir alles versucht, und alles versucht, nach vorne zu schmeißen, sind aber dabei nicht zwingend genug geworden. Das ist ärgerlich und tut weh. Aber wir sind immer noch vorne und haben noch alles in der eigenen Hand. Jetzt zwei Tage ärgern und dann gehts gegen Cottbus.

Jannik Müller, Kapitän des VfL Osnabrück: Das schmerzt heute nicht besonders, weil es die erste Niederlage nach sieben Spielen war, sondern, weil es an uns selber gelegen hat. Gerade im Spiel mit Ball haben wir viele Fehler gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit, in der Duisburg immer wieder in Kontersituationen gekommen ist. Das ist sehr ärgerlich - und dann ist da noch so ein Standard, der uns heute auf die Verliererstraße bringt. Wir müssen jetzt den Finger in die Wunde legen und dann wieder eine bessere Leistung bringen, zwingender werden und uns mehr Torchancen erspielen. Wir sind heute einfach nicht so, aufgetreten, wie in den letzten Wochen, weil Duisburg natürlich sehr gut nach vorne verteidigt hat, wir aber auch nicht so sauber waren, wie normal. Es war jetzt nicht so, dass wir ein schlechtes Spiel gemacht haben. Wir hatten ja auch unsere Chancen - etwa die von Frido. Nur wir können es einfach besser. Aber das wirft uns jetzt nicht aus der Bahn. Am Sonntag gegen Cottbus, bin ich überzeugtm dass wir es wieder besser machen.

Lars Kehl, Offensivspieler des VfL Osnabrück: Diese Niederlage war auf jeden Fall nicht notwendig. Es lag eigentlich nur an uns, dass wir dieses Spiel verlieren. Wir waren viel zu unsauber mit dem Ball. Wie das Gegentor zustande kam, war dafür sinnbildlich. Wenn das klar geklärt wird, dann passiert gar nichts mit dem Freistoß. Aber das passiert halt. Und danach macht das Duisburg dann natürlich auch clever. Wir haben trotzdem alles versucht und weitergemacht. Aber es ist jetzt nichts passiert, wir sind immer noch Erster. Ich glaube, es ist jetzt einfach wichtig, dass wir nicht verkopfen und diese Niederlage zu hoch hängen. Hier hat noch keiner gewonnen, wir jetzt auch nicht. Es war das ganze Jahr unsere Stärke, dass wir immer, wenn wir Spiele verloren haben, an den Prozess und uns gelbaubt haben. Hilft ja nichts. Wir machen jetzt einfach weiter und holen die nötigen Punkte.

Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Glückwunsch an Duisburg zu einem hart erkämpften und - so ehrlich müssen wir sein - insgesamt verdienten Sieg. Der MSV hat heute in den entscheidenden Situationen die Oberhand behalten - zum Beispiel beim Tor, als Krüger den Ball volley sauber getroffen hat. Wir hatten zwei, drei Situationen in der zweiten Halbzeit, in denen wir uns durchspielen und sauber hinter die Kette kommen, dann aber den Ball nicht im Tor unterbringen. In der ersten Halbzeit hat Duisburg kompakt verteidigt und gut Druck auf uns ausgeübt - wir haben schon gehofft, öfters offene Füße nutzen zu können und aus den Eins-gegen-Eins-Situationen mehr zu machen - aber da waren wir heute nicht schnell genug im Kopf und in den Beinen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, wo wir herkommen - wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir jetzt jedes Spiel in dieser Liga gewinnen. Der Rahmen hat Spaß gemacht heute, jetzt müssen wir uns einfach schütteln - und am Sonntag gehen wir mit neuer Frische ins nächste Spitzenspiel gegen Cottbus.

Dietmar Hirsch, Trainer MSV Duisburg: Ich glaube auch, dass unser Sieg in Summe verdient ist. In der ersten Halbzeit haben wir mit viel Power und Energie gespielt - das ist der Maßstab, den wir uns vorstellen und den wir zuletzt in Essen lange nicht erreicht haben. Wir haben richtig gute Auslöser fürs Pressing gefunden und den Gegner gestresst - und wir waren mutig, haben teils Mann gegen Mann verteidigt. Dann machen wir das Tor, können sogar durch Kother kurz vor der Pause das zweite Tor machen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zwei, drei Halbchancen zugelassen bei Drehschüssen und mit frischen Beinen nachgelegt. So konnten wir bis zum Schluss leidenschaftlich verteidigen. Der Sieg hilft uns natürlich extrem.

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