Einzelhandel  Was sich jetzt im Emder Dollart-Center verändert

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 20.03.2026 08:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Aus dem Dollart-Center verabschieden sich weitere Mieter. Das Management möchte frei werdende Flächen zum Teil auch für eine strategische Neuausrichtung nutzen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Aus dem Dollart-Center verabschieden sich weitere Mieter. Das Management möchte frei werdende Flächen zum Teil auch für eine strategische Neuausrichtung nutzen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Im größten Einkaufszentrum in Ostfriesland haben weitere Geschäfte geschlossen oder kündigen ihr Aus bereits an. Es sollen ein Vereinstreffpunkt und eine Indoor-Spielecke entstehen.

Emden - Wer durch das Dollart-Center (DOC) in Emden bummelt, bemerkt den einen oder anderen Leerstand. Mehrere Geschäfte haben bereits geschlossen, andere kündigen ihr Aus an. Gleichzeitig arbeitet das Centermanagement nach eigenen Angaben an neuen Konzepten und Gesprächen mit möglichen Nachmietern.

Besonders ins Auge fällt seit rund einem Jahr eine größere freie Fläche im Center. Dort befand sich bis zum vergangenen Frühling die Filiale der Einrichtungskette Depot. Die Schließung war Teil des bundesweiten Insolvenzverfahrens der Muttergesellschaft. Wo früher Wohnaccessoires verkauft wurden, kleben heute immer noch großformatige Bilder mit maritimen Motiven auf den Schaufenstern.

Im Frühling 2025 verließ die Dekokette Depot das Dollart-Center. Seitdem steht die Ladenfläche leer. Foto: Stephanie Tomé/Archiv
Im Frühling 2025 verließ die Dekokette Depot das Dollart-Center. Seitdem steht die Ladenfläche leer. Foto: Stephanie Tomé/Archiv

„In Gesprächen mit Interessenten“

Schon im vergangenen Jahr hatte das Management erklärt, man sei „in guten Gesprächen mit mehreren Interessenten, die das Angebot des Dollart-Centers ergänzen würden“, sagte Pressesprecher Dr. Christian Plöger vom Center-Immobilienverwalter Jagdfeld Real Estate damals. Auf eine aktuelle Anfrage dieser Zeitung bestätigte er diese Aussage abermals, bat jedoch für konkretere Infos weiter um Geduld. „Was wir jedoch schon verraten können, wenn alles klappt: Die Veränderungen werden das DOC bereichern.“

Inzwischen gibt es weitere Schließungen im Center. Das Nagelstudio hat seinen Standort aufgegeben, und auch die Wäscherei Wüsteney wird verschwinden. Mit einem Aushang im Schaufenster kündigt das Unternehmen an, seine Filiale Ende März 2026 zu schließen. Hintergrund ist nach Angaben des Centermanagements eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens: Die Wäscherei wolle künftig keine Filialen mehr betreiben.

Management sieht Schließungen gelassen

In den vergangenen Wochen deuteten im Herrenmodengeschäft Engbers bereits Schilder und leere Regale auf einen Ausverkauf hin. Inzwischen ist die Filiale – direkt neben der ehemaligen Depot-Filiale – geschlossen. Der letzte Verkaufstag war am 28. Februar 2026. Zu den Gründen hält sich das Unternehmen mit Sitz in Gronau bedeckt und spricht auf Nachfrage lediglich von „internen Gründen“. Damit gibt es nun in zentraler Lage des Einkaufszentrums zwei benachbarte Ladenflächen, die geschlossen sind.

Das Herrenmodengeschäft Engbers hat seine Filiale im DOC inzwischen geschlossen. Foto: Stephanie Tomé
Das Herrenmodengeschäft Engbers hat seine Filiale im DOC inzwischen geschlossen. Foto: Stephanie Tomé

Trotz der Veränderungen sieht das Center die Situation gelassen. „Das DOC ist ein überaus gut frequentierter Anlaufpunkt in der Region, und die Auslastung unserer Ladenflächen bewegt sich bei einem Leerstand von gerade einmal vier Prozent auf einem stabilen, hohen Niveau“, teilt Plöger mit. Mieterwechsel gehörten zum normalen Geschäft.

Neuer Treffpunkt für Vereine

Für mehrere der frei werdenden Flächen laufen laut Center bereits Gespräche mit möglichen neuen Nutzern. „Für die kommerzielle Nachvermietung laufen bereits vertrauliche Gespräche, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinden“, so Plöger. Details wolle man erst nennen, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind. Gleichzeitig verfolgt das Center eine neue strategische Ausrichtung. Unter der Leitung des neuen Centermanagers David Bartels soll sich das Dollart-Center künftig stärker als Treffpunkt für die Region etablieren. Frei werdende Flächen sieht das Management dabei als Chance.

Seit Herbst 2025 ist David Bartels neuer Standort- und Centermanager des Emder Dollart-Centers (DOC). Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Seit Herbst 2025 ist David Bartels neuer Standort- und Centermanager des Emder Dollart-Centers (DOC). Foto: Klaus Ortgies/Archiv

„Wir betrachten frei werdende Flächen aktuell als entscheidenden Baustein für unsere Neuausrichtung“, heißt es aus der Verwaltung. Geplant ist unter anderem ein Bereich mit dem Namen „FreiRaum“. Dabei soll eine multifunktionale Fläche entstehen, die regionalen Vereinen, sozialen Einrichtungen oder auch Chören und Musikern kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann. Sie sollen dort Auftritte veranstalten, sich präsentieren oder neue Mitglieder gewinnen können.

Indoor-Spielecke geplant

Ergänzt werden soll das Konzept durch eine temporäre Indoor-Spielecke für Kinder. Ziel sei es, Familien beim Einkauf zu entlasten. „Ganz nach dem Motto: Mutti und Vati gehen shoppen – das Kind ist versorgt“, beschreibt das Center die Idee.

Trotz einzelner Schließungen gab es in den vergangenen Monaten auch neue Angebote im Center. So eröffnete im Bereich des Multi-Marktes der Tierfutterhändler „Das Futterhaus“ eine Filiale. Die Buchhandlung Hugendubel übernahm die Räume von „Lesezeichen“, und seit dem Frühjahr 2025 verkauft der Bäcker „Der Backfriese“ frische Backwaren, nachdem dort zuvor die Bäckerei Rector geschlossen hatte. Auch einige bestehende Mieter bleiben dem Center langfristig erhalten. Der Elektronikmarkt Expert Bening hat seinen Mietvertrag vorzeitig verlängert und zwischenzeitlich umgebaut. Auch die Modeketten Mister Lady und Camp David haben ihre Verträge vorzeitig verlängert.

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