Hoffenheim Sechster Sieg in Folge: Kopacz schießt VfL Osnabrück zum 1:0-Erfolg bei Hoffenheim II
Revanche geglückt, Tabellenführung gesichert und den sechsten Sieg in Folge gefeiert. Der VfL Osnabrück surft weiter auf der Welle des Erfolgs in der 3. Fußball-Liga. Beim 1:0-Erfolg bei der TSG Hoffenheim II gewannen die Lila-Weißen dank einer starken ersten Hälfte und eines erneuten Treffers von David Kopacz.
Langsam entwickelt es sich zum Ritual: Nach den Spielen des VfL Osnabrück kommt die Mannschaft zu den Fans und hört von dort aus stets denselben Ruf. „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ Auch nach dem 1:0 bei der TSG Hoffenheim II war das so. Erfolgreich hatte der VfL Revanche genommen für das bittere 0:4 in der Hinrunde und mit dem sechsten Sieg in Folge die Tabellenführung sogar leicht ausgebaut. Knapp 1000 Osnabrücker hatten die Mannschaft in den Süden begleitet. Glücklich fuhren sie wieder zurück - im Gepäck der zehnte Auswärtssieg der Saison
VfL-Trainer Timo Schultz musste in Hoffenheim mit Bjarke Jacobsen (Gelbsperre) und Robin Fabinski (Bänderdehnung im Knie) zwei Stammspieler der vergangenen Wochen ersetzte. Yigit Karademir und Kevin Wiethaup rückten in die Startelf. Frederik Christensen begann statt Ismail Badjie auf der linken Außenbahn.
Bei der TSG kamen erneut zwei Spieler aus dem Bundesliga-Kader zum Einsatz. Max Moerstedt und William Campbell waren bei der 0:5-Niederlage der Profis am Freitag bei RB Leipzig beide in der 69. Minute eingewechselt worden.
Ansonsten hatten die Hoffenheimer, die im Hinspiel mit 4:0 beim VfL gewannen, im Winter einen ordentlicheh personellen Aderlass, der sich in der Rückrunde bisher auch in den Ergebnissen zeigte. Die Osnabrücker waren dennoch gewarnt und gingen die Aufgabe mit hoher Konzentration an. In bisher drei Drittliga-Partien (zwei gegen die Erstvertretung) kassierte der VfL bislang ausschließlich Niederlage Beim letzten Auftritt der Lila-Weißen im Dietmar-Hopp-Stadion, im September 2007, gingen die Gäste zwar in Führung, unterlagen am Ende aber 1:3.
Auch diesmal jubelte der VfL früh. Nach einem schönen Pass von Lars Kehl auf Robin Meißner, leitete dieser den Ball zu David Kopacz weiter, der in der Mitte jedoch nicht an den Ball kam. Kurz darauf verlängerte dann Niklas Wiemann einen weiten Einwurf von Patrick Kammerbauer. Der Ball landete nach einem eher verunglückten Hoffenheimer Abwehrversuch vor Kopacz‘ Füßen. Mit rechts traf der Deutsch-Pole zum 1:0 ins Tor.
Der 26-Jährige setzte damit seinen Lauf der letzten Spiele fort. Zum vierten Mal in Folge traf er, zum dritten Mal war es das 1:0 für den VfL, der danach stets als Sieger hervorging. Fünfmal hatten die Lila-Weißen zuletzt gewonnen, 2026 sind sie noch unbesiegt. Auch deshalb hatten sich am Sonntag gut 1000 Osnabrücker auf die Reise gemacht. Lautstark feuerten sie ihr Team an. Nicht nur der Gästeblock war gut gefüllt, auch auf der Tribüne saßen einige Lila-Weiße unter den 1666 Zuschauern.
Sie sahen einen engagierten VfL, der sich von Beginn an zielstrebig nach vorne orientierte, um die spieltfreudigen Hoffenheimer defensiv zu beschäftigen. In der 19. Minute hätte dies beinahe erneut zum Erfolg geführt. Nach einem Doppelpass von Kopacz und Kehl, setzte Christensen zur perfekten Flanke auf Meißner in der Mitte an, der allerdings komplett frei vor dem Tor den Ball alles anderere als gut traf.
Wenige Minuten später scheiterte erst Christensen völlig frei vor dem Tor, kurz darauf verpassten Meißner und erneut Christensen zu erhöhen. Der VfL blieb am Drücker, ließ aber die Effizienz der vergangenen Partien vermissen.
Hoffenheim kam selten in die Osnabrücker Hälfte, wenn, dann wurde es aber durchaus gefährlich. So wie nach etwa einer halben Stunde, als Moerstedt auf der linken Seite einen Konter abschloss und Lukas Jonsson der Ball beinahe durch die Beine gerutscht wäre. Kurz darauf waren Wiemann und Jannik Müller aufmerksam bei einem weiteren Angriff der TSG.
Danach übernahm der VfL wieder die Kontrolle und erspielte sich weitere gute Möglichkeiten - durch starke Kombinationen und zielgerichtete Pässe in die Spitze. Kopacz vergab in der 36. Minute. Statt den noch besser positionierten Meißner in Szene zu setzen, schoss er selbst knapp vorbei. Wiethaup wartete bei einem vielversprechenden Konter etwas zu lange, um den Ball weiterzuleiten. Der VfL strotzte vor Spiel- und Komibinationsfreude, ging dennoch nur mit einer knappen 1:0-Führung in die Pause.
Danach kamen die Gastgeber besser in die Partie. Moerstedt und Campbell sorgten offensiv für einige Gefahr. Nach einem Ballgewinn von Kammerbauer, schickte dieser Meißner steil in den Strafraum. Dessen strammen Schuss lenkte Lukas Petersson aber zur Ecke. In der 64. Minute setzte Kehl einen Distanzsschuss knapp über das Tor. Ansonsten ließ der VfL allerdings Tempo und Spielfreude der ersten Halbzeit vermissen.
Defensiv ließ die beste Abwehr der Liga allerdings gegen Hoffenheims Zweitvertretung wenig zu und spielte zum 16. Mal in dieser Saison zu Null. Beinahe hätte der VfL kurz vor Schluss doch noch das 2:0 erzielt, doch nach einem schönen Konter lenkte Petersson einen strammen Schuss des eingewechselten Julian Kania zur Ecke. Am Ende pusteten einige auf dem Feld und den Rängen ordentlich durch, der sechste Sieg in Folge war der wackligste in der Serie - aber sie hielt.
Der VfL behauptet sich acht Spieltage vor Schluss damit an der Spitze der 3. Liga, baute die Tabellenführung leicht aus und geht mit viel Rückenwind in die letzte Länderspielpause dieser Saison. Die Füße hoch legt die Mannschaft dennoch nicht. Zwei Testspiele stehen in der kommenden Woche an - bei Hannover 96 und gegen Borussia Mönchengladbach. Gegen die beiden hochkarätigen Gegner wollen die Osnabrücker weiter hart arbeiten. Auch, wenn der Aufstieg immer deutlicher am Horizont schimmert - noch ist der Weg nicht zu Ende.