Osnabrück Baustopp in Osnabrück: SWO Netz fällt Bäume ohne Erlaubnis
Hier geht nichts mehr: Weil die SWO Netz ohne Erlaubnis Bäume im Schutzgebiet fällte, ruht die Sanierung des Regenrückhaltebeckens Sutthausen. Während die Behörde Konsequenzen prüft, sind die Anwohner genervt.
Eigentlich sollte das Regenrückhaltebecken in Sutthausen nach über 30 Jahren saniert werden – doch nun herrscht auf der Baustelle an der Gartenstraße unfreiwilliger Stillstand. Seit Ende 2025 ist Baustopp. Der Grund: Die Stadwerke-Tochter SWO Netz hat Bäume gefällt und Wege verbreitert, ohne die notwendige Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen. Nun prüft die Behörde den Fall.
In Osnabrück kümmert sich die SWO Netz um die Regenrückhaltebecken und Kanäle. Das Regenrückhaltebecken an der Gartenstraße stammt aus dem Jahr 1993 und ist seitdem nicht mehr saniert worden. Damit entspricht es laut SWO nicht dem aktuellen Stand der Technik, es muss dringend instand gesetzt werden. Die dazugehörigen Entwässerungskanäle müssen ebenfalls repariert werden.
Damit die Baustelle auch mit schwerem Gerät zu erreichen ist, hat die SWO Netz den zugewachsenen Waldweg verbreitert und tragfähig gemacht – und dafür zwei Rotbuchen gefällt. Der Wald ist jedoch ein Landschaftsschutzgebiet. Wer dort Bäume fällen will, braucht eine sogenannte Eingriffsgenehmigung. Das hat die SWO versäumt und die Genehmigung nicht eingeholt.
„Das ist ein menschlicher Fehler, der nicht hätte passieren dürfen“, räumt ein Sprecher der Stadtwerke Osnabrück auf Anfrage unserer Redaktion ein. Der Netzbetreiber kündigt an, die Konsequenzen zu tragen. Wie die ausfallen, ist noch unklar.
Der Fall liegt nun auf dem Schreibtisch der Unteren Naturschutzbehörde. Diese prüft, wie die SWO Netz für den entstandenen Schaden geradestehen muss. Im Raum stehen Kompensationsmaßnahmen, also eine ökologische Wiedergutmachung für den Verlust der Bäume. Welche weiteren Konsequenzen das unerlaubte Fällen für die SWO Netz hat, ist unklar. Die Stadt verweist auf das laufende Verfahren.
Der Wald rund um das Regenrückhaltebecken ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Die Sutthauser joggen dort, gehen mit ihren Familien spazieren oder mit dem Hund Gassi. Die Baustelle sorgt bei ihnen für Unmut. Seit Monaten ist der Wald offiziell gesperrt – ohne dass es vorangeht. „Betreten der Baustelle verboten“, steht es auf einem Schild. Das wird sich erst mal nicht ändern. Der Fußweg bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die SWO Netz begründet dies mit der Verkehrssicherungspflicht.
Der Redaktion liegt ein Brief von Anfang März vor, in dem die SWO die Anwohner bittet, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Sie begründet den Baustopp mit „zwingend erforderlichen Abstimmungen“. Die gibt es nicht nur mit der „zuständigen Genehmigungsbehörde“, sondern auch mit „direkt betroffenen Grundstückseigentümern“. Konkret handelt es sich laut SWO um drei Eigentümer, auf deren Flächen der Weg verläuft.