Osnabrück Gegen den Wehrdienst: Jugendliche planen heute Schulstreik in Osnabrück
Schon im Dezember 2025 protestierten bundesweit 55.000 Menschen gegen das Wehrdienstgesetz. Am Donnerstag knüpft die Osnabrücker Friedensbewegung an diese Aktionen an.
Die Debatte um die Rückkehr zur Wehrpflicht reißt nicht ab. Das bereits beschlossene Wehrdienstgesetz sieht vor, dass junge Männer ab dem Geburtsjahr 2008 erfasst werden, um die Personalstärke der Bundeswehr zu sichern. Doch gegen diese Pläne formiert sich auch in Osnabrück erneut ein breiter Protest.
Für Donnerstag, 5. März, ist eine große Demonstration im Stadtgebiet angemeldet. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage bestätigt, treffen sich die Teilnehmer um 9.30 Uhr auf dem Platz der Deutschen Einheit, bevor der Demonstrationszug gegen 10.20 Uhr startet.
Die Route der Demonstrierenden führt vom Theater aus über die Herrenteichstraße und die Schillerstraße auf den innerstädtischen Ring. Über den Erich-Maria-Remarque-Ring und den Goethering erreicht die Gruppe die Bruchstraße. Dort ist vor dem Gebäude des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) eine Zwischenkundgebung geplant.
Der Zug setzt sich anschließend über den Petersburger Wall und die Johannisstraße fort, führt durch die Große Straße und endet schließlich wieder am Domhof. Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ kritisiert, dass das neue Gesetz die persönliche Freiheit der Jugendlichen einschränke. Statt in das Militär solle die Bundesregierung lieber in Bildung und sozialen Wohnraum investieren.
Bereits am 5. Dezember des vergangenen Jahres demonstrierten in mehr als 90 Städten insgesamt über 55.000 Jugendliche. In Osnabrück versammelten sich damals rund 200 Menschen am Herrenteichwall. Sie kritisierten das sogenannte Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes, das am selben Tag vom Bundestag verabschiedet wurde. Die Initiative befürchtet durch das Gesetz einen ersten Schritt hin zu verpflichtenden Diensten.
Bundesweit haben sich über 90 Streikkomitees vernetzt, um den Widerstand zu organisieren. Die Initiative wird von Schülervertretungen, Gewerkschaften, Lehrkräften und Eltern unterstützt. Neben den Streiks plant das Bündnis verstärkte Proteste gegen Werbung der Bundeswehr an Schulen.