Osnabrück Der VfL Osnabrück beim 2:0-Sieg in Regensburg: Eine gut geölte Maschine
Wie eine gut geölte Maschine läuft aktuell das Spiel des VfL Osnabrück: Beim 2:0-Sieg beim SSV Jahn Regensburg griff erneut ein Rädchen ins andere, Hakeleien dabei blieben gering und ergebnistechnisch ohne Auswirkungen. Die Einzelkritik zu einer einmal mehr starken Teamleistung.
#18 Lars Kehl (bis 84.): Zeigte, wie viel Energie er sich nach dem Verpassen der Dienstagspartie wegen einer Gelbsperre aufgespart hatte: Der Keativspieler sprühte von Beginn an vor Spielfreude, war an vielen guten VfL-Angriffen maßgeblich beteiligt und erledigte auch seinen Job gegen den Ball ohne Fehl und Tadel. Für all das stehen sein starker raumöffnender Pass auf Meißner vor dessen Großchance in der ersten Halbzeit, seine starke Aktion im Gegenpressing, mit der er den Freistoß vor dem vermeintlichen Abseitstor rausholte, und natürlich sein Tor zum 2:0, als er nach langem Sprint mit dem Außenrist überragend abschloss.
#11 Robin Meißner (bis 89.): Kurios, dass die beiden prägenden Offensivspieler auch die Slapstick-Aktion der Partie mit dem missglückten Freistoß prägten, der dann doch noch zu einem Tor wurde, das wohl zu unrecht nicht zählte. Meißner ging aber wie gewohnt weite Wege, sowohl dem Ball entgegen, als auch in die Tiefe - und war mit seiner Dynamik ein nie zu kontrollierender Unruheherd für den Jahn. An beiden Toren maßgeblich beteiligt: Beim 1:0 kam er kurz für Kammerbauer und blieb dran, sodass er den Ballverlust zu Wiethaup provozierte - und beim 2:0 ließ er den Ball nach dem Anspiel von Kopacz per Körpertäuschung stark durchlaufen, um ihn dann genau richtig dosiert zu Kehl durchzustecken. Hätte zuvor noch einen Handelfmeter bekommen müssen, als sein Schuss von Regensburgs Strauss mit der Hand aufgehalten wurde.
#29 David Kopacz (bis 68.): Brauchte ein wenig, um ins Spiel zu finden, wirkte vor allem in der ersten halben Stunde ein wenig lethargisch und körperlos in seinen Aktionen, ließ auch deshalb ein, zwei potenzielle Großchancen liegen. Dann aber trat er energisch an, kreuzte vor dem Gegenspieler und besorgte das 1:0 mit einem präzisen Abschluss. Auch beim 2:0 mit einer Balleroberung tief in der eigenen Hälfte plus gedankenschnellem Pass ins Zentrum beteiligt.
#21 Lukas Jonsson: Bekam jetzt nicht überwältigend viel aufs Tor - aber das, was durchkam, parierte der Keeper stark, reaktionsschnell und sicher, was gerade zu Beginn des Spiels wichtig war. Diesmal auch mit verbesserter Strafraumbeherrschung und größerer Sicherheit mit dem Ball am Fuß.
#15 Bjarke Jacobsen: Ließ den ganzen Stress, den die Regensburger zu erzeugen versuchten, einfach an sich abprallen - am Ende lag der Jahn-Spieler am Boden, der Däne hatte den Ball, aber völlig regelgetreu und ohne Foulspiel. Eine erneut bemerkenswerte Instanz im VfL-Mittelfeld mit Ruhe und Sicherheit am Ball, Wucht in den Zweikämpfen, starker Antizipation und guter Übersicht, etwa bei ein, zwei starken Seitenverlagerungen aus der Bedrängnis heraus.
#19 Kevin Wiethaup (bis 68.): Auch der Youngster kam frisch ausgeruht in die Startelf und überzeugte mit einem frischen und spielfreudigen Auftritt. Verdiente sich seinen Assist mit dem Pass in den freien Raum auf Torschütze David Kopacz zum 1:0. Suchte auch immer mal wieder wuchtig den Abschluss und war dabei gefährlich. Agierte immer dann stark, wenn er seine Dynamik ins Spiel bringen konnte.
#25 Niklas Wiemann: Bringt mit seiner Kantigkeit und seiner Stärke in den Luftduellen ein wichtiges Element in den VfL-Abwehrverbund ein. Machte in Regensburg erneut keinen einzigen Fehler, gewann seine Zweikämpfe, agierte sicher im Passspiel in der Spieleröffnung. Musste selbst ein bisschen lachen, als ein Flankenlauf mit Dribbling über die linke Bahn in einem Pressschlag plus Abstoß für den Gegner mündete - aber das ist eben nicht seine Kernkompetenz.
#24 Jannik Müller: Produzierte zu Beginn der Partie für seine Verhältnisse ungewohnt viele Fehlpässe, was auch zur etwas wackligen Startphase der Osnabrücker beitrug. Steigerte sich aber und war spätestens ab Minute 25 der gewohnte Anker im Defensivverbund der Lila-Weißen. Bestach mit Übersicht, Antizipation, aber auch mit Zweikampfhärte im richtigen Moment.
#3 Frederik Christensen: Spielte eine eher unauffällige Partie auf der linken Schiene - war der einzige Akteur, dem man gegen Spielende schon etwas den Kräfteverschleiß anmerkte. Warf alles rein, bestach mit Laufstärke, Wucht und Intensität, war immer verlässlich im Kombinationsspiel und gegen den Ball. Diesmal aber ohne wirklich prägende Aktion nach vorn, wo ein, zwei missglückte Flankenversuche im Gedächtnis bleiben.
#31 Patrick Kammerbauer (bis 89.): Nach zwei Spielen Pause zurück in der Startelf - mit einem grundsoliden Auftritt. Agierte fehlerlos, machte seine Seite dicht und suchte per Kombinationsfußball immer wieder den Weg nach vorn, was beim 1:0 belohnt wurde, obwohl sein Pass auf Meißner eigentlich gar nicht ankam. Darf bezüglich Dynamik und Intensität noch ein klein bisschen zulegen, um auf seine Topform im vergangenen Herbst zu kommen.
#27 Robin Fabinski: Hatte Pech, dass sein Treffer aus Nahdistanz nicht zählte - wohl zu Unrecht. Hatte aber auch gerade in der Phase vor dieser Aktion so seine Probleme mit dem wuchtigen und zugleich flinken Hottmann, der ihm mehrmals im Rücken entwischte und so die im Prinzip einzigen gefährlichen Situationen für Regensburg kreierte. Hatte auch in der zweiten Halbzeit Glück, als ein heftiger Fehlpass von ihm nicht bestraft wurde. Überzeugte schon mal mehr als diesmal, fiel aber auch nicht ab, weil er zu jeder Zeit alles an Energie im Zweikampf in die Waagschale warf und für die Mannschaft da war.
#26 Fridolin Wagner (ab 68.): Übernahm ab Mitte der zweiten Halbzeit für Wiethaup und beruhigte das Spiel mit seiner Ballsicherheit und Präsenz.
#37 Ismail Badjie (ab 68.): Übernahm für Torschütze Kopacz und half, den Sieg mit nach Hause zu bringen.
Spät eingewechselt: #10 Kai Pröger (ab 84.), #22 Bernd Riesselmann, #6 Bryan Henning (ab 89.).