Osnabrück  Sommermärchen 2.0? Frederik Heede plant zur WM Public Viewing auf dem Ledenhof Osnabrück

Wolfgang Elbers
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Von Wolfgang Elbers
| 27.03.2026 15:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Schwarz-rot-gold statt grauer Fläche: Auf dem Ledenhof können Fußballfans die WM-Spiele der Nationalmannschaft – und weitere Partien – verfolgen. Foto: Sebastian Dannenberg
Schwarz-rot-gold statt grauer Fläche: Auf dem Ledenhof können Fußballfans die WM-Spiele der Nationalmannschaft – und weitere Partien – verfolgen. Foto: Sebastian Dannenberg
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Mitte Juni beginnt die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko. In Osnabrück wird es einen neuen Ort für Public Viewing geben: Alando-Chef Frederik Heede wird auf dem neu gestalteten Ledenhof eine WM-Arena aufbauen, doch es gibt noch Hürden.

Anpfiff am 11. Juni: Mit der Partie Mexiko–Südafrika wird in knapp elf Wochen die 23. Fußball-Weltmeisterschaft starten. Gastgeber sind diesmal die USA, Kanada und Mexiko – und das bedeutet für die Fans in Deutschland und Europa: Wegen der Zeitverschiebung werden die Live-Übertragungen zum Teil bis nach Mitternacht dauern. Auch beim Public Viewing.

In Osnabrück laufen seit Ende des vergangenen Jahres die Vorbereitungen für das Rahmenprogramm, koordiniert von der Marketing Osnabrück GmbH (MO). Die Regie für das Veranstaltungsangebot mit Gastronomie, Party und Live-Konzerten hat Alando-Geschäftsführer Frederik Heede. Der hatte bei der Heim-WM 2006 mit seiner Fan-Arena am Pottgraben Maßstäbe für das Public Viewing in der Hasestadt gesetzt. 20 Jahre später hat sich der Veranstaltungsspezialist zum Ziel gesetzt, „den nach der von Ende 2023 bis September 2025 erfolgten Umgestaltung bisher nur für den Wochenmarkt genutzten Ledenhof als neue Eventfläche zu etablieren“.

Die Planungen sind in der heißen Schlussphase. Allerdings liegt die Sondernutzungsgenehmigung für die für rund 4,2 Millionen Euro umgestaltete öffentliche Fläche noch nicht vor: Mit Land und Kommune müssen noch letzte Details zu den Lärmschutzvorgaben für die geplanten Termine bis zum WM-Finale am 19. Juli geklärt werden. Die Eckpunkte aber sind mit den verantwortlichen Stellen der Stadt bereits geklärt.

Auf dem Ledenhof soll eine WM-Arena entstehen, die von Containern umgeben ist, über einen Fan- und VIP-Bereich sowie einen Food-Court verfügt – und Fans in vierstelliger Größenordnung fassen kann. Heede, der mit dem Alando seit 26 Jahren erfolgreich ist, sagt: „Wir planen eine Location mit dem Flair eines Event-Sommergartens und einer großen Paragu-Überdachung, sodass die Gäste auch an Regentagen im Trockenen die Übertragungen schauen und feiern können.“

Vorgesehen sind rund 20 Öffnungstage – immer donnerstags, freitags und samstags sowie bei allen Spielen der deutschen Mannschaft und interessanten Partien von WM-Favoriten und Überraschungsteams. Außerdem werden DJs für Stimmung sorgen und es werden Live-Acts auf der Bühne stehen. „Ich denke, dass wir in dieser Zeit acht bis zehn Bands präsentieren werden“, lässt sich Heede entlocken und ergänzt: „Rund die Hälfte der Verträge ist auch bereits unterschrieben.“

Namen von Künstlern will er noch nicht nennen: „Die gibt es erst, wenn das Programm komplett steht.“ Was das Booking schwierig macht: „Der Sommer ist Festivalzeit. Als wir im Dezember Kontakt mit den Agenturen aufgenommen haben, waren für viele Acts die Terminplanungen für den Zeitraum schon abgeschlossen.“ So sei auch die Anfrage bei den Sportfreunden Stiller leider erfolglos gewesen – die hatten 2006 mit „‚54, ‚74, ‚90, 2006“ den Hit zum Sommermärchen geliefert.

Aber es gebe auch noch andere „interessante Namen“, sagt der Alando-Chef – zum Beispiel Tribute-Bands, die größere Säle füllen. „Natürlich haben wir einen klaren Kostenrahmen, aber nach 25 erfolgreichen Jahren im Business auch gute Drähte“, sagt Heede. Dies hatte sich jüngst gezeigt, als es gelang, mit Haftbefehl im November und US-Star Jason Derulo im Februar zwei Top-Namen für Club-Shows nach Osnabrück zu holen.

„Das werden nach den vergangenen Monaten und Wochen, die durch Gespräche und Verhandlungen mit Behörden, Agenturen, Sponsoren und Werbepartnern geprägt waren, in jedem Fall anstrengende fünf WM-Wochen“, blickt der Event-Macher nach vorn. Gut eine Woche ist Anfang Juni für den Aufbau eingeplant – und der bringt Herausforderungen mit sich: Wegen der Tiefgarage unter dem Ledenhof kann die Fläche nur mit maximal 16 Tonnen schweren Fahrzeugen befahren werden. Ein großer Kran kann deshalb nicht für das Aufstellen der Container eingesetzt werden, stattdessen wird mit Gabelstaplern gearbeitet.

Der große Reiz der ersten Großveranstaltung auf dem Platz für Heede: „Zu zeigen, welche Chancen der Ledenhof für die Stadt als Location bietet.“ Zwar ist die Fläche noch wenig grün, da die Bäume erst einige Jahre wachsen müssen, aber: „Es ist alles komplett eben und bietet somit ideale Voraussetzungen.“ Dies sei im vergangenen Herbst auch im Gespräch mit MO-Geschäftsführer Alexander Illenseer der Ausgangspunkt für die Idee gewesen, hier zur WM ein besonderes Event zu präsentieren: „Der Ledenhof hat das Potenzial, sich als Open-Air-Location im Stadtbild zu etablieren“, waren sich beide einig.

Für Illenseer ist das geplante Public Viewing ein „hervorragendes Beispiel, wie dieser Ort Menschen zusammenbringen und für besondere Erlebnisse sorgen kann“. Neben kleinteiligen Veranstaltungen oder temporären Angeboten von August bis Mitte Oktober seien auch größere Formate „ein wichtiger Baustein, um die Aufenthaltsqualität und die Nutzungsmöglichkeiten des Areals sichtbar zu machen“, so der MO-Chef.

Bleibt nur noch eine Frage: Was passiert mit dem Wochenmarkt, der immer donnerstags auf dem Ledenhof stattfindet und bereits während der Umbauphase verlagert werden musste? Der zieht auch während der WM vom 11. Juni bis zum Finale am 19. Juli um, auf einen vertrauten Standort: Die Marktstände werden dann rund um die Katharinenkirche aufgebaut. Darüber sind die Marktbeschicker nach Angaben der Stadt bereits informiert.

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