Osnabrück  Warum Joja Wendt im Rosenhof zusammen mit einer anderen Pianolegende auftritt

Tom Bullmann
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Von Tom Bullmann
| 17.03.2026 17:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Zwei Konzertflügel, zwei Pianisten und ein riesiges Paket Boogie Woogie: Joja Wendt verrät, was das Publikum bei der Veranstaltung „Boogie Woogie Live Legends“ im Rosenhof in Osnabrück zu erwarten hat.

Joja Wendt ist ein vielseitiger Pianist. Eigentlich sind Klassik und Jazz sein Ding. Doch gerade hat er in der Giovanni-Zarrella-Show die Liebesbotschaften des Gastgebers musikalisch untermalt und im vergangenen Jahr ist er gar beim Wacken Open Air aufgetreten, um Metalsongs von AC/DC mit dem Flügel die volle Breitseite zu verpassen. Im Rosenhof in Osnabrück wird er jetzt mit seinem Kollegen Axel Zwingenberger Station machen, um einem Musikgenre zu frönen, dem er bereits seit dem Anfang seiner Karriere vor 40 Jahren sehr verbunden ist: dem Boogie Woogie.

Aber wie muss man sich das Konzert von diesen beiden Pianisten vorstellen? Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt Joja Wendt Auskunft: „Es stehen zwei Flügel auf der Bühne. Wir sitzen uns gegenüber, sodass wir sehen können, was der andere macht. Die ersten Stücke spielen wir gemeinsam, dann spielt jeder für sich alleine und schließlich beenden wir das Set wieder gemeinsam. Diesen Ablauf wiederholen wir nach der Pause noch einmal.

Improvisation wird großgeschrieben. Das ist das Schöne: Kein Konzert auf unserer Clubtour gleicht dem anderen. Und ich muss einfach sagen, dass ich mich am Flügel noch nie so frei bewegt habe, wie wenn ich mit Axel zusammenspiele. Wir werfen uns gegenseitig die Melodien und Motive zu, entwickeln sie weiter, gehen aufeinander ein.“

Wie man im vergangenen Jahr im Biergarten der Försterei in Bad Iburg sehen und hören konnte, beherrscht Wendt den Boogie Woogie wie kaum ein anderer. Wie kommt es dazu, dass er den treibenden Stil jetzt mit seinem Kollegen Axel Zwingenberger aufmischt?

„Axel hat schon ganz früh musikalisch Einfluss auf mich gehabt. Damals, vor 40 Jahren, gab es in Hamburg eine quietschfidele Musikszene. Mit vielen verschiedenen kleinen Kneipen, in denen ein Klavier stand, auf dem jemand gespielt hat. Die Leute kamen zum Teil von weit weg. Das war so eine Art Inspirationshafen. Da wurde Blues, Jazz aus New Orleans und eben Boogie Woogie gespielt, also Stile, die man im Klavierunterricht nicht gelernt hat. Man saugte die Eindrücke förmlich auf, die man nachts von anderen mitbekam. Damals habe ich ganz viel von Axel gelernt“, erinnert Wendt sich.

Vor einigen Jahren hat er beispielsweise schon einmal ein Projekt mit ihm realisiert, bei dem vier verschiedene Pianisten an einem Abend aufgetreten sind. Neben ihm und Zwingenberger zeigten Sebastian Knauer und Martin Tingvall, wie unterschiedlich Klavierspielen sein kann. „Damals sind Axel und ich auf die Idee gekommen, auch mal einen Abend nur Boogie Woogie zu spielen, voll auf die Zwölf.“

„Boogie Woogie Live Legends“ mit Joja Wendt und Axel Zwingenberger: Rosenhof, Donnerstag, 19. März, 19.30 Uhr. Tickets unter ticketheimat.de

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