Osnabrück  Zehn Punkte auf Rang vier: Der VfL Osnabrück spielt im Jahr 2026 in einer eigenen Liga

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 06.04.2026 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
3. Liga - 25/26 - VfL Osnabrück - 1. FC Schweinfurt 05 am 04.04.2026 an der Bremer Brücke in Osnabrück Jubel, Torjubel, Torschuetze, Torschütze Frederik Christensen (Osnabrueck) jubelt nach seinem Tor zum 4:0 mit Robert Tesche (Osnabrueck), Niklas Wiemann (Osnabrueck), Bryan Henning (Osnabrueck), Jannik Müller / Mueller (Osnabrueck), Kai Pröger / Proeger (Osnabrueck) Foto: osnapix / Michael Titgemeyer Foto: Michael Titgemeyer
3. Liga - 25/26 - VfL Osnabrück - 1. FC Schweinfurt 05 am 04.04.2026 an der Bremer Brücke in Osnabrück Jubel, Torjubel, Torschuetze, Torschütze Frederik Christensen (Osnabrueck) jubelt nach seinem Tor zum 4:0 mit Robert Tesche (Osnabrueck), Niklas Wiemann (Osnabrueck), Bryan Henning (Osnabrueck), Jannik Müller / Mueller (Osnabrueck), Kai Pröger / Proeger (Osnabrueck) Foto: osnapix / Michael Titgemeyer Foto: Michael Titgemeyer
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Mit 4:0 hat der VfL Osnabrück gegen den 1. FC Schweinfurt 05 gewonnen. Es war der siebte Sieg in Folge für die Lila-Weißen. Rekord in der Geschichte des Vereins in der 3. Fußball-Liga. Zehn Punkte sind es jetzt schon auf Platz vier. Die Schritte, mit denen der VfL Richtung 2. Fußball-Bundesliga marschiert, werden immer größer.

„So, jetzt schau ich mir Essen gegen Duisburg an“, sagte Timo Schultz ganz entspannt nach dem 4:0 des VfL Osnabrück gegen den 1. FC Schweinfurt 05 mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. Der Trainer der Lila-Weißen wirkte entspannt. Warum auch nicht?

Seine Mannschaft hatte gerade zum siebten Mal in Folge gewonnen. Das ist Vereinsrekord in der 3. Fußball-Liga. Zum letzten Mal gelang dies in der Saison 2022/23. Damals endete die Serie übrigens ausgerechnet gegen den Tabellenvorletzten Bayreuth, als der VfL trotz einer 2:0-Führung 2:3 verlor.

Am Ende der Spielzeit stand dennoch der Aufstieg, der allerdings erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit des letzten Spiels feststand. Aktuell fragen sich die Fans nicht mehr zaghaft, ob der VfL es denn in dieser Saison schaffe, sondern viel mehr, wann es denn soweit sein könnte? Schließlich will keiner gerne den großen Tag verpassen. Daran, dass es passiert, zweifelt kaum einer. Zu groß ist die Dominanz der Osnabrücker in der Liga.

Der Lauf, den der VfL aktuell hat, ist derart rasant, dass die Konkurrenz kaum noch mitkommt. Beim Blick auf die Tabelle der Rückrunde müssen die meisten wohl zweimal hinschauen, weil sie zuerst ihren Augen kaum trauen. Mit 32 Punkten steht der VfL hier ganz vorne, so viele Zähler hatten die Osnabrücker am Ende der Hinrunde - und die war auch schon nicht so schlecht. Was daneben steht, ist beeindruckend: 28 erzielte Tore, fünf Gegenentreffer. Macht eine Differenz von 23 - die mit deutlichem Abstand beste Defensive gepaart mit der besten Offensive.

Zum 18. Mal spielte der VfL in dieser Saison schon zu Null. Auch hier ein kleiner Quervergleich, der zeigt, wie herausragend diese Marke ist. Dem SV Wehen Wiesbaden, der mit 33 Gegentreffern die zweitwenigsten Gegentore zulässt, gelang dies „nur“ zehnmal. Hansa Rostock (35 Gegentore) spielte elfmal zu Null. Noch zwei Bestmarken gefällig? 19 Siege hat der VfL erzielt - so viel wie keine andere Mannschaft. Essen und Cottbus haben je 16. Nur fünf Niederlagen gab es - nur Essen verlor ebenso selten.

Keine andere Mannschaft der Liga tritt derart dominant auf wie der VfL. Es ist ein Selbstverständnis, das alle in und rund um dieses Team derzeit ausstrahlen. Dazu mischt sich eine Leichtigkeit, die in solchen Phasen mindestens genauso zählt wie weiter konzentriert zu arbeiten, und die dringend erhalten werden muss, will man nicht doch noch irgendwann verkrampfen.

Trainerteam und sportliche Leitung haben beides im Blick. Neben zwei Testspielen gab es zuletzt vier freie Tage, die wie Schultz gestand, auch dem Chefcoach gut taten. Dazu rückte in der vergangenen Woche ein Foodtruck an. Die Mannschaft hatte sich die Abwechslung in der Ernährung verdient mit einer gewissen Anzahl an Standardtoren. Eine kleine Randnotiz mit großer Wirkung, weil Wettkampf, Teamgeist und Lockerheit gefördert werden.

Wenn es beim 4:0 gegen Schweinfurt etwas zu kritisieren gab, war es, dass der VfL in den ersten zehn Minuten keine seiner zahlreichen Chancen verwertete und direkt nach der Pause nicht noch zielstrebiger auf das 3:0 ging. Am Ende gab es dennoch vier Treffer, von vier verschiedenen Torschützen. Die Offensive wird von vielen getragen, ebenso wie alle defensiv mitarbeiten. Und auch wenn ein paar Säulen dem Gerüst Stabilität verleihen, das Kollektiv ist das größte Pfund in dieser Saison. Der VfL spielt damit seit Jahresbeginn in einer eigenen Liga.

Der Zweitplatzierte in der Tabelle der Rückrunde, RW Essen, hat 24 Zähler auf dem Konto. Das sind acht Punkte weniger als der VfL. Während die Konkurrenz sich immer mal wieder gegenseitig die Punkte klaut oder den ein oder anderen Dämpfer kassiert, gehen die Osnabrücker gerade in Riesenschritten Richtung 2. Bundesliga.

Der Abstand zum zweiten Tabellenplatz beträgt sechs Punkte, auf Rang drei sind es sieben und der Viertplatzierte ist bereits zehn Zähler entfernt. Es ist der SC Verl, der am Sonntag 0:1 in Ulm verlor. Hansa Rostock patzte überraschend beim 2:3 gegen Köln und in dem Spiel, dass sich Schultz nach dem eigenen entspannt ansah, unterlag der MSV Duisburg Essen mit 0:1.

RWE und Cottbus sind gerade die einzigen Teams, die mit dem VfL halbwegs Schritt halten können. Gegen Essen gewannen die Osnabrücker zu Beginn der Hinrunde, gegen Cottbus geht es am nächsten Sonntag. Dazwischen treten die Lila-Weißen am Dienstag in Duisburg an, der mit zehn Punkten Rückstand auf dem fünften Platz liegt und nur noch im Falle eines Sieges eine realistische Chance hätte, den VfL in dieser Saison noch einmal einzuholen.

Ähnliches gilt für Cottbus. Gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um einen Aufstiegsplatz zählen Siege gefühlt doppelt. Die englische Woche könnte also zum Wegweiser im Saisonendspurt werden - und die Schritte Richtung 2. Bundesliga immer größer.

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