Osteeler Brandserie  Brookmerlander Brüderpaar verurteilt

| | 06.03.2026 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Feuerwehrleute löschen im Dezember 2023 einen brennenden Schuppen in Osteel. Das Feuer wurde von Brüdern vorsätzlich gelegt. Foto: Feuerwehr/Carsten Redinius
Feuerwehrleute löschen im Dezember 2023 einen brennenden Schuppen in Osteel. Das Feuer wurde von Brüdern vorsätzlich gelegt. Foto: Feuerwehr/Carsten Redinius
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Weil sie mehrfach Feuer in der Gemeinde Osteel legten, standen ein 16- und ein 23-Jähriger jetzt vor dem Jugendschöffengericht in Norden. So endete der Prozess.

Norden/Brookmerland - Müllbehälter, Schuttcontainer, Rundballen und ein Carport – in Osteel brannte Ende 2023/Anfang 2024 einiges. Immer wieder mussten Brookmerlander Feuerwehren ausrücken. Meist brannte es nachts. Ein Rundballen im Osteeler Windpark plötzlich auch tagsüber. Schnell war klar: Die Feuer wurden mindestens fahrlässig, wenn nicht gar vorsätzlich verursacht.

Ende 2024 wurde die Brandserie geklärt und jetzt ist auch die juristische Aufarbeitung des Geschehens beendet. Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Norden verurteilte am Mittwoch ein Brüderpaar aus dem Brookmerland. Die Staatsanwaltschaft hatte einen 16-Jährigen und einen 23-Jährigen angeklagt, die Feuer gelegt zu haben.

Tatverdächtige sollen sechsmal gezündelt haben

Wie der Sprecher der Anklagebehörde, Erster Staatsanwalt Jan Wilken, auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte, wurde den beiden jungen Angeklagten Brandstiftung in einem Fall zur Last gelegt. In weiteren fünf Fällen wurden sie der Sachbeschädigung (durch Feuer) beschuldigt, da die Objekte, die sie anzündeten, nicht tattauglich waren. Heißt: Sie entsprechen nicht den spezifischen Anforderungen des Straftatbestandes der Brandstiftung. Zur Vorgeschichte: Insgesamt soll das Brüderpaar im Zeitraum zwischen dem 8. November 2023 und dem 19. Januar 2024 sechsmal gezündelt haben. Zunächst brannten Rundballen am Wirdeweg und Reithammer Weg. Später brannten in der Fabriciusstraße am Rande des Osteeler Friedhofs ein Müllcontainer und eine Mülltonne. Nächte später gingen im Einmündungsbereich Alter Postweg/Fabriciusstraße zwei Biomülltonnen in Flammen auf. Zwischenzeitlich kokelte auch ein Müllhaufen in Leezdorf.

In Osteel brannte im November 2023 dieser Rundballen. Foto: Feuerwehr
In Osteel brannte im November 2023 dieser Rundballen. Foto: Feuerwehr

Höhepunkt der Brandserie war ein mitternächtliches Feuer Anfang Dezember 2023 in einem Schuppen an der früheren Gaststätte Müller an der Bundesstraße 72. Als die Feuerwehrleute am Brandort eintrafen, schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Carport. Schnell breitete sich das Feuer aus. Nur mit Mühe gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen auf das Wohngebäude und die Räume der Pizzeria zu verhindern. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht. Auch hier sollen die beiden Brookmerlander die Brandstifter gewesen sein. Auf die Spur kamen die Ermittler ihnen, weil einer in mindestens einem Fall das Feuer selbst gemeldet haben soll.

Brüder sind aus der Feuerwehr ausgetreten

Zudem engagierten sie sich nach Information dieser Redaktion in der früheren Feuerwehr Osteel/Leezdorf (heute: Brookmerland Nord). Einer soll, wie so oft in solchen Fällen, dadurch aufgefallen sein, dass er wiederholt als einer der ersten Einsatzkräfte zur Stelle gewesen sein soll.

Am 19. November 2023 brannten Müllbehälter am Osteeler Friedhof. Foto: Feuerwehr
Am 19. November 2023 brannten Müllbehälter am Osteeler Friedhof. Foto: Feuerwehr

Der 23-Jährige, der der aktiven Feuerwehr Osteel angehörte, und sein jüngerer Bruder, der Mitglied der Jugendfeuerwehr war, haben inzwischen ihren Dienst quittiert. Wie Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens und Osteels Ortsbrandmeister Erhard Tammen bereits im November 2024 auf Anfrage bestätigten, seien die Brüder freiwillig aus der Feuerwehr ausgetreten, nachdem man ihnen dies nahegelegt hatte.

Der Prozess gegen das Brüderpaar fand wegen des Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach Informationen dieser Redaktion waren knapp 20 Zeugen geladen. Der 16-Jährige soll schon früh ein Geständnis abgelegt haben.

So bestrafte das Gericht das Brüderpaar

Wie der Direktor des Amtsgerichts Norden, Jan Philip Brack, auf Anfrage mitteilte, wurde der 16-Jährige nach Jugendstrafrecht zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einem Sozialkurs verurteilt, sein älterer Bruder muss eine Geldstrafe in Höhe von 700 Euro zahlen.

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