Osnabrück VfL Osnabrück: Sechs Spielern drohen Sperren - und Schultz findet es sogar gut
Der VfL Osnabrück führt in der 3. Liga auch die Fairnesswertung an und bekam noch keinen Platzverweis. Vor dem 29. Spieltag sind dennoch sechs Profis von einer Sperre bedroht. Trainer Timo Schultz blickt entspannt auf die Lage.
Der VfL Osnabrück führt nicht nur die „echte“ Tabelle der 3. Liga an. Die Lila-Weißen sind gleichzeitig auch Spitzenreiter in der Fairnesswertung: Mit 63 Gelben Karten hat der VfL zwar „nur“ die drittwenigsten Verwarnungen aller Teams gesammelt. Weil er aber, anders als alle anderen Drittligisten außer dem SSV Ulm, bislang noch keinen Platzverweis bekam, steht er ganz oben. Doch es gibt trotzdem einen Haken an der Sache der Gelben Karten: Gleich sechs Osnabrücker Profis droht vor dem 29. Spieltag eine Gelbsperre.
Fridolin Wagner (neun), Bryan Henning, Patrick Kammerbauer, Tony Lesueur, Yigit Karademir und Bjarke Jacobsen (alle vier) sind betroffen. Bei einer fünften oder zehnten Gelbe Karte wären sie für eine Partie gesperrt. So erging es kürzlich Lars Kehl beim Heimspiel gegen Viktoria Köln, das er von der Tribüne aus ansehen musste. Weil unwahrscheinlich ist, dass gegen Mannheim gleich alle sechs VfLer Gelb sehen, dürfte sich das Problem über die nächsten Wochen ziehen.
Aber ist es überhaupt eins? Trainer Timo Schultz sieht das nicht so. „Dass irgendwann Sperren kommen, ist normal“, sagt er. „Ich bin darüber gar nicht mal so unglücklich, weil erstens andere spielen müssen, die auf ihre Chance warten, und zweitens die Frische auf eine natürliche Art und Weise aufrechterhalten wird. Es gibt uns die Möglichkeit, den Jungs eine Pause zu geben, die sie zwar selber nicht haben wollen, die aber für uns alle langfristig besser ist.“ Weniger für die vermeintlich müden Beine des ein oder anderen Spielers, sondern mehr für den Kopf seien solche Ruhepausen gerade für die kommende Saisonendphase gar nicht schlecht.
Und dennoch ist diese pragmatische Herangehensweise mit einer Einschränkung verbunden. „Das einzige, was nicht passieren darf, ist, dass sich zwei Spieler auf einer Position eine Sperre abholen“, sagt Schultz. Im zentralen Mittelfeld sind mit Wagner, Jacobsen und Henning sogar gleich drei Profis gefährdet. Trotzdem darf die Handbremse nicht angezogen werden. „Ich will keinen Spieler in ein Spiel reinschicken und sagen: Du darfst kein Gelb kriegen. Das funktioniert nicht, weil du dann vielleicht in einem wichtigen Moment zurückziehst“, erklärt Schultz.
Vor allem ein VfL-Profi schafft es allerdings auch ohne solche Ansagen schon länger, die Sperre zu vermeiden: Der rechte Flügelläufer Patrick Kammerbauer steht seit dem Rückrundenauftakt gegen Aachen bei vier Gelben Karten. Sechs Spiele - zwei weitere verpasste er verletzt - hat er nun schon ohne fünfte Verwarnung überstanden. Überstünde er die Saison ohne weitere Verwarnung, wäre das schon ein kleines Kunststück.