Hannover  Vermeidbare Gegentore, aber guter Test: VfL Osnabrück verliert mit 0:2 bei Hannover 96

Moritz Büscher, Malte Artmeier
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Von Moritz Büscher, Malte Artmeier
| 25.03.2026 14:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Nicht entscheidend durchsetzen konnte sich der VfL Osnabrück um Luc Ihorst (in grau), hier im Duell gegen Hannovers Enzo Leopold. Foto: Jonas Jürgens/VfL Osnabrück
Nicht entscheidend durchsetzen konnte sich der VfL Osnabrück um Luc Ihorst (in grau), hier im Duell gegen Hannovers Enzo Leopold. Foto: Jonas Jürgens/VfL Osnabrück
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Zwei Mannschaften, die in ihren Ligen um den Aufstieg spielen, trafen sich am Mittwochmittag zum Testspiel im Hannoveraner Eilenriedestadion: Der Tabellenfünfte der 2. Bundesliga, Hannover 96, empfing Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück. Die Partie gewann der Zweitligist mit 2:0.

Die einen wollen die 2. Bundesliga nach oben verlassen, die anderen wollen sie in den kommenden Wochen erreichen: Am Mittwochnachmittag testeten Hannover 96 und der VfL Osnabrück im Hannoveraner Eilenriedestadion. Nach einem weitestgehend ereignisarmen Spiel gewann 96 mit 2:0. Der VfL arbeitete zwar gut gegen den Ball, blieb aber in der Offensive zu harmlos.

Der VfL startete mit nur vier Profis, die auch am vergangenen Wochenende beim 1:0-Sieg gegen Hoffenheim II in der Anfangself standen: Torwart Lukas Jonsson, Abwehrmann Yigit Karademir, Mittelfeldspieler Kevin Wiethaup und der formstarke Offensive David Kopacz. Bjarke Jacobsen, zuletzt gelbgesperrt, begann im Abwehrzentrum der Dreierkette, Bryan Henning spielte neben Wiethaup im Mittelfeld und Luc Ihorst stürmte vorne neben Bernd Riesselmann. Im Aufgebot fehlten Robin Fabinski (Bänderdehnung im Knie) und der erkrankte Julian Kania. 96 startete ebenfalls mit einigen etablierten Profis: Neben Kapitän Enzo Leopold begannen auch der Bundesliga-erfahrene Noah Weißhaupt, Flügelspieler Daisuke Yokota und Benedikt Pichler.

Nachdem der VfL früh im Spiel mit zwei allerdings ungefährlichen Abschlüssen von Ihorst und Kevin Schumacher ganz gut ins Spiel kam, übernahm Hannover nach etwa zehn Minuten vermehrt die Kontrolle: Die Spielidee von Trainer Christian Titz ist ohnehin auf extrem viel Ballbesitz ausgelegt, sodass die Osnabrücker viel hinterherliefen. Der Zweitliga-Fünfte kam nach zwölf Minuten zur ersten guten Torchance: Harvard Nielsen scheiterte aber aus Nahdistanz an Jonsson.

Danach passierte lange relativ wenig, weil der VfL seine Ordnung fand und vor allem in der Verteidigung des eigenen Strafraums einen guten Job machte. Nach vorne hatten die Osnabrücker Konterchancen über die agilen Ihorst und Riesselmann, aber die Gastgeber blieben stets aufmerksam. Nachdem Weißhaupt, der nach einem Osnabrücker Fehler im Spielaufbau freigespielt wurde und an Jonsson scheiterte, eine Großchance liegen ließ, blieb die erste Hälfte entsprechend ereignislos, weil auch Pichler eine schöne Flanke von Hayate Matsuda kurz vor dem Seitenwechsel nicht nutzte und Ihorst auf der Gegenseite einen aussichtsreichen Ballgewinn nicht zum freien Abschluss ausspielte.

Während Hannover zweifach wechselte, kam der VfL personell unverändert aus der Pause. Wieder hatten die Lila-Weißen den ersten Abschluss, wieder wäre aber auch mehr drin gewesen nach Ihorsts Ablage auf Kopacz, der mit links aus 18 Metern drüber schoss. Wenige Minuten später hätte aber 96 in Führung gehen müssen: Eine Flanke von Hendry Blank landete bei Nielsen, der aus sechs Metern am glänzend reagierenden Jonsson scheiterte. Die Nummer eins hielt die Null für den VfL - allerdings nur bis zur 63. Minute.

Nachdem ein Fehlpass von Schumacher einen aussichtsreichen Osnabrücker Angriff verhinderte, konterte 96: Die Flanke von rechts hätte Kai Pröger eigentlich leicht verteidigen können, köpfte den Ball aber in die Luft statt zu Jonsson. Weißhaupt bedankte sich und setzte den Ball zum 1:0 ins Tor. Kurz darauf wechselte Schultz erstmals und brachte den eigentlich zum SSV Jeddeloh II ausgeliehenen Ibrahim Touray für Theo Janotta. 20 Minuten vor Schluss kam zudem U19-Talent Luca Kröger für Kopacz.

Das Bild blieb auch in der zweiten Hälfte weitestgehend das alte: 96 ließ den Ball laufen und Osnabrück lauerte auf Konter. Von diesen gab es allerdings immer weniger - Chancen für die Gastgeber blieben letztlich aber - abgesehen von einem Fernschuss von Hayate Matsuda und einer Möglichkeit von Weißhaupt, die Jonsson beide vereitelte, auch aus. Kurz vor Schluss aber foulte Wiethaup Matsuda im Strafraum, den fälligen Elfmeter traf der eingewechselte Kolja Oudenne mit etwas Glück zum verdienten 2:0- Endstand.

Timo Schultz, Trainer des VfL Osnabrück: Für uns war es ein richtig guter Test, weil wir gegen eine Topmannschaft aus der zweiten Liga gespielt haben, die fast mit voller Kapelle angetreten sind. Deshalb ist es klar, dass wir viel verteidigen mussten, haben es aber gerade in der ersten Hälfte gewohnt sicher gemacht. Die beiden Gegentore entstehen aus unseren eigenen Fehlern und gerade vor dem ersten hatten wir drei, vier Kontermöglichkeiten, wo wir, wenn wir es richtig ausspielen, alleine auf den Torwart zulaufen. Hinten heraus hat uns etwas die Kraft gefehlt, weil viele Spieler auf dem Feld standen, die lange keine 90 Minuten gespielt haben. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden, auch wenn wir noch etwas mutiger hinten heraus spielen wollten. Morgen gegen Mönchengladbach werden dann alle Spieler starten, die heute nicht zum Einsatz gekommen sind. Es wird ein völlig anderes Spiel, aber wir freuen uns darauf.

Bryan Henning, Mittelfeldspieler des VfL Osnabrück: Es war in der Länderspielpause nochmal ein guter Test. Ich habe mich gefreut, wieder Fußball zu spielen und nicht nur zu trainieren. Man merkt, dass es doch nochmal etwas anderes ist. Jeder weiß, was für eine Saison Hannover spielt. Sie haben eine gute Spielidee und wir wussten, dass es anstrengend wird – das hat man heute gesehen. Wir hätten uns mehr Entlastung gewünscht. Da geht es um Kleinigkeiten: einen Freistoß herausholen, Bälle festmachen oder sauberer von hinten nach vorne spielen. Es schwinden die Kräfte, wenn man etwas mehr hinterherrennt. In den Testspielen nimmt man sich mehr vor und möchte nicht nur hinten im Block stehen, was auch unsere Stärke ist. Alle haben sich gezeigt und konnten Gas geben, das war das Wichtigste. Dass hinten heraus bei jedem etwas die Luft ausgeht, ist auch klar. Die Tore hätten wir verhindern können. Es liegt meistens an uns selbst, ob wir einen Gegentreffer kassieren oder nicht – das sieht man bislang in dieser Saison. Es war ein Elfmeter und das andere Gegentor resultiert aus einer Chance für uns. Da müssen wir den letzten Pass besser ausspielen. Im Gegenzug kassieren wir unnötig das Gegentor durch einen Absprachefehler. Das gehört aber dazu und daraus lernen wir.

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