Osnabrück Radler bremsen Busse aus: Fahrgastverband gegen Umweltspuren auf Iburger Straße
„Busbehinderungsspuren“ nennt Pro Bahn die geplanten Umweltspuren auf der Iburger Straße in Osnabrück. Der Verband warnt vor Nachteilen für Fahrgäste. Auch vom Bund Osnabrücker Bürger (BOB) kommt Kritik.
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die 2025 vom Rat beschlossenen Umweltspuren auf der Iburger Straße in Osnabrück. Sprecher Martin Sturm bezeichnet diese in einer Mitteilung als „Busbehinderungsspuren“, da Busse dort hinter langsameren Fahrrädern fahren müssten. Auch der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) lehnt das Vorhaben ab.
Die Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs hängt laut Pro Bahn vor allem davon ab, dass Busse zügig und zuverlässig vorankommen. Ein durch Radfahrer ausgebremster Bus mache den Umstieg vom Auto für Fahrgäste unattraktiv. Aktuell fließe der Busverkehr auf der Iburger Straße, die zugleich Bundesstraße ist (B68) sowie Autobahn-Bedarfsumleitung, in beiden Richtungen problemlos mit dem restlichen Verkehr.
Mehr Sicherheit für Radfahrer lasse sich Sturm zufolge auch ohne Behinderung der Busse erreichen. Der Fahrgastvertreter schlägt vor, „unübersehbar große“ Fahrrad-Piktogramme in dichter Folge direkt auf der Straße anzubringen. Diese Symbole sollen Autofahrern signalisieren, dass sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Radfahrern einhalten müssen.
Auch der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) spricht sich klar gegen mögliche Umweltspuren auf der Iburger Straße aus. Ihre Einführung „pauschal mit dem Klimaschutz zu rechtfertigen“, wie es beispielsweise der OB-Kandidat der Linken Thomas Groß tue, sei „irritierend“, erklärt die Wählergemeinschaft in einer Mitteilung. Zugleich warnt sie vor einer „ideologisch motivierten Politik“, die zentrale Verkehrsachsen künstlich verenge.
Dies habe negative Folgen für Rettungsdienste, Lieferverkehre und Pendler. Laut BOB würde der Verkehr lediglich in die umliegenden Wohngebiete und Nebenstraßen verlagert, was die dortigen Anwohner zusätzlich belaste.
Die Osnabrücker Stadtverwaltung beurteilt Umweltspuren auf der Iburger Straße kritisch. Eine rechtliche Prüfung ergab, dass es die Leichtigkeit des Verkehrs zu stark beeinträchtigen würde, wenn ihm nur noch zwei statt der bisherigen vier Fahrspuren zur Verfügung stünden. Auf der Iburger Straße fahren täglich zwischen 18.000 und 20.000 Fahrzeuge.