Osnabrück VfL Osnabrück will „Heavy Metal“ von Jahn Regensburg den Stecker ziehen
Zementiert der VfL Osnabrück seine Tabellenführung in der 3. Fußball-Liga mit dem dritten Sieg in der Englischen Woche beim SSV Jahn Regensburg? Die letzten Infos vor dem Spiel in der Oberpfalz am 28. Spieltag.
Ein Team im Aufschwung kann befreit aufspielen und fordert den im Jahr 2026 noch ungeschlagenen Tabellenführer: Zum Abschluss der Englischen Woche könnte das Duell SSV Jahn Regensburg gegen den VfL Osnabrück in der 3. Fußball-Liga (Samstag, 16.30 Uhr) noch einmal ein echtes Highlight werden - was auch an der Herangehensweise beider Teams liegt.
„Das Spannende ist: Alle drei Spielkonstellationen in dieser englischen Woche sind total anders“, sagt VfL-Trainer Timo Schultz - mit Blick auf den durch frühes Pressing und gute Wechsel gezogenen 3:1-Auswärtssieg bei verunsicherten Auern und dem durch frühe Tore und gute Struktur erarbeiteten 2:0-Heimsieg gegen spielstarke, aber offensiv eher harmlose Kölner. „Und Regensburg hat sich gut entwickelt. Das wird jetzt nochmal richtig Heavy Metal“, sagt Schultz.
Denn der Jahn gilt als zweikampfbetont agierendes Team, das seine Gegner gerne mal im Eins-gegen-eins über das ganze Spielfeld presst. Dazu agieren sie in derselben taktischen Grundordnung wie die Osnabrücker, können also den VfL perfekt „spiegeln“, wie die Fußballlehrer sagen - also abseits der Sicherungsmechanismen zur Sicherung von Überzahlsituationen in der Defensive jedem Lila-Weißen klar Gegenspieler zuordnen. „Und offensiv bringen sie schon viel Qualität aufs Feld mit Kühlwetter, Eichinger und Hottmann, dahinter auch mit Adrian Fein einen tollen Fußballer“, sagt Schultz.
Natürlich traut der VfL-Coach aber seinem Team zu, in der Oberpfalz den dritten Sieg im dritten Spiel dieser englischen Woche zu holen. „Kräftemäßig haben wir gar kein Problem: Wir sind topfit und können ja auch ein bisschen durchwechseln“, so der Coach. Beim VfL wird man zudem nicht böse darüber sein, dass der über lange Strecken eher verwaltete Heimsieg gegen Viktoria Köln am Dienstag im Vergleich bezüglich intensiver Läufe wohl eher weniger Körner gekostet hat als Regensburgs überraschender - und aus VfL-Sicht erfreulicher - 2:1-Auswärtssieg beim so spielstarken Topteam SC Verl. Immer Heavy Metal stresst zwar stets den Gegner, kann aber eben auch anstrengend sein.
Fakt ist, dass beide Teams nach starken Serien zuletzt befreit aufspielen können - und dass Schultz auf fast alle Spieler zurückgreifen kann. Nur der erkältet fehlende Kevin Schumacher war beim Abschlusstraining bei strahlender Frühlingssonne am Freitagmorgen auf der Illoshöhe nicht mit dabei, das Joe Enochs am Rand beobachtete. „Ich habe insgesamt sehr gute Erinnerungen an meine Regensburger Zeit und freue mich jetzt darauf, viele Bekannte wiederzusehen“, sagt der Direktor Fußball des VfL vor seiner ersten Rückkehr an seine letzte Wirkungsstätte als Trainer.
Auch für den zuletzt auf der rechten Schiene durchaus ordentlich agierenden Kai Pröger ist es die Rückkehr zum Ex-Klub. Im Vergleich zum Köln-Spiel könnte dennoch Patrick Kammerbauer nach überwundenen Adduktorenproblemen auf dieser Position in die Startelf zurück rotieren. Die Rückkehr von Kreativspieler Lars Kehl nach abgesessener Gelbsperre ins offensive Mittelfeld gilt als sicher.
Dahinter könnte der ausgeruhte Youngster Kevin Wiethaup eine weitere Chance erhalten, sich zu zeigen - vielleicht für Fridolin Wagner, der die letzten beiden Partien im defensiven Zentrum viel Arbeit verrichtet hat. Aus ähnlichen Gründen könnte auf der linken Schiene der zuletzt ebenso fast komplett durchspielende Frederik Christensen ein wenig Jobsharing mit Tony Lesueur betreiben. Gleiches dürfte für David Kopacz und Ismail Badjie auf der Position neben Kehl gelten.
Viele Möglichkeiten also für Schultz, die Partie anzugehen - und im Laufe des Spiels vielleicht auch entscheidend durch das Ziehen schlagkräftiger Joker zu verändern. Idealerweise so, dass am Ende dem Heavy Metal der Stecker gezogen wird. Und stattdessen in der VfL-Kabine gefeiert wird - zu selbstverständlich niveauvoller Musik.