Parken in Aurich Stadt soll Situation am Familienzentrum in den Blick nehmen
Der Finanzausschuss diskutierte über mehr Parkplätze für Mitarbeiter des Einzelhandels. Es ging auch um die Situation in der Jahnstraße.
Aurich - Vor allem morgens und mittags herrscht in den Straßen rund um das Auricher Familienzentrum in der Jahnstraße der Ausnahmezustand. Die wenigen Stellflächen, die auf dem zugehörigen Parkplatz zur Verfügung stehen, reichen vorne und hinten nicht, wenn mehr als 100 Kita-Kinder in ihren Tag starten. Die Folge: Es wird wild in den umliegenden Straßen geparkt, teils verkehrswidrig auf Blindenstreifen oder in zweiter Reihe. Auch Mitarbeitende des Jugend- und Familienzentrums sowie des ebenfalls an dem Standort beheimateten Jugendamtes suchen zeitgleich einen Parkplatz. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Veranstaltungen in dem Gebäudekomplex. Die Ratsfraktion „Gemeinsam für Aurich“ (GfA) hat Ende Januar einen Antrag in den politischen Prozess eingebracht, in dem sie die Stadt dazu auffordert, Abhilfe zu schaffen. Der Finanzausschuss schickte diesen Antrag in seiner Sitzung am Dienstag, 10. März, weiter in den zuständigen Ausschuss für Feuerwehr, Ordnung und Bürgerdienste.
Dieser soll nun die Möglichkeiten prüfen, das Gelände des Familienzentrums zum großen Parkplatz des nebenliegenden Supermarktes zu öffnen und so dort weitere Parkoptionen zu schaffen. „Wir haben am Familienzentrum eine problematische Parksituation“, sagte Volker Rudolph (SPD) in der Sitzung. Kämmerin Katja Lorenz erklärte, es habe bereits erste Gespräche mit dem Investor Wilhelm Schomaker gegeben. Der habe, so Lorenz, das Parkplatzgelände allerdings an den Vollsortimenter Combi und der wiederum an den Parkflächenbewirtschafter weitervermietet. Auch führe die eventuelle Verbindung zwischen Supermarktparkplatz und Gelände des Familienzentrums über ein privates Grundstück. Dinge, mit denen sich nun der nächste Ausschuss beschäftigen muss.
Ausschuss lehnt weitere Mitarbeiterparkplätze ab
Einer zweiten Forderung des GfA-Antrages erteilten die Ausschussmitglieder allerdings eine Absage. Darin hatten Heidrun Weber, Peter Specken und Erik Antonczyk die Verwaltung aufgefordert, mehr Langzeitparkplätze für Angestellte des Innenstadt-Einzelhandels zur Verfügung zu stellen. „Nach Gesprächen mit einigen Kaufleuten der Innenstadt stellte sich heraus, dass es ein massives Langzeitparkproblem für deren Angestellte gibt“, hatte die GfA-Fraktion in dem Antrag an den Bürgermeister der Stadt Aurich, Horst Feddermann, geschrieben. Die Kaufleute hätten betont, dass es generell genügend Parkplätze für Kunden gäbe. Aber für die Angestellten, die acht Stunden am Tag einen Parkplatz benötigen würden, gäbe es keine Möglichkeiten, innenstadtnah zu parken. Gemeinsam hätte man die Idee entwickelt, dass die Stadt Aurich ein paar Parkplätze beim XL-Combimarktplatz am Pferdemarkt pachten könnte, die ausschließlich diesem Zweck dienen sollten. „Man könnte die Parkplätze für Angestellte der Innenstadt reservieren und Parkausweise aushändigen. Die gepachteten Parkplätze könnten dann an die Kaufleute vermietet werden“, heißt es im Antrag weiter.
Politik nicht als Laufburschen nutzen
Die Mitglieder des Finanzausschusses sahen diese Notwendigkeit nicht. Zum einen stelle die Stadtverwaltung bereits entsprechende Parkplätze zur Verfügung, und die seien nicht ausgelastet, sagte Arnold Gossel (CDU-FDP-Ratsfraktion). Auch eine Recherche dieser Redaktion hatte Ende Januar ergeben, dass es noch freie Dauerparkplätze im Innenstadtbereich gibt.
Während die von der Stadt zur Verfügung gestellten Flächen am Lüchtenburger Weg derzeit vollständig vergeben sind, stehen am Ellernfeld noch sieben freie Parkplätze und auf dem Parkplatz des Schwimmbads De Baalje noch zwei freie Parkplätze zur Verfügung. Gila Altmann (Grüne) zeigte zudem kein Verständnis dafür, dass sich die Kaufleute wegen dieser Angelegenheit an die Politik wenden würden. Die Ausschussmitglieder seien nicht die Laufburschen oder Laufmädchen für die Kaufmannschaft.