Osnabrück Osnabrück schaut in den Himmel: Kommen am Wochenende die Polarlichter wieder?
Pünktlich zum Frühlingsbeginn am Wochenende könnten erneut Polarlichter über Osnabrück zu sehen sein. Planetariumsleiter Thorsten Ratzka erklärt, wie sie entstehen – und warum die Chancen auf das Naturwunder gerade jetzt besonders gut sind.
Rund um den kalendarischen Frühlingsbeginn am Freitag, 20. März 2026, könnte es wieder so weit sein: Polarlichter über Osnabrück. Die pink, rot und grün leuchtenden Farben am Himmel sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch das Ergebnis gewaltiger Prozesse im Weltall.
Hinter dem Leuchten steckt die Aktivität der Sonne, erklärt Thorsten Ratzka, Leiter des Osnabrücker Planetariums. Sie sendet ständig winzige, geladene Teilchen im sogenannten Sonnenwind ins All. Bei starken Sonnenausbrüchen rasen diese zahlreicher und mit bis zu 2000 Kilometern pro Sekunde – und legen damit die Strecke bis zur Erde in knapp einem Tag zurück.
Dort angekommen, treffen die Teilchen des Sonnenwinds auf unser Magnetfeld, erzeugen Ströme und regen so die Teilchen in der Atmosphäre zum Leuchten an.
Je nachdem, in welcher Höhe das passiert, entstehen unterschiedliche Farben. „Sauerstoffatome senden grünes Licht aus“, erklärt der Planetariumsleiter. Das geschieht in etwa 100 Kilometern Höhe. Stickstoffatome hingegen leuchten rot. Weil dieses Licht in noch größeren Höhen entsteht, kann man es oft viel weiter entfernt sehen als das grüne Leuchten.
Statistiken zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter rund um die Tag- und Nachtgleichen im März und April sowie im September und Oktober erhöht ist. Experten nennen dies den Russel-McPherron-Effekt. „Er scheint statistisch relevant zu sein, ist aber immer noch Gegenstand der Forschung“, sagt Ratzka.
Der astronomische Frühlingsanfang am 20. März 2026 dürfe jedoch nicht automatisch als der beste Tag für Polarlichter interpretiert werden. Die Lichter am Himmel „hängen von vielen Faktoren ab und die Jahreszeit ist anscheinend einer davon“. Eine genaue Prognose von Polarlichtern sei schwierig und allenfalls kurzfristig möglich.
Fest steht: Polarlichter sind nur im Dunkeln sichtbar. Je größer die Lichtverschmutzung durch Städte ist, desto schlechter kann man sie beobachten. Außerdem braucht es einen klaren Himmel und freien Blick nach Norden. Bei besonders starken Ausbrüchen wie Anfang 2026 können sie aber auch von der Stadt aus und über den ganzen Himmel verteilt beobachtet werden.