Osnabrück Radfahrstreifen in Osnabrück werden baulich geschützt – nur welche?
Breite Radfahrstreifen in Osnabrück sollen baulich geschützt werden. Den Anfang macht die Hannoversche Straße. Die Stadt hat sich jetzt für ein bauliches Element entschieden, das München bereits positiv testete.
Die neuen Radfahrstreifen an der Hannoverschen Straßen sollen im Abschnitt Schweerstraße bis zu Am Huxmühlenbach baulich vor Falschfahrern und -parkern geschützt und damit zu sogenannten Protected Bike Lanes werden. Der Stadtentwicklungsausschuss erfuhr jetzt, wie das aussehen soll, und beschloss die gezeigten Schutzelemente einstimmig. Weitere sollen folgen. Nur wo ist das überhaupt möglich?
Die Stadt Osnabrück hatte auf Tests aus München zurückgegriffen, die fünf unterschiedliche Schutzelemente genauer unter die Lupe genommen hatte. Eines habe besonders überzeugt, das auch die Osnabrücker Verwaltung favorisiert.
Es handelt sich dabei um zwei Meter lange und acht Zentimeter hohe Schwellen, die Rettungsfahrzeuge überfahren können. Jede Schwelle hat zwei 80 Zentimeter hohe und flexible Poller. Reflektoren machen die Elemente in der Dunkelheit sichtbar.
Bei Ausschreibungen können vergleichbare Elemente anderer Hersteller den Zuschlag erhalten.
Ein Kriterium für den Einsatz dieser Schwellen samt Poller seien der Verwaltung zufolge mindestens 70 Zentimeter breite Sicherheitstrennstreifen wie neuerdings an der Hannoverschen Straße. Dort sollen die Elemente aufgebracht werden.
Allerdings sind derartige Schutzzonen zwischen Fahrbahn und Radfahrstreifen eine äußerst seltene Erscheinung in Osnabrück; zumeist sind Autos und Radfahrer nur durch eine Linie getrennt.
„Ich möchte die auch da einsetzen können, wo es keinen Sicherheitstrennstreifen gibt“, sagte Heiko Panzer von der SPD. Gehe es nur auf den 70 Zentimeter breiten Trennstreifen? „Das wäre ja doof.“
Das werde geprüft, versicherte die Verwaltung.
Weitere Hürde: Radfahrstreifen hätten mindestens zwei Meter breit zu sein, damit sich Radfahrer gegenseitig überholen können und nicht gegen die Schwellen samt Poller fahren. Nicht zuletzt müssten Straßenreinigung und Winterdienst die Radfahrstreifen befahren können.
Auch damit fällt ein Großteil der Radfahrstreifen in Osnabrück heraus, die häufig bei Weitem nicht einmal die vorgeschriebenen 1,85 Meter aufweisen.
Volkmar Seliger von den Grünen begrüßte die Schutzelemente. Sie seien wichtig für die subjektive und objektive Sicherheit der Radfahrer und hielten Falschfahrer und -parker ab. Er schlug vor, als nächstes die Radfahrstreifen an der Mindener Straße mit den Schutzelementen auszustatten. Denn dort seien Autofahrer, die die Radfahrstreifen zum Rechtsabbiegen nutzten, „ein großes Problem“.
Zuerst aber soll die Hannoversche Straße die Schutzelemente erhalten. Was das kosten wird, ist noch nicht bekannt.
Mit ihnen setzt die Stadt eine politisch beschlossene Vorgabe des Radentscheids um, wonach neue Wege für Radfahrer an Hauptverkehrsstraßen baulich vom ruhenden und fahrenden Verkehr abzutrennen sind.
Bislang sind nur wenige Wege für Radfahrer in Osnabrück baulich geschützt. Am Radschnellweg an der Schlachthofstraße trennen kleinere Einzelelemente aus Beton Radweg und Fahrbahn.
Am Goethering schützen dicke Betonquader den Radfahrstreifen.