Osnabrück Katholische Gymnasien im Bistum Osnabrück heben erneut Schulgeld an – aber nicht alle
Die Schulstiftung des Bistums Osnabrück wird an ihren Gymnasien das Schulgeld anheben. Betroffen sind sechs Schulen in Osnabrück, dem Emsland und der Grafschaft Bentheim. Dabei ist die letzte Erhöhung erst vor zwei Jahren erfolgt. Die Finanzierung sorgt immer wieder für Diskussionen.
Es betrifft die Angela- und die Ursulaschule in Osnabrück, das Marianum in Meppen, das Mariengymnasium in Papenburg, das Franziskusgymnasium Lingen und das Missionsgymnasium St. Antonius Bardel in Bad Bentheim. An sechs Schulen in der Region erhöht der Träger, die Schulstiftung des Bistums Osnabrück, das Schulgeld. Ein entsprechendes Schreiben ist an die Eltern ergangen und liegt auch der noz-Redaktion vor.
Die neue Schulgeldordnung soll demnach zum 1. August 2026 in Kraft treten. Ab jenem Schuljahr liegt der Regelsatz dann bei 79 Euro, ab 2027/28 sogar bei 90 Euro pro Monat und Kind. Es ist aber, wie bisher, eine Staffelung nach Einkommen vorgesehen. Auch die Härtefallregelung bleibt bestehen. Zuletzt war das Schulgeld 2024 angepasst worden.
„Die Notwendigkeit für Anpassungen ergeben sich wesentlich aufgrund von Kostensteigerungen, die erheblich über einer ‚normalen‘ Inflation liegen“, heißt es in dem Brief: „Zwei Bereiche, die hier besonders hervorstechen, sind die Themen Tarifsteigerungen und Energiekosten.“ Die katholische Stiftung betreibt insgesamt 21 Schulen im nordwestlichen Niedersachsen und Bremen.
In den vergangenen Jahren war die Finanzierung der Bildungseinrichtungen immer wieder Thema. Das Bistum Osnabrück muss sparen und kürzt der Stiftung daher die Zuweisungen. Zwar erfahre man durchaus Unterstützung durch das Land und die Kommunen, so Stiftungsvorstand Thomas Weßler auf noz-Anfrage. Aber es bleibe dabei, dass Niedersachsen und Bremen die Schlusslichter bei der Finanzhilfe für Schulen in freier Trägerschaft seien.
Man erhalte zum Beispiel kein Geld für die Bauunterhaltung, zugleich steige die Bürokratie. „Wir haben uns gut verständigt, und es hat eine Anpassung nach oben gegeben, aber aus der grundsätzlichen Problematik sind wir nicht raus“, sagt Weßler.
Ohne Dynamisierung in einigen Themenfeldern, also regelmäßige Anpassung der staatlichen Gelder, handle es sich um ein Thema „auf Wiedervorlage“. Die logische Konsequenz sei dann leider die Schulgelderhöhung. „Es ist eine enorme Herausforderung, das an die Eltern abzuwälzen“, räumt Weßler ein.
Was auffällt: Es gibt ein niedersächsisches Gymnasium der Osnabrücker Schulstiftung, bei dem eine Schulgelderhöhung nicht zur Debatte steht. Es handelt sich dabei um das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen, Landkreis Diepholz. Dasselbe Bundesland, derselbe Träger, dieselbe Schulform – wieso dann eine Sonderrolle?
„Das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium ist aus einer öffentlichen Schule entstanden“, erklärt Weßler. Es wurde 2004 durch die Stadt Twistringen gegründet und ging erst 2010 in kirchliche Trägerschaft über. Der besondere Status der Schule bedeutet, dass das Land 100 Prozent der Personalkosten übernimmt und die Kommune für jeden Schüler so viel zahlt, wie er auch an einer öffentlichen Schule kosten würde. Die meisten anderen Gymnasien, für die Weßler zuständig ist, wurden dagegen von Orden wie den Ursulinen oder den Maristen übernommen.
Natürlich könnten auch die Stadt Osnabrück und die Landkreise Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim die kompletten Kosten übernehmen. „Alle kennen dieses Premiummodell“, sagt Weßler mit Blick auf Twistringen. Aber auch bei vielen Kommunen sind die fetten Jahre vorbei.
Zwei weitere Gymnasien in der Region Osnabrück-Emsland, die traditionell der Kirche eng verbunden sind, gehören übrigens nicht zur Schulstiftung und sind daher auch nicht von der Schulgelderhöhung betroffen. Das Leoninum in Handrup wird von den Herz-Jesu-Priestern getragen, und das Osnabrücker Carolinum ist, trotz seiner katholischen Prägung, schon lange eine staatliche Schule.