Neue Wahlkreise Wer in Ostfriesland 2027 wo wählen soll
Der Landtag hat am 3. März die Wahlkreise für die Landtagswahl neu zugeschnitten. Insbesondere der Wahlkreis Aurich ist davon betroffen.
Ostfriesland - Für die nächste Landtagswahl 2027 müssen sich einige Ostfriesen auf neue Namen auf den Stimmzetteln einstellen – und auf neue Wahlkreisnummern: Der Landtag hat am 3. März mit den Stimmen von SPD und Grünen das Niedersächsische Wahlgesetz geändert. Statt der bisherigen 87 Wahlkreise gibt es nun 90. Und zum Zweck des Ausgleichs der Zahl der Wahlberechtigten pro Wahlkreis wurden einige Städte und Gemeinden anderen Wahlkreisen als bisher zugeordnet.
Insbesondere der Wahlkreis Aurich, mit 87.744 Wahlberechtigten, der bisher größte, ist vom Neuzuschnitt betroffen. Mit seinen Städten und Gemeinden werden die umliegenden Wahlkreise aufgefüllt und auf Sollstärke gebracht.
Für Ostfrieslands Wahlkreise ergeben sich folgende Änderungen:
Der Wahlkreis Leer, bisher Nummer 83, ist nun Nummer 86.
Der Wahlkreis Leer/Borkum, bisher Nummer 84, ist nun Nummer 87. Zudem wurde sein Umfang geändert – er umfasst nun folgende Städte und Gemeinde: „Vom Landkreis Leer die Städte Borkum und Weener und die Gemeinden Bunde, Jemgum, Moormerland und Westoverledingen; Vom Landkreis Aurich die Gemeinde Großefehn.“
Der bisherige Wahlkreis 85 Emden/Norden ist nun Wahlkreis 88 und umfasst „Vom Landkreis Aurich die Stadt Norden und die Gemeinden Hinte und Krummhörn; Die Stadt Emden.“
Der Wahlkreis Aurich, bisher Nummer 86, ist nun Nummer 89 und besteht aus der Stadt Aurich und den Gemeinden Großheide, Ihlow und Südbrookmerland und Samtgemeinde Brookmerland.
Der bisherige Wahlkreis 87 Wittmund/Inseln ist nun Wahlkreis 90 und besteht zusätzlich zum Landkreis Wittmund aus den Städten Norderney und Wiesmoor sowie den Gemeinden Baltrum, Dornum und Juist und Samtgemeinde Hage, alle im Landkreis Aurich gelegen.
Der Wahlkreis Papenburg, bisher Nummer 82, ist künftig Nummer 85 und umfasst „Vom Landkreis Emsland die Stadt Papenburg, die Gemeinde Rhede (Ems) und die Samtgemeinden Dörpen, Lathen, Nordhümmling und Werlte.“
Staatsgerichtshof hatte die alten Wahlkreise kassiert
Nach Ansicht von Rot-Grün ist die neue Einteilung sonnvoll und gerecht. Sie „berücksichtigt zum großen Teil die Grenzen der Landkreise und kreisfreien Städte, räumliche Zusammenhänge, die kommunale Wahlstruktur sowie gewachsene historische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Verflechtungen“, stellen die beiden Fraktionen ihrem Gesetz voran.
Hintergrund des Neuzuschnitts ist, dass der Staatsgerichtshof in Bückeburg als Niedersachsens oberstes Gericht im Dezember 2024 festgestellt hatte, dass die Zahl der Wahlberechtigten bei der Wahl 2022 in zu vielen Wahlkreisen zu sehr vom Durchschnitt abgewichen ware. In 33 Wahlkreisen lag der Wert um deutlich mehr als 15 Prozent darunter oder darüber. Das war mit der Verfassung nicht vereinbar. Die Wahlkreise entsprachen damit nicht mehr den Bevölkerungsverhältnissen.
Hitzige Debatte im Landtag
Der Landeswahlleiter hatte bereits 2025 einen Vorschlag zur Neuaufteilung gemacht – wie sich in der hitzigen Debatte im Landtag zeigte, wäre die Opposition dem gern gefolgt. Die CDU warf Rot-Grün vor, die Wahlkreise nun rein parteitaktisch neu zusammengesetzt zu haben, um „im Westen Niedersachsens auch endlich mal SPD-Wahlkreise zu bekommen“, so Christian Fühner (CDU), Wahlkreis 80 Lingen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Wiard Siebels, konterte mit scharfer Kritik: Die CDU habe für den Wahlkreis Aurich öffentlich einen eigenen Vorschlag angekündigt, doch dann keinen eigenen Gegenentwurf in den Landtag eingebracht. „Das ist nicht nur peinlich. Sie führen darüber hinaus die Wählerinnen und Wähler in die Irre“, schloss Siebels.
So sieht das für die Kommunen im Landkreis Aurich aus
Der Landeswahlleiter hatte vorgeschlagen, die Gemeinde Großefehn aus dem Landkreis Aurich bei der Landtagswahl 2027 dem Wahlkreis Leer zuzuschlagen. Die Gemeinde Großheide aus dem Landkreis Aurich sollte dem Wahlkreis Wittmund/Inseln zugerechnet werden. Dafür käme Hinte vom Wahlkreis Emden/Norden zurück zum Wahlkreis Aurich.
In der nun beschlossenen Neuordnung der Wahlkreise wurde die Gemeinde Großefehn dem Wahlkreis Leer/Borkum zugeschlagen. Die Gemeinde Großheide bleibt im Wahlkreis Aurich und Hinte im Wahlkreis Emden/Norden. Dafür wurde die Samtgemeinde Hage noch dem Wahlkreis Wittmund/Inseln zugeordnet.