Osnabrück  VfL Osnabrück: Die Siegesserie läuft – zum Rekord fehlen aber noch ein paar Spiele

Malte Artmeier, Harald Pistorius
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Von Malte Artmeier, Harald Pistorius
| 16.03.2026 11:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kommt aus dem Feiern aktuell kaum noch heraus: die Mannschaft des VfL Osnabrück. Foto: Michael Titgemeyer
Kommt aus dem Feiern aktuell kaum noch heraus: die Mannschaft des VfL Osnabrück. Foto: Michael Titgemeyer
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Der VfL Osnabrück reitet auf einer Erfolgswelle: Fünf Spiele am Stück gewannen die Lila-Weißen zuletzt in der 3. Fußball-Liga. Die längste Siegesserie liegt allerdings schon mehr als 50 Jahre zurück und geht noch etwas länger.

Mit 26 Punkten aus zehn Spielen läuft die Rückserie der 3. Liga für den VfL Osnabrück wie im Traum. Zuletzt gewann die Mannschaft von Trainer Timo Schultz fünf Partien am Stück und hielt die Siegesserie mit dem 4:1-Erfolg gegen Waldhof Mannheim am Samstag am Leben. Rekordverdächtig, könnte man meinen – liegt damit aber weit daneben.

Denn die tatsächliche Bestmarke steht bei acht Siegen in Folge und wurde in gleich zwei aufeinanderfolgenden Jahren aufgestellt. Sowohl in der Saison 1968/69, als auch 1969/70 gewann der VfL acht Partien in der damals zweitklassigen Regionalliga Nord in Serie. In der ersten Saison legte die Serie vom 1. Spieltag an den Grundstein für den späteren Einzug in die Aufstiegsrunde zur Bundesliga, die der VfL als Zweiter seiner Gruppe hinter Rot-Weiss Essen knapp verpasste. Auch im Jahr danach erreichten die Osnabrücker die Aufstiegsrunde, waren dann im Sommer aber chancenlos.

Die Rekorde sind unmittelbar mit einem Trainer und einem Gegner verknüpft: zum einen Radoslav Momirski, der den VfL in dieser sehr erfolgreichen Phase coachte, zum anderen dem FC St. Pauli, der beiden VfL-Serien ein Ende setzte – erst mit einem 2:1-Auswärtssieg an der Bremer Brücke am 20. Oktober 1968 und dann mit einem 4:1 am Millerntor am 21. Dezember 1969. Gut, dass ein Duell mit dem Hamburger Stadtteilklub frühestens in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga oder im DFB-Pokal möglich wäre.

Mindestens fünf Siege am Stück gab es für die Lila-Weißen übrigens inklusive der aktuellen Serie bereits 16 Mal. Auch in diesem Jahrtausend ist eine solche Erfolgswelle kein Novum: Interessanterweise stieg der VfL am Ende der vier Spielzeiten mit entsprechenden Siegesserien immer auf.

Im Frühjahr 2000 gewann er gleich sieben Spiele am Stück unter der Regie von Interimstrainer Lothar Gans, am Ende jubelte der VfL nach dem Relegations-Elfmeterschießen gegen Union Berlin über den Zweitliga-Aufstieg. Die Serie von sechs Dreiern im Frühling 2003 brachte den VfL unter Trainer Jürgen Gelsdorf in die Position für die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Im März und April 2019 war die Mannschaft von Daniel Thioune unaufhaltsam; in die Sieben-Siege-Serie fällt auch der 20. April, als die Osnabrücker den VfR Aalen mit 2:0 schlugen und der Aufstieg rechnerisch sicher war. Und im Winter 2022/23 entwickelte der VfL unter Tobias Schweinsteiger mit sieben Erfolgen am Stück die Siegermentalität, die später zum 90+6-Aufstieg führte. Geschichten, die sich 2026 wiederholen könnten …

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