Standort Wiesmoor  Bohlen & Doyen baut die Verwaltung aus

Nicole Böning
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Von Nicole Böning
| 10.03.2026 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So soll der neue Verwaltungskomplex von Bohlen & Doyen in Wiesmoor aussehen. Grafik: Ingenieurgemeinschaft Henninga
So soll der neue Verwaltungskomplex von Bohlen & Doyen in Wiesmoor aussehen. Grafik: Ingenieurgemeinschaft Henninga
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Bagger, Sand und Baustelle: Bei Bohlen & Doyen in Wiesmoor ist ein Gebäudeteil bereits verschwunden. Jetzt wird die Verwaltung neu gebaut. Was steckt hinter dem Umbau?

Wiesmoor - Seit Anfang des Jahres sind auf dem Gelände von Wiesmoors größtem Arbeitgeber Bohlen & Doyen die Baufahrzeuge im Einsatz. Ein ganzer Flügel des alten Bürokomplexes ist inzwischen verschwunden.

12. Dezember 2025: Noch steht der Gebäudeteil, der einem neuen Bürokomplex weichen soll. Foto: Bohlen & Doyen
12. Dezember 2025: Noch steht der Gebäudeteil, der einem neuen Bürokomplex weichen soll. Foto: Bohlen & Doyen

Was nach Abriss aussieht, ist der Auftakt für ein großes Projekt: Bohlen & Doyen erweitert und saniert seine Verwaltung in Wiesmoor. Wo bis vor Kurzem noch der alte Bürotrakt stand, liegt jetzt das Baufeld für einen Neubau. Nach Unternehmensangaben sollen am Ende insgesamt rund 320 Büroarbeitsplätze zur Verfügung stehen, wie Pressesprecherin Fabiana Campe erklärt.

Wachstum seit der Übernahme durch Friedrich Vorwerk

Der Ausbau ist eine direkte Folge des Wachstums: Seit der Integration in die Unternehmensgruppe Friedrich Vorwerk (2020) ist Bohlen & Doyen nach eigenen Angaben stark gewachsen. Vorwerk übernahm damals 100 Prozent der Anteile vom französischen Spie-Konzern. Der Standort Wiesmoor und der Name sollten erhalten bleiben.

Ein Gebäudeteil ist bereits abgerissen. Jetzt soll an dieser Stelle ein neues Bürogebäude errichtet werden. Foto: Nicole Böning
Ein Gebäudeteil ist bereits abgerissen. Jetzt soll an dieser Stelle ein neues Bürogebäude errichtet werden. Foto: Nicole Böning

Nach der Übernahme habe die Belegschaft noch bei rund 500 gelegen. Heute seien es am Standort Wiesmoor etwa 1050 Mitarbeitende. Das ist ein Plus von rund 550 Beschäftigten innerhalb weniger Jahre. Entsprechend eng wurde es in der Verwaltung. Um zusätzliche Flächen zu gewinnen, hat das Unternehmen in der unmittelbaren Nachbarschaft bereits das ehemalige Autohaus Südema an der Hauptstraße gekauft.

Neu bauen, aufstocken, sanieren: Das ist bei Bohlen & Doyen geplant

Auf dem Firmengelände entsteht nun ein großer Neubau, der an den bestehenden Bürokomplex angebunden wird. Dafür wurde ein Teil des alten Gebäudes abgerissen – anders sei die Planung wegen des Platzmangels nicht möglich gewesen, sagt Campe. Der Neubau soll nach Unternehmensangaben im Januar 2027 fertig sein.

15. Januar 2026: Der alte Bürotrakt wird langsam abgetragen. Foto: Bohlen & Doyen.
15. Januar 2026: Der alte Bürotrakt wird langsam abgetragen. Foto: Bohlen & Doyen.

Parallel soll der Bestand umfassend umgebaut und saniert werden. Das vorhandene Dachgeschoss wird durch ein neues Vollgeschoss ersetzt. Insgesamt sollen durch Um- und Neubau rund 140 zusätzliche Büroarbeitsplätze entstehen.

Zeitplan bis 2027: So läuft der Umbau in Wiesmoor

Die Arbeiten haben nach Angaben des Unternehmens Anfang 2026 begonnen: Anfang Januar sei das Baufeld vorbereitet worden. Anfang Februar sei dann der Baubeginn für den Neubau erfolgt. Nach der bevorstehenden Demontage des Dachstuhls soll der Bau des neuen Vollgeschosses bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Sanierung des Bestands ist anschließend bis Juni 2027 vorgesehen.

19. Februar 2026: Hier ist der Übergang zum noch bestehenden Bürogebäude zu sehen. Foto: Bohlen & Doyen
19. Februar 2026: Hier ist der Übergang zum noch bestehenden Bürogebäude zu sehen. Foto: Bohlen & Doyen

Neben mehr Platz setzt Bohlen & Doyen bei der Modernisierung auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die Energieversorgung des Standorts soll nach Unternehmensangaben auf regenerative Eigenproduktion umgestellt werden – unter anderem mit Photovoltaik und einem Blockheizkraftwerk, das sowohl mit Erdgas als auch mit Wasserstoff betrieben werden kann.

Bohlen & Doyen in Wiesmoor: Arbeitgeber mit langer Geschichte

Geplant wird der Um- und Neubau von der Ingenieurgemeinschaft Henninga aus Wiesmoor. Als Mutterkonzern ist die Friedrich‑Vorwerk‑Gruppe nach Angaben des Unternehmens auch finanziell an dem Vorhaben beteiligt. Zu den Kosten macht Bohlen & Doyen keine Angaben. Campe betont: Es gehe darum, die vorhandene Belegschaft am Standort unterzubringen – mit modernen, barrierefreien Arbeitsplätzen.

25. Februar 2026: Der Baugrund wird für den Bau des neuen Bürogebäudes vorbereitet. Foto: Bohlen & Doyen
25. Februar 2026: Der Baugrund wird für den Bau des neuen Bürogebäudes vorbereitet. Foto: Bohlen & Doyen

Bohlen & Doyen ist seit mehr als 75 Jahren im Bau und Erhalt von Energienetzen aktiv. Das Wiesmoorer Unternehmen arbeitet unter anderem in den Bereichen Anlagenbau, Landkabelbau, Pipelinebau, Tiefbau, Bohrtechnik, Wasserbau sowie den Pipeline- und Anlagenservice und begleitet Projekte von der Planung über das Projektmanagement bis zum Service nach Abschluss der Bauarbeiten.

Der Standort an der Hauptstraße ist dabei seit Jahrzehnten eng mit der Unternehmensgeschichte verbunden: Die Anfänge in Wiesmoor reichen hier bis in die 1950er Jahre zurück. Später wurde der Verwaltungskomplex mehrfach erweitert. Jetzt folgt mit Neubau, Aufstockung und Sanierung die nächste große Modernisierungsetappe. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen deutlich gewachsen. Nach eigenen Angaben sind die Auftragsbücher bis 2030 gut gefüllt.

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