Osnabrück  Osnabrücker Professor schreibt Buch über Gefahren von KI – und erhält dafür einen Preis

Sebastian Stricker
|
Von Sebastian Stricker
| 19.03.2026 14:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Große Ehre für Rainer Mühlhoff: Der Osnabrücker Universitätsprofessor wird für sein Buch über die Gefahren der KI ausgezeichnet. Unser Bild zeigt ihn beim Osnabrücker Wissensforum 2021 in der Schlossaula. Foto: Michael Gründel
Große Ehre für Rainer Mühlhoff: Der Osnabrücker Universitätsprofessor wird für sein Buch über die Gefahren der KI ausgezeichnet. Unser Bild zeigt ihn beim Osnabrücker Wissensforum 2021 in der Schlossaula. Foto: Michael Gründel
Artikel teilen:

Die Friedrich-Ebert-Stiftung zeichnet den Osnabrücker KI-Ethiker Rainer Mühlhoff mit dem Preis „Das politische Buch 2026“ aus. Was gefällt der Jury an seinem Werk „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ so gut?

Rainer Mühlhoff, Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz (KI) an der Universität Osnabrück, erhält den Preis „Das politische Buch 2026“. Die Friedrich-Ebert-Stiftung zeichnet ihn für sein Werk „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ aus.

Laut Jury liefert das Buch eine verständliche Einführung in die ethischen und politischen Dimensionen von KI. Die Preisverleihung findet am 21. Mai in Berlin statt.

Mühlhoff (Jahrgang 1982) lehrt seit Sommer 2021 an der Uni Osnabrück. Er ist dort Professor am Institut für Kognitionswissenschaft und am Institut für Philosophie. Im Wintersemester 2025/26 arbeitet Mühlhoff als Gastwissenschaftler am Oxford Internet Institute der Universität Oxford.

2022 wurde er von Studierenden der Uni Osnabrück mit dem Hans-Mühlenhoff-Preis für gute Lehre ausgezeichnet.

In seinem 2025 bei Reclam erschienenen Buch „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ arbeitet Rainer Mühlhoff nach Ansicht der Jury überzeugend heraus, wie sogenannte Tech-Ideologien eine „quasireligiöse Heilserzählung rund um KI erzeugen“. Solche Erzählungen würden soziale Schäden wie Datenmissbrauch, Überwachung, Verlust privater Kontrolle und wirtschaftliche Ausbeutung verschleiern.

Der Preisträger kritisiere große Technologieunternehmen und politische Akteure, die deren Verheißungen unreflektiert übernehmen. Auch zeige er, wie eine unkontrollierte KI-Entwicklung demokratische Institutionen untergrabe und rechtliche Normen aushöhle.

Rainer Mühlhoff selbst versteht sein Buch laut einer Mitteilung der Universität Osnabrück als „Beitrag zu einer dringend notwendigen gesellschaftlichen Debatte“. Es soll „vor der Gefährdung unseres Rechtsstaats warnen“ und die Diskussion über KI verantwortungsvoller gestalten.

Der Preis „Das politische Buch“ ist mit 10.000 Euro dotiert. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung verleiht ihn seit 1982 jährlich für herausragende Neuerscheinungen, die richtungsweisende Impulse geben. Eine unabhängige Jury wählt Werke aus, die komplexe Inhalte für ein breites Publikum verständlich machen.

Ähnliche Artikel