Osnabrück „Junge Pflege“ Osnabrück zieht ins ehemalige Krankenhaus Ostercappeln
Neuer Mieter für das ehemalige Krankenhaus St. Raphael: Die „Junge Pflege“ zieht von Osnabrück nach Ostercappeln um. Warum der Einzug Teil einer Millionen-Rochade und nur eine Übergangslösung ist.
Großer Umzug für die „Junge Pflege“: Da das Paulusheim in Osnabrück saniert wird, verlegt die St. Elisabeth Pflege die Einrichtung vorübergehend nach Ostercappeln. Ab September beziehen die 55 Bewohner und ihre 50 Betreuer zwei Etagen im ehemaligen Krankenhaus St. Raphael. Die Rückkehr nach Osnabrück ist in drei bis fünf Jahren geplant – abhängig davon, wie schnell alles fertig wird.
André Horstmann ist seit sechs Monaten Geschäftsführer der St. Elisabeth Pflege. Er hat nun nicht eine, sondern gleich mehrere Baustellen vor sich. Er selbst spricht von einem „umfassenden Projekt“. Mit dem Umzug der „Jungen Pflege“ beginnt in seiner Einrichtung eine große Rochade. Aber der Reihe nach.
Das Paulusheim und das Seniorenzentrum St. Franziskus müssen modernisiert werden. Doch wie baut man im laufenden Betrieb um? Das geht nur, indem jemand Platz macht. Die St. Elisabeth Pflege suchte für die „Junge Pflege“ einen Ausweichstandort und fand ihn in Ostercappeln. Die Niels-Stensen-Kliniken haben das Krankenhaus zum August 2025 geschlossen, seitdem steht das Gebäude weitestgehend leer. Im September zieht die „Junge Pflege“ ein. André Horstmann spricht von optimalen Bedingungen.
Neben der guten Erreichbarkeit waren die vorhandene Infrastruktur sowie die großzügigen Zimmer und Flure für den Standort entscheidend. Den Verantwortlichen war es wichtig, ein Haus für alle Bewohner zu finden und die Gruppe nicht trennen zu müssen.
„Die Bewohnerinnen und Bewohner bleiben in der Regel viele Jahre bei uns. Eine stabile Gemeinschaft und Struktur sind wichtige Voraussetzungen für eine optimale Versorgung“, sagt André Horstmann. Die „Junge Pflege“ versorgt Menschen zwischen 20 und 60 Jahren mit einem körperlichen Pflegebedarf. Es handelt sich dabei vor allem um Patienten mit Multipler Sklerose und im Wachkoma.
Für die „Junge Pflege“ ist es der erste Umzug nach 21 Jahren. Er werde von Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern gut mitgetragen, wie der Geschäftsführer sagt. Natürlich seien aber die 20 Kilometer Entfernung nach Osnabrück ein Thema bei den Beschäftigten. Die St. Elisabeth Pflege prüft, wie sie an der Stelle unterstützen kann. Bis zum Umzug stehen in Ostercappeln noch Umbauarbeiten an.
Die „Junge Pflege“ wird in dem ehemaligen Krankenhaus die Etagen vier und fünf sowie die ehemalige Ambulanz belegen. „Damit sind alle Stationen wieder voll“, stellt André Horstmann fest. Noch vor der „Jungen Pflege“ wird im Juli die Fachklinik Möhringsburg einziehen. Die Fachklinik gehört zum Klinikum Osnabrück und kümmert sich um die stationäre Suchtrehabilitation, also um Patienten, die die Akuttherapie abgeschlossen haben. Zugrunde liegen Abhängigkeiten von Alkohol, Cannabis, Medikamenten. Auf drei Etagen stehen 40 Plätze zur Verfügung.
Auch wenn es mit der Fachklinik Möhringsburg und der St. Elisabeth Pflege zwei Mieter im ehemaligen Krankenhaus gibt: „Parallel arbeiten wir mit geeigneten Investoren an einer zukunftssicheren Lösung für den Standort“, sagte Christina Jaax, Geschäftsführerin der Niels-Stensen-Kliniken.
Mit einem Umzug ist es für die St. Elisabeth Pflege nicht getan. Wenn die „Junge Pflege“ ausgezogen ist, werden im Seniorenzentrum St. Franziskus die Kisten gepackt. Die Bewohner folgen im November im Paulusheim auf die Junge Pflege, damit ihr Gebäude an der Bassumer Straße renoviert werden kann. Ein Anbau mit fünf zusätzlichen Plätzen ist geplant. In das Erdgeschoss wird die Tagespflege St. Angela ziehen.
Auch das Paulusheim selbst kommt dran: Die Gebäudeteile aus den 1930er- und 1970er-Jahren werden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das Platzangebot bleibt gleich. Wenn dann auch noch die bisherigen Räume der „Jungen Pflege“ saniert sind, geht es für die Patienten und Mitarbeiter von Ostercappeln zurück nach Osnabrück. Das ist in drei bis fünf Jahren der Fall. Die St. Elisabeth Pflege investiert in dieser Zeit einen zweistelligen Millionenbetrag. Eine genaue Summe nennen die Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt nicht.