Hoffenheim VfL-Torwart Jonsson: Manchmal stehe ich da hinten und lächle einfach
Stolz auf seine Mannschaft war Kapitän Jannik Müller nach dem 1:0-Sieg des VfL Osnabrück bei der TSG Hoffenheim II. Torwart Lukas Jonsson stand während der 90 Minuten lächelnd in seinem Kasten. Die Stimmen zum sechsten Sieg in Folge.
Lukas Jonsson (Torwart des VfL Osnabrück): Das sechzehnte Zu-Null-Spiel ist natürlich gut, weil ich wieder kein Tor kassiert habe. Aber es bedeutet mehr für das Team, weil wir damit unsere Chancen erhöhen, Spiele zu gewinnen. Heute hat uns so einfach ein Tor gereicht. Was uns gefehlt hat, um das Spiel früher zu entscheiden: Einfach das zweite Tor. Es ist schwierig für mich als Torwart zu sagen, was die Stürmer machen sollten. Aber ein bisschen mehr Coolness hätte uns gut getan. Die Chancen waren da. Ich glaube, wir spielen Erwachsenen-Fußball. Manchmal spielen wir schön, manchmal reicht es, ruhig zu bleiben und gut zu verteidigen, tief zu stehen und dann zu kontern. Wir können beides - und das macht uns so stabil. Dass ich heute etwas mehr zu tun hatte als zuletzt, war nicht schlimm. Manchmal macht es den Job sogar leichter, weil man fokussierter bleibt, wenn mehr zu tun ist. Andersherum ist es auch schön, nichts zu tun haben. Wir alle machen einen unglaublichen Job. Wie wir vorne attackieren, Bälle zurückgewinnen und gemeinsam arbeiten, macht Spaß zu sehen. Manchmal stehe ich alleine da hinten und lächle, weil wir es so gut verteidigen. Das einzige, was uns fehlt, um aufzusteigen, ist, die nächsten acht Spiele zu gewinnen, beginnend mit Schweinfurt.
Jannik Müller (Kapitän des VfL Osnabrück): Es waren zwei unterschiedliche Halbzeiten heute. Die erste war schon sehr, sehr gut von uns. Im Normalfall machen wir das zweite und dritte, aber wir hatten heute nicht so die Ruhe vor dem Tor, wie wir sie in den letzten Wochen hatten. Nichtsdestotrotz hat man wieder gesehen, dass wir in der zweiten Halbzeit kaum etwas zugelassen haben. Es waren zwei, drei Schüsse aus der Distanz. Deshalb: Riesenkompliment an die Mannschaft. Jedes Spiel in der Liga ist hart, gerade wenn man bei einer Zweitvertretung spielt, die viel Qualität in ihren Reihen hat. Das haben wir im Hinspiel gesehen. Deshalb war es ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Ob die Länderspielpause jetzt gut tut, ist die Frage. Wir haben sechs Spiele in Folge gewonnen und sind im Flow. Aber für den Kopf kann das schon helfen, jetzt einen Reset zu machen und Schwung zu holen für den Endspurt. Das Ziel, das wir erreichen wollen, ist klar.
Timo Schultz (Trainer des VfL Osnabrück): Wir sind sehr zufrieden mit drei Punkten nach Hause zu fahren. Wir haben in den ersten 30 Minuten ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht und uns einige Chancen herausspielen können. Folgerichtig machen wir das 1:0, wiedermal durch David Kopacz - zum vierten Mal in Folge, das ist bemerkenswert. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass Hoffenheim viele Spieler hat, die kicken können und wollen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir unsere Konter besser ausspielen. Am Ende spielen wir aber wieder zu Null, holen wieder drei Punkte und gehen jetzt mit voller Energie in die Länderspielpause. Ich wünsche der TSG alles Gute. Ich kenne das, wenn du mitten in der Saison deine besten Spieler abgibst, das ist nicht so einfach. Ich bin mir aber sicher: Die Jungs, die jetzt nachrücken, werden einen ähnlichen Weg einschlagen. Allerdings denke und hoffe ich, dass wir uns nächstes Jahr nicht wiedersehen.
Stefan Kleineheismann (Trainer der Hoffenheimer): Glückwunsch zum verdienten Sieg. Wir haben heute gegen die für mich beste Mannschaft der Liga gespielt, was defensive Kompaktheit und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor angeht. Das haben wir in der ersten Halbzeit leidvoll erfahren. Wir hatten zwar Zugriff aufs Spiel, aber Osnabrück war immer brandgefährlich und geht folgerichtig in Führung. Danach haben wir ein besseres Spiel draus gemacht und hatten mit Zeitler und Moerstedt ein paar gute Kombinationen. In der zweiten Hälfte hatten wir mehr Kontrolle, am Ende aber mit wenig Ertrag. Die Durchschlagskraft nach vorne hat gefehlt, aber auch, weil der Gegner es gut verteidigt hat.