Osnabrück  Deutscher Pass von Geburt an reduziert Straftaten bei Kindern von Zuwanderern

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 24.03.2026 15:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kinder mit Einwanderungshintergrund: Nicht erst auf dem Schulhof fängt die Integration an. Foto: IMAGO/Frank Hoermann/Sven Simon
Kinder mit Einwanderungshintergrund: Nicht erst auf dem Schulhof fängt die Integration an. Foto: IMAGO/Frank Hoermann/Sven Simon
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Jugendliche mit Einwanderungshintergrund, die von Geburt an einen deutschen Pass besitzen, sind laut einer ifo-Studie offenbar weniger anfällig für Straftaten. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar.

Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft durch Geburt senkt die Kriminalität von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung des ifo-Instituts und der Universität Passau.

„Jugendliche der zweiten und dritten Einwanderergeneration, die seit ihrer Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, wurden rund 70 Prozent seltener von der Polizei als Tatverdächtige registriert als vergleichbare Jugendliche zuvor, die noch keinen deutschen Pass hatten“, sagt ifo-Forscher Helmut Rainer. Demnach sei der Rückgang der Jugendkriminalität vor allem auf weniger Eigentums- und Drogendelikte zurückzuführen.

Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen der Reform des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts aus dem Jahr 2000. Grundlage sind Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Berlin.

„Präventive Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendkriminalität, wie die Verleihung der Staatsbürgerschaft durch Geburt, können die Identitätsbildung prägen, das soziale Vertrauen stärken und die Chancen auf Bildung, Beschäftigung und politische Teilhabe verbessern“, so das Fazit der Forscher.

Schon andere Studien hätten gezeigt, dass durch die Einführung des Staatsbürgerschaftsrechts bei Geburt die schulischen Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund gestiegen sind. Durch den besseren Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sinkt wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche kriminell werden.

Seit der Staatsangehörigkeitsrechtsreform aus dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern bei ihrer Geburt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft; es gilt das Geburtsortsprinzip, wenn mindestens ein Elternteil seit acht Jahren seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Vor 2000 erwarben nur Kinder mit mindestens einem deutschen Elternteil die Staatsbürgerschaft bei Geburt.

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