Osnabrück Ohne große Mühe: VfL Osnabrück schlägt Köln mit 2:0 und bleibt Tabellenführer
Der VfL Osnabrück hat sein Flutlicht-Heimspiel gegen Viktoria Köln am Dienstagabend souverän mit 2:0 gewonnen. Die konzentrierte Defensive bildete die Basis - und zwei schön herausgespielte Tore sorgten für drei Punkte. Der Spielbericht.
Nachdem der VfL Osnabrück erstmals seit 2019 einen Drittliga-Spieltag als Tabellenführer begann, lässt sich nach dem 2:0-Heimsieg gegen Viktoria Köln feststellen: Auch die 28. Runde in der 3. Fußball-Liga wird er als Spitzenreiter angehen. Mit den Gästen vom Rhein hatten die Lila-Weißen am Dienstagabend keine große Mühe.
VfL-Trainer Timo Schultz wechselte seine Startelf im Vergleich mit dem 3:1 in Aue auf zwei Positionen - einmal davon gezwungenermaßen: Lars Kehl fehlte erstmals in dieser Saison wegen einer Gelbsperre, für ihn rückte David Kopacz nach mehreren Wochen der Nichtberücksichtigung ins Team. Zudem war Sechser Bjarke Jacobsen wieder fit und ersetzte Kevin Wiethaup. Die Kölner setzten auf ein stabiles Zentrum: Trainer Marian Wilhelm bot Florian Engelhardt, Lucas Wolf und Leonhard Münst im Mittelfeld auf. Vorne sollte Zielspieler Benjamin Zank für Gefahr sorgen.
In den ersten Minuten waren die Gäste zwar spielbestimmend - doch mit dem ersten Angriff stach der VfL zu: Mit etwas Glück setzten sich Kopacz, Robin Meißner und Ismail Badjie auf der rechten Seite durch, bevor der Flügelstürmer ins Dribbling gegen den Kölner Abwehrmann Verthomy Boboy ging. Der hatte gegen Badjies Sprint aber nicht den Hauch einer Chance - und den scharfen Querpass verwertete Meißner mit dem Oberschenkel zum 1:0 (5.). Der perfekte Start für den VfL, dank des zehnten Saisontreffers des Leihstürmers.
Und fast wäre es noch besser gekommen: Nach neun Minuten zog Kai Pröger von halbrechts ab, Arne Schulz im Kölner Kasten parierte den harten Flachschuss stark. Der VfL war angezündet, vielleicht auch wegen der mit viel Pyrotechnik untermalten Choreographie in der Ostkurve zum Anpfiff der Partie. Schon früh zogen die Lila-Weißen das Publikum voll auf ihre Seite - mit viel Einsatz, scharfen Sprints und guten Ballgewinnen.
So blieb die einzige Tormöglichkeit der Viktoria durch Meik Sponsel, dessen Kopfball Lukas Jonsson über die Latte lenkte (15.), nur ein kurzes Aufflackern von Torgefahr. Ansonsten hatten die Gäste zwar mehrheitlich den Ball, kamen gegen die konzentrierte Osnabrücker Deckung aber kaum durch. Im Gegenteil: Die nächste Großchancen gehörte wieder dem VfL. Eine schöne Seitenverlagerung von Frederik Christensen landete bei Badjie, der drei Gegenspieler stehenließ, in den Strafraum eindrang, aber mit seinem schwächeren linken Fuß übers Tor schoss (29.).
Ansonsten blieb es aber bei dem Bild: Köln suchte die kaum vorhandenen Lücken in der besten Defensive der Liga, auf die sich der VfL im Laufe der ersten Hälfte aber dann doch etwas zu sehr verließ. Längere eigene Ballbesitzpassagen der Osnabrücker blieben aus, eher versuchte es die Schultz-Elf über schnelle Konter, bei denen aber öfter die letzte Genauigkeit fehlte, um sich noch mehr Chancen zu erarbeiten - bis zur 42. Minute.
Da eroberte Robin Fabinski einen Ball tief in der gegnerischen Hälfte, bekam ihn über Kopacz und Jacobsen zurück und bediente wiederum Kopacz mit einem scharfen, aber leicht abgefälschten Querpass. Der 26-Jährige, der zuvor schon gute Aktionen hatte, zeigte seine ganze technische Klasse und legte den Ball per Hacke zum 2:0 ins Netz - ein toller Abschluss des Deutsch-Polen, der zuletzt fünfmal nicht im Kader des VfL stand.
Mit großem Applaus wurden die Lila-Weißen in die Kabine verabschiedet - zurecht nach einer Halbzeit, die zeigte, was eine Spitzenmannschaft ausmacht: Ohne eigenen Fehler verteidigte der VfL, spielte nach vorne zielstrebig und effizient, erzielte so zwei schöne Treffer. Verdientermaßen bekam auch Chefcoach Schultz, der mit Kopaczs Nominierung abermals goldrichtig lag, Applaus auf dem Weg in die Kabine.
In der zweiten Hälfte passierte lange relativ wenig, weil auch von den Gästen weiterhin offensiv kaum etwas kam. Schultz brachte nach einer Stunde den Matchwinner vom Aue-Sieg, Tony Lesueur, für Badjie - und der Franzose hätte weniger Sekunden später fast getroffen. Nach einem schnellen Dribbling schloss er von halbrechts flach ab und scheiterte an Torwart Schulz (63.). Die Viktoria blieb bis auf einen Drehschuss von Simon Handle, der aufs Tordach tropfte (61.), harmlos.
Bin in die Schlussphase hinein hatte der VfL keine Probleme, der Partie völlig das Tempo zu nehmen. Mit der Führung im Rücken war das gegen unkreative Gäste eine zielführende, aber doch sehr unspektakuläre Herangehensweise. Zeitweise wäre etwas mehr Kontergefahr wünschenswert gewesen, um die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Weil die Gäste aber bis zum Schluss seltsam kraftlos agierten, reichte es letztlich zu einem völlig ungefährdeten Heimsieg, dem siebten in dieser Saison, der trotz der langweiligen zweiten Hälfte von 14.000 VfLern an der Bremer Brücke frenetisch gefeiert wurde.
Der VfL bleibt damit auch nach dem achten Spiel in diesem Jahr ungeschlagen, fuhr seinen sechsten Sieg der Rückserie ein und bleibt auch nach dem 27. Spieltag Tabellenführer der 3. Liga. Weiter festigen können die Lila-Weißen den Spitzenplatz am Samstag (16.30 Uhr) beim Auswärtsspiel gegen Jahn Regensburg.