Osnabrück  VfL Osnabrück: So sieht der Kader der kommenden Saison bislang aus

Malte Artmeier
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Von Malte Artmeier
| 18.03.2026 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Die Mannschaft des VfL Osnabrück: Ein eingeschworener Haufen, der auch in der kommenden Saison weitestgehend zusammenbleiben könnte. Foto: Michael Titgemeyer
Die Mannschaft des VfL Osnabrück: Ein eingeschworener Haufen, der auch in der kommenden Saison weitestgehend zusammenbleiben könnte. Foto: Michael Titgemeyer
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Mit Blick auf die kommende Saison steht der Kader des VfL Osnabrück auf einer sehr gesunden Basis. Dennoch gibt es einige Fragezeichen - etwa den auslaufenden Vertrag von Lars Kehl. So sieht die Mannschaft der nächsten Spielzeit nach aktuellem Stand aus.

Noch knapp zwei Monate lang ist die laufende Saison im deutschen Profifußball. Während die Mannschaften noch um Auf-, Abstiege und Meisterschaften kämpfen, gilt für die Verantwortlichen: die Planungen für die kommende Saison 2026/27 laufen längst. Beim VfL Osnabrück ist noch unklar, ob er dann in der 3. Liga oder der 2. Bundesliga spielt. Je nach dem wird sich auch die Mannschaft der Lila-Weißen verändern. Wie aber ist der aktuelle Stand? Ein Überblick, nach Positionen geordnet.

Auf der Torwartposition verändert sich auf den ersten Blick relativ wenig: Mit Lukas Jonsson, Niklas Sauter und Mats Remberg hat das gesamte Torhütertrio der aktuellen Saison auch für die kommende Spielzeit einen Vertrag beim VfL. Gerade für Sauter (22) und Remberg (20), aktuell Nummer zwei und drei hinter Jonsson, wäre Spielzeit in jungen Jahren aber nicht schlecht. Hinzu kommt „neue“ Konkurrenz: Denn VfL-Eigengewächs Luca Böggemann, der aktuell an die Sportfreunde Lotte ausgeliehen ist und dort seit dem Ausfall von Laurenz Beckemeyer als Stammkeeper fungiert, kehrt zurück.

Der VfL hätte demnach vier Torhüter unter Vertrag und wäre damit speziell für das Drittliga-Szenario solide aufgestellt. Dennoch scheint Bewegung nicht ausgeschlossen, vor allem, wenn es tatsächlich in die 2. Bundesliga gehen sollte.

Die gute Nachricht: Die wichtigsten Stammspieler haben einen Vertrag beim VfL. Kapitän Jannik Müller wurde bei seinem Winterwechsel in der vorherigen Saison bis Sommer 2028 gebunden. Niklas Wiemann hat seinen Vertrag erst im November verlängert und Robin Fabinski hat bei seinem Transfer aus Erfurt im vergangenen Sommer ebenfalls langfristig unterschrieben, genauso wie Theo Janotta, der aus Lohne kam. Dem VfL ebenfalls erhalten bleiben Patrick Kammerbauer, Tony Lesueur und Kevin Schumacher, obwohl der Linksverteidiger sportlich zuletzt nur eine untergeordnete Rolle spielte. Nach aktuellem Stand kehren außerdem Joschka Kroll (SC Wiedenbrück), Ibrahim Touray (SSV Jeddeloh) und Lion Semic (Helmond Sport) von ihren Leihen zurück. Ob sie in der kommenden Saison bei den VfL-Profis eingeplant sind, ist offen.

(Mögliche) Abgänge: Der Vertrag von Innenverteidiger Yigit Karademir läuft aus. Der 21-Jährige hat seinen Stammplatz an Robin Fabinski verloren. Eine Entscheidung über seine Zukunft steht noch aus. Gleiches gilt für Frederik Christensen. Der Linksverteidiger ist zwar der Platzhirsch auf seiner Position, rotiert aber immer mal wieder auch raus aus der Startelf. Für den Leihspieler vom schwedischen Erstligisten IF Brommapojkarna hat der VfL eine Kaufoption, um ihn fest zu verpflichten. Noch ist sie nicht gezogen worden. Als sicher gilt der Abschied von Bashkim Ajdini: Der Vertrag des Routiniers läuft aus, sportlich spielte der 33-Jährige in dieser Saison kaum noch eine Rolle. Möglich scheint darüber hinaus, dass Fabinski nach einer starken Debütsaison in der 3. Liga Interesse von höherklassigen Clubs auf sich gezogen hat. Schumacher wiederum könnte ein Kandidat sein, bei dem der VfL bereit wäre, ihn abzugeben.

Auch im Zentrum bleiben wichtige Akteure: Bjarke Jacobsens Vertrag hat sich nach seinem 20. Startelfeinsatz um mindestens ein Jahr verlängert. Fridolin Wagner und Bryan Henning haben weiterhin gültige Verträge, genauso wie David Kopacz und Kai Pröger. Eigengewächs Ismail Badjie hat seinen Vertrag im Herbst über den Sommer hinaus verlängert. Dazu kommt Rohin Shivani von seiner Leihstation VfB Lübeck zurück.

(Mögliche) Abgänge: Einer steht bereits sicher fest: Kevin Wiethaup hat sich gegen eine Vertragsverlängerung entschieden und wechselt zum Zweitligisten nach Karlsruhe. Ein weiterer ist wahrscheinlich: Altmeister Robert Tesche (38) wird seine Karriere im Sommer aller Voraussicht nach beenden. Bleibt noch ein großes, aber wichtiges Fragezeichen: Auch der Vertrag von Spielmacher Lars Kehl läuft aus. Der VfL will ihn gerne halten und hat ein Angebot vorgelegt. Ob der 24-Jährige bleibt, wird unter anderem davon abhängen, ob der VfL den Aufstieg schafft. Darüber hinaus dürfte Flügelflitzer Badjie bei einigen Clubs auf dem Zettel stehen, der VfL hat aber das Heft des Handelns in der Hand und kann für das Talent eine hohe Ablöse fordern. Der sportliche Stellenwert des erfahrenen Henning ist derweil in der Rückserie gesunken - er könnte ähnlich wie Schumacher ein Wechselkandidat werden.

In diesem Bereich ist der VfL nach aktuellem Stand ziemlich dünn aufgestellt: Einzig der junge Bernd Riesselmann (20) hat nach seiner Verlängerung im September einen Vertrag über den Sommer hinaus. Allerdings gilt es als sicher, dass auch der Topscorer der laufenden Saison bleibt. Offiziell hat der VfL die Kaufoption für Robin Meißner - aktuell ausgeliehen von Dynamo Dresden - noch nicht gezogen, aber die Absicht ist klar: Für weniger als 150.000 Euro können die Lila-Weißen den 26-Jährigen binden, im Falle des Aufstiegs und bei Erreichen anderer Parameter greift eine Kaufpflicht für weniger als 200.000 Euro. Als dritter Stürmer hätte der VfL außerdem Finn Cramer im Aufgebot, der aktuell zum SSV Jeddeloh ausgeliehen ist.

(Mögliche) Abgänge: Die Leihe von Julian Kania (Arminia Bielefeld) endet im Sommer. Der Mittelstürmer hat sich bislang für eine Weiterverpflichtung nicht zwingend empfohlen. Auch der Vertrag von Luc Ihorst endet im Sommer und dürfte nicht verlängert werden. Im Raum steht eine mögliche Option nach einer gewissen Anzahl von Einsätzen, ähnlich wie bei Jacobsen. Sollte es sie geben, dürfte der 25-Jährige sie aber bei bislang 15 Spielen (davon dreimal Startelf) eher nicht erreichen.

Nach aktuellem Stand stehen 23 Profis auch in der kommenden Saison beim VfL unter Vertrag. Zählt man Meißner als sichere Fest-Verpflichtung hinzu, sind es 24 - eine äußerst gesunde und in Osnabrück selten gesehene Basis. Allerdings ist vor allem der auslaufende Vertrag von Lars Kehl ein großes Fragezeichen in der Kaderplanung, bei dem sich der VfL eine möglichst schnelle Klärung wünscht. Dazu ist offen, ob die zurückkehrenden Leihspieler im Verein wirklich vollwertig mit eingerechnet werden und wie mit aktuellen U-19-Spielern geplant wird. Außerdem könnte der Verein einerseits Spielern einen Wechsel nahelegen und andererseits mit einigen Profis versuchen, Ablösesummen zu generieren: Robin Fabinski und Ismail Badjie würden sich dafür besonders anbieten. Aber: Der VfL ist nicht gezwungen, sie zu verkaufen und kann es schaffen, weite Teile der momentan so erfolgreichen Mannschaft zusammenzuhalten. Gute Aussichten für die kommende Saison - auch wenn es gerade bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga an einigen Stellen an zusätzlicher Qualität bedarf.

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