Osnabrück  Musical „Artus“ am Theater Osnabrück – so läuft das Training mit Schwert Excalibur

Ralf Döring
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Von Ralf Döring
| 03.03.2026 11:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Entschlossener Blick, charmantes Lächeln: Jannik Harneit, Hauptdarsteller im Musical „Artus – Excalibur“ trainiert den Schwertkampf. Foto: Philipp Hülsmann
Entschlossener Blick, charmantes Lächeln: Jannik Harneit, Hauptdarsteller im Musical „Artus – Excalibur“ trainiert den Schwertkampf. Foto: Philipp Hülsmann
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Im Musical „Artus – Excalibur“ geht es, was sonst, um König Artus, seine Tafelrunde und ums legendäre Schwert Excalibur. Hauptdarsteller Jannik Harneit lässt uns zuschauen, wie er für die Kampfszenen trainiert.

Es geht ziemlich eng zu hier im Keller des Theaters am Domhof. Acht Studierende aus den Musicalklassen des Instituts für Musik (IfM), ein Statist, zwei Hauptdarsteller drängen sich in dem Raum namens Probebühne 1, und jeder von ihnen hat ein mächtiges Schwert in der Hand. Auf dem Probenplan steht die letzte große Kampfszene des Musicals „Artus – Excalibur.“ Auf ein Signal des Kampftrainers und -choreografen Jean-Loup Fourure dreschen die Darsteller mit den Schwertern aufeinander ein, nach einer akribisch festgelegten Choreografie, versteht sich. Am Ende liegen alle bis auf Artus auf dem Boden.

Vor der Probe sitzt Jannik Harneit im „Lampenfieber“, der Theaterkantine. An diesem frühen Freitagabend geht es hier ruhig zu; am Nebentisch sitzt ein Statist, der gleich unten auf der Probebühne mitkämpfen wird. Gleich hebt sich auf der Hauptbühne der Vorhang für eine Vorstellung des Stücks „Frau Yamamoto ist noch da“; Darsteller sind noch im Bademantel, holen sich einen Snack an der Theke, gehen für ein bisschen frische Luft nach draußen.

Harneit ist der Titelheld des Musicals; nach „Tootsie“ ist der Artus seine zweite Hauptrolle in einer Osnabrücker Musicalproduktion. Auch er gönnt sich einen kleinen Imbiss; das Kampftraining zehrt an den Kräften, sagt er. „Das Schwert ist ganz schön schwer“, sagt er, „und mit Kostüm wird es ziemlich anstrengend.“ Denn die Kämpfer müssen nicht nur das Schwert schwingen, sondern auch die Felsen erklimmen, die Darko Petrovic auf die Bühne baut. Hier unten auf der Probebühne trägt Harneit ein weißes T-Shirt, und statt der Felsen müssen Podeste als Andeutung und viel Imaginationskraft ausreichen.

Die Geschichte von Artus und den Rittern der Tafelrunde durchzieht die westliche Geistes- und Kulturgeschichte seit dem Mittelalter. Unzählige Adaptionen von mittelalterlichen Autoren bis zu Monty Python (dort jagen die „Ritter der Kokosnuss“ dem Heiligen Gral hinterher) sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden, denn der Mythos enthält so ziemlich alles, was eine anrührende Geschichte braucht. Unzählige Filme griffen den Stoff auf, und Richard Wagners Mammutopern „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“ gehen ebenfalls auf die Artussage zurück.

Im Musical zieht Artus – mehr oder weniger zufällig, wie Harneit sagt – das Schwert Excalibur aus einem Stein, was nur demjenigen vergönnt ist, der zum Herrscher über die Briten auserkoren ist. Im Zauberer Merlin, dargestellt von Jan Friedrich Eggers, findet Artus einen Mentor, in Lancelot (Vikrant Subramanian) einen Freund. Und dann gibt es noch die schöne Guinevere, die von Susanna Edelmann gespielt und gesungen wird. „Artus will ein Herrscher werden, der durch Gnade herrscht“, sagt Harneit. Doch das Schicksal beutelt ihn mit heftigen Schlägen, und „am Ende …“ sagt Harneit und verschweigt die Auflösung. Es soll ja spannend bleiben.

Was der Musicaldarsteller aber schon verrät: „Die Geschichte ist gut, und Frank Wildhorn hat dafür opulente Nummern und tolle Balladen geschrieben.“ Nervenkitzelnde Kampfszenen runden Handlung und Musik ab.

Harneit kann dafür wenigstens auf zwei Jahre Fechttraining zurückgreifen, das er während seiner Ausbildung zum Musicaldarsteller in München absolviert hat. „Dort haben wir allerdings mit dem Degen trainiert“, sagt er, „daher sind mir Sekund oder Quart nicht fremd.“ Excalibur aber ist ein echtes und ziemlich gewichtiges Schwert.

Das Training hat Kampfchoreograf Fourure gut vorbereitet. Die Studierenden sind in Workshops vorbereitet worden, und für die Bühne hat Fourure alle Kampfszenen in kleine Phasen unterteilt. Die geht er mit der Truppe auf der Probebühne Schritt für Schritt und Hieb für Hieb durch – dann beginnt der Durchlauf. Exakt nach Plan klirren die Schwerter, und nach und nach geht einer nach dem anderen nach einem finalen Hieb zu Boden. „Fourure lehrt uns nicht nur die Form“, sagt Harneit, „er erklärt uns auch die Hintergründe“ – wie ein Schwertkampf nach den Regeln ritterlicher Kampfkunst funktioniert.

Das Ergebnis überzeugt; nach gut zwanzig Minuten kann Regisseur Oliver Klöter an den nächsten Details einer Inszenierung feilen. Für Harneit ist dieser Kampf allerdings nicht der letzte: Seinem Artus steht noch ein Duell bevor. Wie das ausgeht? Das ist am Samstag, 7. März, auf der Bühne des Theaters am Domhof zu sehen.

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